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Die Presseschau von Montag, dem 14. September 2026

14.09.202608:51
Studenten im Hörsaal
Illustrationsbild: © Kasto/PantherMedia

Das neue Studienjahr an den Hochschulen beginnt, und der finanzielle Aspekt des Studiums ist für die Leitartikler ebenso Thema wie noch einmal die Pisa-Studie, die Geschwindigkeit, mit der sich die Künstliche Intelligenz entwickelt, die Resistenz gegen Krisen und Tipps für die Haushaltssanierung.

„Hochschulstudium kostet bis zu 13.600 Euro pro Jahr“, titelt L’Avenir. „Studieren wird teurer und der Druck steigt“, heißt es im Aufmacher des GrenzEchos. „Französische Studenten kosten geschätzt 150 Millionen Euro“, zitiert Le Soir die Ministerpräsidentin der Französischen Gemeinschaft, Elisabeth Degryse, auf Seite eins.

Zu Beginn des neuen Studienjahres an den Hochschulen blicken die Zeitungen besonders auf die finanziellen Aspekte des Studiums.

L’Avenir kommentiert: Im europäischen Vergleich steht unser Land eigentlich ganz gut dar, wenn es um die Frage der Finanzierbarkeit eines Studiums geht. Hochschulgebühren und Lebenshaltungskosten bleiben in der Regel relativ gering. Die Voraussetzungen dazu, dass jeder, der möchte, tatsächlich auch studieren kann, sind in Belgien ziemlich gut. Ist deshalb alles in Ordnung? Auf keinen Fall. Die Einschreibegebühren sind gestiegen, für viele bleibt es finanziell schwierig, das Pendeln oder eine Wohnmöglichkeit am Studienort zu bezahlen. Von wirklicher Chancengleichheit für alle, vor allem mit Blick auf die soziale Herkunft, kann nicht die Rede sein, meint L’Avenir.

Autos als Beispiel für Umgang mit KI

Das GrenzEcho ärgert sich über die Kritik an den Schülern nach den Ergebnissen der jüngsten Pisa-Studie für Ostbelgien und rät: Statt jetzt über Jugendliche mit einer schulischen Null-Bock-Attitüde zu rätseln, sollte man sich lieber die Frage stellen, wieso das so ist und wie sich künftig wieder mehr Interesse und Lernwille wecken lässt. Ein innovativer Unterricht, der die Schüler anspricht und sie tatsächlich auf das spätere Leben vorbereitet, wäre da sicherlich ein guter Anfang. Nicht zuletzt gehört das eigene Anspruchsdenken hinterfragt. Wieso sollte man bei Pisa eigentlich besser abschneiden als viele andere? Weil hier genau was besser läuft als anderswo?, fragt stirnrunzelnd das GrenzEcho.

Zum Thema Künstliche Intelligenz bemerkt Le Soir: Es sieht nach einer guten Entscheidung aus, dass die Chefs der führenden KI-Unternehmen jetzt selbst auf die Bremse drücken. Die Entwicklung der KI soll langsamer werden, sagen sie, weil ihre Schöpfung die Tendenz zeige, sich selbständig zu machen und dadurch gefährlich wird. Hört sich, wie gesagt, gut an. Aber das ist genauso, als hätten die Erfinder der Autos auch die Straßenverkehrsregeln eingeführt. Das ist bekanntlich nicht der Fall. Und so muss es auch bei der KI werden. Es dürfen nicht die Erfinder und Entwickler sein, die über Regeln für KI entscheiden – oder über das Tempo, mit dem KI entwickelt wird. Dafür braucht es unabhängige Experten und eine demokratische Debatte, findet Le Soir.

Eigenes Wissen tut gut

Het Belang Van Limburg beobachtet: Auf die Schnelligkeit, mit der sich KI entwickelt, waren und sind wir nicht vorbereitet. Die unkontrollierten Cyber-Angriffe von KI-Programmen auf andere Unternehmen oder der Missbrauch von KI zur Kriegsführung durch die Huthi-Milizen im Jemen sind Beispiele dafür. Trotzdem wollen Politiker im In- und Ausland KI mit aller Macht weiter fördern. Wo bleibt die Vision für eine vernünftige Entwicklung dieser neuen Technologie? Oder zumindest die Strategie, um uns bestmöglich zu wappnen gegen die Risiken, die KI mit sich bringt?, fragt Het Belang Van Limburg.

La Dernière Heure warnt: Dass wir dank KI mit einem Klick quasi in Sofortzeit alles, was wir wollen, wissen können, ist auf der einen Seite faszinierend, auf der anderen Seite aber auch gefährlich. Denn wenn wir uns künftig nur noch auf KI verlassen, wenn wir eine Frage beantwortet haben wollen, werden wir selbst bald nichts mehr wissen. Die Aneignung von Wissen nämlich benötigt eine intensive Beschäftigung mit dem Gegenstand. Ein Verstehen, ein Durchdringen, und durchaus auch Auswendiglernen. Der Bildungssektor muss das verstehen, um diese fundamentalen Techniken der Wissensvermittlung nicht aufzugeben und sich kampflos der KI zu ergeben, betont La Dernière Heure.

Beamte als Sparpotenzial

De Standaard stellt fest: Schulden, Zinsen, politische Instabilität, Energiepreise, KI…: All diese Phänomene erscheinen und entwickeln sich, ohne dass ein kleines Land wie Belgien darauf großen Einfluss hat. Was bleibt zu tun? So gut wie möglich damit zurecht zu kommen und Vorsorge zu leisten. Das hat Belgien in der Vergangenheit nicht getan. Daraus müssen Lehren gezogen werden. Die allererste wäre, den Haushalt jetzt so schnell wie möglich in Ordnung zu bringen, empfiehlt De Standaard.

Zu diesem Haushalt meint Het Laatste Nieuws: Es wird sicher möglich sein, mit kosmetischen Eingriffen hier und da die zehn Milliarden Euro zu finden, die jetzt gespart werden müssen. Langfristig wird das den Staatshaushalt aber kaum entlasten. Dafür werden allein die zahlreichen Beamten sorgen, deren Pensionsansprüche riesige neue Löcher in den Haushalt reißen werden. Deshalb ist es dringend an der Zeit, unter anderem auch den Staatsapparat mal gründlich zu modernisieren und mit deutlich weniger Beamten effizienter zu gestalten, fordert Het Laatste Nieuws.

Kay Wagner

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