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Die Presseschau von Montag dem 17. August 2026

17.08.202609:06
Feuerwehrleute vor Einsatzfahrzeugen
Bild: Christophe Ramjoie/BRF

Der Großbrand im Hohen Venn ist das beherrschende Thema auf den Titelseiten und in den Leitartikeln der Zeitungen. Die Kommentatoren bedauern die Vernichtung des einzigartigen Naturraums, freuen sich über die Solidarität bei der Hilfe und fordern politische Entscheidungen, um auf künftige Brände besser vorbereitet zu sein.

"Der schlimmste Brand in der Geschichte Belgiens", titeln sowohl L'Avenir als auch La Dernière Heure. "Das Herz des Hohen Venns ist verbrannt", so die Schlagzeile von De Standaard. "Löscharbeiten werden noch Tage dauern", heißt es im Aufmacher von Het Laatste Nieuws.

Der Großbrand im Hohen Venn bestimmt nicht nur die Titelseiten der Zeitungen, sondern wird auch in fast allen Leitartikeln aufgegriffen.

Le Soir stellt fest: Natur großflächig in Flammen, zerstörte Landschaften, Menschen, die ihre Häuser verlassen müssen, Feuerwehrleute am Ende ihrer Kräfte – diese Bilder hatten wir Ende Juli beim Brand in der Gironde gesehen. Jetzt erleben wir sie bei uns. Innerhalb von wenigen Tagen ist das Hohe Venn "unsere Gironde" geworden. Dieser für Belgien historische Brand sollte ein Weckruf für uns sein, mahnt Le Soir.

Katastrophe war vorhersehbar

De Standaard bedauert: Der naturbelassenste Teil von Belgien und einer der wenigen grandiosen, skandinavisch anmutenden Landstriche, die wir haben, sind zu Asche verbrannt. Was für eine Tragödie! Das Schlimme ist, dass die Katastrophe absehbar war. Und es ist unverständlich, dass das Feuer am Sonntagabend nach 48 Stunden noch immer nicht gestoppt werden konnte. Beide Tatsachen führen uns die neue brutale Realität vor Augen, vor die wir aufgrund des Klimawandels gestellt werden. Mehr als 20 Jahre hatten wir Zeit, uns darauf vorzubereiten. Geschehen ist fast nichts. Wird jetzt einer unserer zahlreichen Klimaminister endlich etwas tun?, fragt De Standaard.

Ähnlich kommentiert Het Laatste Nieuws: Hätten wir den größten Naturband unserer jüngeren Geschichte – nur 1911 gab es einen größeren – voraussehen können? Die ehrliche Antwort ist: Ja. Der Sommer mit seiner extremen Hitze und Trockenheit hatte alles perfekt vorbereitet. Klimaexperten warnen seit Jahren, dass Brände in der Natur nicht auf Südeuropa begrenzt bleiben. Doch niemand wollte die Warnung hören, auch nicht unsere Politiker. Das Hohe Venn bezahlt jetzt den Preis dafür, bedauert Het Laatste Nieuws.

Europäische Solidarität

Das GrenzEcho hält fest: Was im Hohen Venn geschieht, ist eine ökologische Katastrophe. Die Folgen für Tiere und Pflanzen sind noch gar nicht absehbar. Die Katastrophe zeigt aber auch eine andere Seite. Die Flammen machen weder vor Sprachgemeinschaften noch vor Staatsgrenzen halt. Die Hilfe zum Glück ebenso wenig. Feuerwehrleute aus zahlreichen Hilfeleistungszonen und den Nachbarländern kämpfen gegen die Flammen. Hubschrauber aus dem Ausland, Armee, Zivilschutz und Polizei sind im Einsatz. Landwirte fahren Wasser ins betroffene Gebiet, Bürger bieten Unterkünfte, Lebensmittel und Material an. Es zeigt sich, worauf es ankommt: Zusammenarbeit, freut sich das GrenzEcho.

Auch La Libre Belgique meint: Ohne Wenn und Aber muss man den Einsatz der Feuerwehrleute, der Landwirte, der Sicherheitskräfte aus Belgien und Deutschland und mittlerweile auch anderer europäischer Länder begrüßen. Diese europäische Solidarität ist beruhigend, aber sie ist auch ein Alarmsignal, denn sie zeigt: Alleine hätten wir es nicht geschafft. Belgien ist auf große Naturbrände nicht vorbereitet. Das war bekannt, aber getan hat sich nichts. Es bleibt zu hoffen, dass die Lehren aus den Bränden des Hohen Venns gezogen werden und Belgien beim nächsten Großbrand besser gerüstet ist, wünscht sich La Libre Belgique.

Jetzt muss gehandelt werden

L'Avenir behauptet: Angesichts des größten Brandes, den es jemals in Belgien gegeben hat, würden die Belgier von ihren Politikern gerne hören, was diese Katastrophe bedeutet. Nämlich, dass eine Zeit begonnen hat, in der die Ausnahme die Regel wird. Denn wenn der Brand im Hohen Venn diese großen Ausmaße annehmen konnte, liegt das nicht nur am Wind, der geweht hat. Man kann weiter das Thermometer betrachten, das immer weiter nach oben steigt, den Klimatologen zuhören, die die Alarmglocke läuten, und auf den nächsten Brand warten, um die Löschfahrzeuge wieder loszuschicken. Man könnte Belgien aber auch auf die nächste Katastrophe vorbereiten, um nicht improvisieren zu müssen und auf internationale Solidarität angewiesen zu sein, rät L'Avenir.

Auch Het Nieuwsblad ist der Auffassung: Es muss etwas getan werden. Die Folgen des Klimawandels treffen uns mit aller Härte. Hitzewelle nach Hitzewelle, große Trockenheit und die Gefahr von Bränden sind eine ähnlich große Bedrohung wie Russland oder China. Die Herausforderungen, vor die uns das stellt, sind keine Angelegenheit von links oder rechts. Ideologische Schranken sind hinderlich, um die passende Antwort auf die Lehren dieses Sommers zu finden. Wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen und den Klimawandel ebenso ernst nehmen, wie unsere militärische Verteidigungsfähigkeit, dann wird jeder Brand gelöscht werden können, gibt sich Het Nieuwsblad optimistisch.

Kay Wagner

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