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Die Presseschau von Freitag, dem 11. September 2026

11.09.202608:54
Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York
Terroranschläge vom 11. September 2001 in New York (Bild: Stan Honda/AFP)

25 Jahre nach den Anschlägen vom 11. September fragen die Zeitungen heute nach den Folgen des "Kriegs gegen den Terror". Und sie ziehen dabei auch Parallelen zur aktuellen Politik von US-Präsident Donald Trump. Außerdem geht es um den schwierigen Start ins neue politische Jahr in Belgien.

"Vor 25 Jahren: Der Schock", titelt L'Avenir. "Der Tag, der alles veränderte", schreibt das GrenzEcho auf Seite eins. De Morgen formuliert es ähnlich: "Die Anschläge, die die Welt veränderten: 25 Jahre nach 9-11", so die Schlagzeile.

Viele Zeitungen erinnern heute zunächst an die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA. Auf vielen Titelseiten sieht man die bekannten Fotos von den brennenden Türmen des World Trade Center. Das sind genau die Bilder, die sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben.

25 Jahre nach 9/11: Was hat sich verändert?

"Die Anschläge vom 11. September liegen zwar schon 25 Jahre zurück, aber es ist, als wäre es gestern gewesen", meint L'Avenir in einem nachdenklichen Kommentar. Jeder weiß, wo er an jenem unseligen Tag war, als plötzlich die schrecklichen Bilder der brennenden Türme um die Welt gingen. 25 Jahre später ist die Erinnerung noch sehr lebendig. In diesem Vierteljahrhundert hat sich aber auch viel verändert. Erst die Kriege in Afghanistan und im Irak, dann folgten Anschläge in Madrid, London, Paris und Brüssel. Zunächst war es "nur" die Angst vor dem Terror, später kam eine weitere Bedrohung hinzu: Die Gesellschaften haben sich gespalten und vertrauen sich nicht mehr. Der 11. September hat unser Verhältnis zu unseren Mitmenschen verändert. Misstrauen und Angst sind Trumpf. Welch ein Kontrast zu damals, als die Menschen noch geschlossen im Angesicht der Katastrophe standen. Vielleicht sollte man sich auch noch einmal daran erinnern…

"Der 11. September hat den Lauf der Geschichte dramatisch verändert", glaubt auch La Dernière Heure. Ein nicht enden wollender Kampf gegen den Terrorismus, die Invasionen in Afghanistan und später im Irak, Flughäfen, die sich in Hochsicherheitszonen verwandelten, und die Freiheiten, die im Namen der Sicherheit beschnitten wurden. 20 Jahre Krieg, der unzählige Milliarden Dollar verschlungen und viel zu viele Soldaten das Leben gekostet hat. Und 25 Jahre später ist die Bedrohung nicht weg. Da stellt sich die Frage: "Sind wir heute wirklich sicherer als vor 25 Jahren?"

"Eher nicht", erwidert sinngemäß das GrenzEcho. Der Kampf gegen den Terror brachte vielmehr neuen Terror hervor. Die amerikanische Invasion im Irak etwa schuf einen Nährboden für jene Kräfte, aus denen später der Islamische Staat hervorging. Auch der islamistische Terrorismus verschwand nicht. Anschläge unter anderem in Paris und Brüssel zeigten auf brutale Weise, dass die Bedrohung längst auch Europa erreicht hatte. Auch Amerika selbst blieb nicht dasselbe. Die Militäreinsätze trugen zur Kriegsmüdigkeit und zu einem Vertrauensverlust in die politischen Institutionen bei. Darin liegt der Widerspruch nach 25 Jahren: Die Antwort auf 9/11 verschlang gewaltige militärische und finanzielle Ressourcen und führte zu schwerwiegenden Fehlern, deren Auswirkungen bis heute spürbar sind. Bin Ladens Terror setzte eine Spirale in Gang, die die Welt auf Jahrzehnte veränderte.

Viele Fehler, aber keine Lehren

"Aber aus diesen vielen, zum Teil tödlichen Fehlern, wurden die Lehren nicht gezogen", beklagt Het Nieuwsblad. Wenn Osama Bin Laden nicht irgendwo auf hoher See verstreut worden wäre, er würde sich in seinem Grab kugeln vor Lachen. Denn der heutige US-Präsident Donald Trump hat 25 Jahre nach dem 11. September genau das geschafft, was Al Kaida -laut einigen Experten- damals beabsichtigt hatte: Einer landläufigen Theorie zufolge wollte Bin Laden einen bewaffneten Konflikt im Nahen Osten heraufbeschwören, bei dem die militärischen Ressourcen der USA erschöpft werden sollten. Was damals nicht funktioniert hat, das hat Trump mit seinem katastrophalen Iran-Krieg jetzt nachgeholt. In einem anderen Punkt ging Bin Ladens Rechnung allerdings nicht auf: Er wollte aus seiner extremen Weltanschauung heraus Muslime triumphieren lassen. Ein fataler Irrtum. Er erreichte das Gegenteil. Jetzt ist es so, dass man mit Migrantenhass Wahlen gewinnt. Trump ist da das beste Beispiel. Allerdings: Extremismus ist keine Antwort auf Extremismus; das ist vor allem ein Nährboden dafür…

"Der Krieg gegen den Terror, den ursprünglich Präsident George W. Bush ausgerufen hatte, hatte dramatische Folgen", ist auch De Morgen überzeugt. Der Nahe Osten wurde nachhaltig destabilisiert. Der Irak-Krieg brachte den IS hervor; und das Chaos gab dem Iran den Raum, um seine Tentakel in der ganzen Region auszustrecken. Eben diesen Iran hat Donald Trump jetzt angegriffen. In der Folge wurde die Straße von Hormus blockiert, die Trump jetzt nach inzwischen bekannter Manier in "Trump-Straße" umbenennen will. Auch weil der Krieg nicht so läuft wie erhofft, werden innenpolitisch derweil die Schrauben noch weiter angezogen. Trump beschuldigt die Demokraten, die Vereinigten Staaten in eine "sozialistische Hölle" verwandeln zu wollen. Inzwischen droht eine Hexenjagd nach dem Vorbild des McCarthyismus, der Säuberung von angeblichen Kommunisten. "Freedom Tower" heißt das Gebäude, das an der Stelle des World Trade Centers errichtet wurde: Turm der Freiheit. Wenn die Amerikaner nicht aufpassen, dann wird daraus vielleicht bald der neueste "Trump Tower".

Schwieriger Start ins neue politische Jahr

"Das neue politische Jahr fängt ja gut an", konstatiert sarkastisch Gazet van Antwerpen. Nicht nur in den USA, wo Präsident Trump ja den Wählern 5.000 Dollar pro Nase versprochen hat, wenn seine Republikaner die Zwischenwahlen gewinnen. Die belgische Innenpolitik gibt in diesen Tagen aber kein wesentlich glücklicheres Bild ab. Aus der Arizona-Koalition hört man -mal wieder- alles und sein Gegenteil: Die MR ist gegen eine Mehrwertsteuererhöhung; Vooruit sagt wieder "Hände weg vom Index"; die N-VA wehrt sich gegen eine Beschneidung der Rüstungsausgaben; die CD&V stellt sich vor die Firmenwagen; und Les Engagés wollen eine Reichensteuer. Das sind die denkbar schlechtesten Vorzeichen für die anstehenden Haushaltsverhandlungen. Die Wähler haben längst die Nase voll von derlei Muskelspielchen. Sie wollen Taten sehen. Wenn das politische Jahr schon so anfängt, dann will man gar nicht wissen, wie es endet…

Roger Pint

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