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Die Presseschau von Donnerstag, dem 3. September 2026

03.09.202608:30
Ein ukrainisches Flugzeug am Flughafen von Leipzig. Daneben wurde eine Drohne entdeckt
Das ukrainische Flugzeug, neben dem die Drohne entdeckt wurde (Bild: News5/AFP)

Die russischen Sabotageakte in Europa beziehungsweise die Reaktionen darauf sind weiter ein wichtiges Thema für Titelseiten und Leitartikel. In diesem Zusammenhang wird auch Indien ins Spiel gebracht. Außerdem geht es auch wieder um die Drogengewalt und die anstehenden Haushaltsgespräche.

"'Gefahren, die von Russland ausgehen, sind eindeutig' – Russland droht massives Sanktionspaket, nach Anschlagsversuch mit Sprengstoffdrohne in Leipzig reagiert die EU", titelt das GrenzEcho. "Gescheiterter Anschlag in Leipzig: Hat Putin die rote Linie überschritten?", fragen die Zeitungen der Sudinfo-Gruppe. "Die Geheimdienste planen die Sabotage, Kriminelle führen sie aus", so Het Belang van Limburg. "Russische Sabotage: Europa bereitet seine Antwort vor", schreibt Le Soir auf Seite eins. "Die Schließung des Russischen Hauses in Berlin, ein sehr symbolischer Gegenschlag", liest man bei La Libre Belgique.

Irgendwann kann die Realität nicht länger geleugnet werden, hebt Het Nieuwsblad in seinem Leitartikel hervor: Europäische Länder haben sehr lange vermieden, Russland öffentlich verantwortlich zu machen für die immer zahlreicheren Sabotageakte. Nun hat Deutschland aber genau das getan. Und es war wirklich höchste Zeit. Denn deutliche Hinweise, dass das Putin-Regime dahintersteckt, gab es auch schon bei zahlreichen früheren Angriffen beziehungsweise versuchten Angriffen überall auf dem Kontinent. Die in Leipzig gefundenen Drohnen waren voller russischer Bauteile, was Leugnen schwierig macht – was die Russen aber natürlich nicht davon abhält, es trotzdem zu tun. Je schlechter der Angriffskrieg gegen die Ukraine für den Kreml läuft, desto aggressiver und direkter werden seine Aktionen auf anderen Schlachtfeldern. Das musste endlich klar und deutlich benannt werden. Natürlich wird die deutsche Reaktion die Russen nicht aufhalten, Putin wird einfach lachen. Aber sie können die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung stärken. Und die Überzeugung, dass der tollwütige russische Bär in der Ukraine gestoppt werden muss. Der Bär, der schon jetzt seine Klauen nach Europa ausstreckt, erinnert Het Nieuwsblad.

Putin ist nicht zu trauen

Während sich die Russen nach außen hin mal wieder gesprächsbereit gaben, drückte Putin in Deutschland auf den Eskalationsknopf, hebt Het Laatste Nieuws hervor. Wie soll man denn bitte mit einem kriegssüchtigen Diktator sprechen, der bewaffnete Drohnen gegen einen EU- und Nato-Staat einsetzt? Außenminister Maxime Prévot hat Recht, wenn er sagt, dass "hybride Kriegsführung" nicht zu einem Euphemismus werden darf für Aggression. Er spricht stattdessen von einem "feindseligen Akt". Was gleichzeitig alles und nichts sagt. Es ist an der Zeit, das Kind beim Namen zu nennen: Wenn Russland hinter all diesen Angriffen steckt, ist das keine hybride Bedrohung mehr, mit der Putin die Entschlossenheit der Europäer testen und sie einschüchtern will. Das ist ein Casus Belli, ein Kriegsfall, findet Het Laatste Nieuws.

Schon seit Jahren zerbricht sich Europa den Kopf, wie es der hybriden Bedrohung aus Moskau begegnen soll, führt De Tijd aus: Dabei schwankt es zwischen der Notwendigkeit, hart zurückzuschlagen, und dem Versuch, eine offene gewaltsame Auseinandersetzung zu vermeiden. Die deutsche Regierung hat nun angekündigt, dass Russland sein Generalkonsulat in Bonn schließen muss und ein Kulturzentrum in Berlin. Solche Nadelstiche werden bei Putin nichts bewirken. Es ist essenziell, dass Europa die russische Bedrohung entschlossen bekämpft. Aber es muss auch auf diplomatische Kontakte mit Moskau setzen. Wobei Putin nicht zu trauen ist. Niemand in Europa hat vergessen, wie er 2022 log, um seine großangelegte Invasion der Ukraine voranzutreiben, unterstreicht De Tijd.

De Standaard greift im Zusammenhang mit Russland die belgische Handelsmission nach Indien auf: Indien ist ein Land, das in der Vergangenheit militärisch extrem eng mit den Russen zusammengearbeitet hat. Außerdem kauft Modi Putin große Mengen billigen Kunstdünger und Öl ab und füllt damit dessen Kriegskasse. Gleichzeitig will Indien aber auch, dass seine Rolle als vollwertige Großmacht formalisiert wird in internationalen Gremien – und dafür kann es die Europäer sehr gut brauchen. Indien muss also verstehen, dass Freundschaft mit Europa und Kollaboration mit Russland nur schwer zu vereinen sind. Das Land könnte auch viel mehr tun, um mit seinem politischen und wirtschaftlichen Gewicht die russische Aggression zu bremsen, fordert De Standaard.

Jeder Drogenkonsument ist mitverantwortlich

Ganz anderes Thema bei De Morgen: Es ist ein schwacher Trost für die Brüsseler, wenn sie nun in den Niederlanden sehen, dass die Drogengewalt durchaus noch extremer werden kann. Dutzende schwerbewaffnete Kriminelle, die nachts einen Drogenboss jagen. Overasselt illustriert, was passiert, wenn der Gewalt kein Einhalt geboten wird. Innenminister Bernard Quintin verweist auch zu Recht auf die Verantwortung, die jeder einzelne Drogenkonsument trägt. Denn jeder Kauf von illegalen Rauschmitteln finanziert die Verbrechernetzwerke und befeuert damit die Gewalt auf den Straßen. Wobei die Vorstellung natürlich illusorisch ist, Drogen komplett aus der Gesellschaft verbannen zu können. Und Belgien mit seinem schon jetzt völlig überlasteten Justizapparat hat sowieso nicht die Mittel, um Konsumenten massiv zu kontrollieren und zu bestrafen. Die vorhandenen Mittel sollten lieber verwendet werden, um die dicken Fische zu fangen, meint De Morgen.

Der Mount Everest wartet

Und apropos Mittel: Die Arizona bereitet sich auf das Ersteigen des Mount Everest vor, kommentieren die Zeitungen der Sudinfo-Gruppe. Ein Gipfel, der nicht 8.848 Meter hoch ist, sondern zehn Milliarden Euro. Dabei wird die föderale Regierungsmannschaft aber nicht nur mit ideologischen Problemen zu kämpfen haben, sondern vor allem auch mit den allmächtigen Partikratien. Denn die, die am Tisch sitzen und verhandeln, sind nicht immer die, die auch tatsächlich entscheiden. Hinter jedem Vizepremier steht ein Parteipräsident, der potenzielle Kompromisse torpedieren kann. Natürlich ist es unmöglich, dieses System zwei Wochen vor dem Haushaltskonklave kurzfristig zu ändern. Aber warum keine Lehren ziehen für die Bildung der nächsten Regierungen? Die Parteivorsitzenden der Koalitionspartner müssten Teil der Regierung sein, direkt miteinander verhandeln und sich so ihrer Verantwortung stellen, so Sudinfo.

Boris Schmidt

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