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Die Presseschau von Donnerstag, dem 13. August 2026

13.08.202608:58
Partielle Sonnenfinsternis
Partielle Sonnenfinsternis (Illustrationsbild: Nadeem Khawer/EPA)

Die Sonnenfinsternis sorgt auch heute noch für Begeisterung. Die Leitartikler beschäftigen sich außerdem mit der Klimakrise, den Folgen der Indexdeckelung und dem zunehmenden Fluglärm rund um den Brussels Airport.

"Magisch", titelt Het Laatste Nieuws. "Ein grandioses Himmelsschauspiel", schreibt L'Avenir auf Seite eins. "Ein unvergessliches Ereignis", so die Schlagzeile von Le Soir.

Auf vielen Titelseiten sieht man Menschen mit SoFi-Brillen, die fasziniert die Sonnenfinsternis beobachten. Zwar war die "nur" partiell, aber die Sonnenscheibe wurde doch zu 90 Prozent verdeckt. Aber auch das Bild der Sonne mit einem schwarzen Kern und einem gelb leuchtenden Kranz, das viele Zeitungen abdrucken, ist schon beeindruckend. "Alle waren sie verrückt nach der Sonnenfinsternis", schreibt Het Nieuwsblad. De Standaard wird fast schon philosophisch: "Alle schauten in dieselbe Richtung; das hat doch was Romantisches", meint das Blatt.

Ein kosmisches Ereignis, das uns auf den Boden bringt

"Gestern Abend haben wir zu Millionen in dieselbe Richtung geschaut", konstatiert auch La Dernière Heure in ihrem Leitartikel. Einige Minuten lang wurde unsere Welt in eine unwirkliche Dämmerung getaucht. Ein kosmisches Spektakel, geheimnisvoll, grandios, gemeinschaftlich und… gratis. Aber warum fasziniert uns ein simpler Schatten auf der Sonnenscheibe so sehr? Nun vielleicht, weil es uns noch einmal an unseren Platz setzt, uns daran erinnert, dass wir letztlich nur Passagiere sind, die auf einem kleinen Erdball durch den Weltraum reisen. Wir, die wir die Dampfmaschine erfunden haben, die wir Roboter auf den Mars geschickt haben, die wir die Kernfusion gezähmt und schließlich sogar Künstliche Intelligenz erschaffen haben, wir wurden durch den simplen Halbschatten gestern Abend mit einem Mal auf den Boden zurückgeholt: Das Ereignis hat unsere Demut erweckt, unsere Urängste, unsere kindliche Begeisterung, und manchmal auch unseren Geschäftssinn. Vom ganz Großen zum ganz Kleinen ist es manchmal nur ein kurzer Schritt…

Klimakrise: Es gibt keinen Plan

De Morgen bleibt seinerseits auf der Erde und beschäftigt sich einmal mehr mit dem globalen Klima. Dieser Sommer mit seinen tausenden Hitzetoten und den unzähligen Hektar verbrannter Natur lässt auch die letzten Illusionen in Rauch aufgehen, meint das Blatt. Zum Beispiel die, wonach die Klimakrise Europa wohl weitgehend verschonen dürfte. Spätestens jetzt wurden all die falschen Klimamärchen ad absurdum geführt, die bislang im Raum standen. Jahrzehntelang wurde das Problem erst völlig ignoriert, dann konsequent kleingeredet. Oder es wurden Nebelkerzen gezündet. Jüngstes Beispiel: Jetzt sollen die Klimaaktivisten schuld daran sein, dass unsere Gesellschaften nur unzureichend auf die Klimaerwärmung vorbereitet sind. Also: Die Greta Thunbergs dieser Welt sollen die Menschen massiv davon abgehalten haben, Klimaanlagen zu installieren. Das ist so absurd, dass es schon lächerlich ist. Mit solch aberwitzigen Thesen soll doch nur von der bitteren Wahrheit abgelenkt werden, die da lautet: Die Politik hat versagt. Es gibt keinen Plan. Im Zweifel nimmt man Hitzetote einfach in Kauf.

Indexdeckelung trifft vor allem Pensionen

Einige Zeitungen beschäftigen sich mit den Auswirkungen der bedingten Indexdeckelung. Demnach werden ja die Löhne und Sozialleistungen ab einer gewissen Schwelle nicht mehr angehoben.

"Und wer zahlt die Zeche?", fragt rhetorisch La Capitale. Sind es die Unternehmen? Oder vielleicht die Arbeitnehmer? Nein! Es sind die Pensionierten. Genau das hat jetzt eine Studie des Monitoring-Komitees ergeben. Demnach werden auf Dauer 80 Prozent der Einsparungen, die durch die Indexdeckelung erzielt werden, aus den Pensionen kommen. Und der Löwenanteil entfällt dabei auf die Beamtenpensionen, die zwei Drittel der Last tragen müssen. "Eine schreiende Ungerechtigkeit", poltern da die Gewerkschaften. Mal schauen, ob die Justiz das genauso sieht.

"Dass die Indexdeckelung vor allem die Beamtenpensionen trifft, das kann sich als kontraproduktiv erweisen", meint seinerseits Het Nieuwsblad. Zugegeben: Beamte zu verteidigen, das ist nicht immer populär. Und, ja, einige Beamtenstatute bieten nach wie vor Schlupflöcher, die längst nicht mehr zeitgemäß sind. Dennoch: Ohne Beamte kann unsere Gesellschaft auch nicht funktionieren. Und nicht vergessen: Die vergleichsweise hohen Beamtenpensionen werden häufig damit gerechtfertigt, dass Beamte eben kein Recht auf außertarifliche Leistungen haben, allen voran auf einen Firmenwagen. Heißt: Wer diesen Ausgleich allzu sehr beschneidet, der treibt motiviertes Personal in den Privatsektor. Und insbesondere für das Unterrichtswesen mit seinem notorischen Lehrermangel wäre das wohl keine wünschenswerte Perspektive.

Fluglärm: Eine unmögliche Gleichung

In und vor allem rund um Brüssel schwelt derweil ein neuer Streit um den Fluglärm am Brussels Airport. "In dieser Woche wurde ein trauriger Rekord geknackt", konstatiert De Tijd in ihrem Kommentar. Am vergangenen Dienstag sind 308 Flugzeuge über den Brüsseler Nordrand geflogen, um in Zaventem zu landen. Das ist im Durchschnitt ein Flugzeug alle fünf Minuten. Hauptgrund für diese Häufung ist, dass man sich immer öfter für satellitengesteuerte Routen entscheidet, weil die als sicherer gelten. Für die Anwohner ist dieser Zustand allerdings unhaltbar. Das kann und darf nicht so bleiben!

"Doch ist die Problematik um den Fluglärm im Großraum Brüssel seit Jahrzehnten eine unmögliche Gleichung", gibt De Standaard sinngemäß zu bedenken. Jeder nimmt schon mal einen Flieger; wir alle sind letztlich Teil des Problems. Der Standort des Brussels Airport mitten im dicht besiedelten Raum ist ein historischer Fehler, das weiß man längst. Und da wird man auf Dauer schwierige Abwägungen vornehmen müssen, bei denen wirtschaftliche Folgen und insbesondere Arbeitsplätze auch nicht mehr das einzige Argument sein dürfen. Denn auf der anderen Seite geht es um die Gesundheit von Zehntausenden Menschen. Nicht vergessen: Eine erholsame Nachtruhe ist Gold wert...

Roger Pint

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