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Die Presseschau von Dienstag, dem 11. August 2026

11.08.202609:03
Ein ukrainischer Feuerwehrmann löscht einen Brand in einem Wohnhaus nach einem Raketenangriff in Kiew
Löscharbeiten nach einem Raketenangriff in Kiew (Bild: Anatolii Stepanov/AFP)

Die Leitartikler analysieren die wieder gesunkenen Chancen auf Frieden in der Ukraine und in Gaza, freuen sich über die Beteiligung eines belgischen Unternehmens am neuen EU-Weltraumprojekt, warnen vor Technologie „Made in China“ und überlegen, ob Flexi-Jobber auch als Busfahrer eingesetzt werden sollten.

„Russland und Ukraine liefern sich intensive Drohnenschlacht“, titelt Le Soir „Sie kommen aus allen Himmelsrichtungen, um für Putin zu kämpfen“, heißt es im Aufmacher von De Morgen. „Israelische Rüstungsindustrie verdient Geld mit Waffen, die im realen Kampfeinsatz getestet wurden“, berichtet De Tijd auf Seite eins.

Auch einige Leitartikler beschäftigen sich mit den Kriegen in der Ukraine und in Nahost.

De Standaard analysiert zum Krieg in der Ukraine: Seitdem US-Präsident Trump mit dem Krieg im Iran beschäftigt ist, ist es ruhig geworden um Friedensbemühungen in der Ukraine. Dieser Frieden schien vor Monaten fast schon zum Greifen nah, ist jetzt aber wieder in weite Ferne gerückt. Unterdessen bestimmen nicht mehr die Kämpfe an der Front die Schlagzeilen, sondern die gegenseitigen Angriffe aufeinander tief im Feindesland. Infrastruktur, Ölraffinerien, zivile Ziele werden mit Drohnen oder Raketen beschossen. Und wenn sich nichts tut, könnte das jahrelang so weitergehen. Europa sollte das nicht zulassen. Allein schon aus Respekt vor dem Leben der vielen unschuldigen Zivilisten, die bei diesem Krieg getötet werden, mahnt De Standaard.

Bloß keine Blöße geben

La Libre Belgique beobachtet zum Konflikt in Gaza: Der Friedensplan von US-Präsident Trump droht gerade zu Scheitern. Denn zwar haben beide Kriegsparteien – die palästinensische Hamas und Israel – grundsätzlich die Bedingungen des Friedensplans akzeptiert. Aber beide fordern einen anderen zeitlichen Ablauf. Die Hamas möchte ihre Waffen erst dann nach und nach abgeben, wenn Israel mit dem Abzug seiner Soldaten aus Gaza bereits begonnen hat. Israels Premierminister Netanjahu fordert das Gegenteil, nämlich zunächst die Abgabe der Waffen der Hamas. Erst dann könne der Rückzug der israelischen Soldaten beginnen. Kurz vor den Wahlen in Israel will Netanjahu sich keine Blöße geben, keine Schwäche zeigen gegenüber dem Feind, zumal seine rechtsextremen Koalitionspartner am liebsten weiter Krieg führen würden. Auf diese Weise bleibt jeder Fortschritt in Gaza blockiert, bedauert La Libre Belgique.

Die Wirtschaftszeitung L’Echo notiert zur Beteiligung des belgischen Unternehmens Aerospacelab an der Entwicklung des neuen europäischen Satellitenprogramms Iris 2: Völlig überraschend ist es nicht, dass ein belgisches Unternehmen in einer Führungsrolle zusammen mit anderen europäischen Riesen der Raumfahrtindustrie an dem Projekt beteiligt ist. Belgiens Engagement in der europäischen Raumfahrtagentur Esa ist seit Jahren groß. Unsere Entscheidungsträger sind nie müde geworden daran zu erinnern, dass jeder in Esa investierte Euro sich dreifach auszahlt. Nämlich durch Aufträge an belgische Unternehmen. Der Vertrag, den Aerospacelab jetzt von der EU bekommen hat, ist fast der perfekte Beweis dafür, jubelt L’Echo.

Von der Kohlegrube bis zum Weltall

Le Soir stellt zum gleichen Thema fest: Es war ein langer Weg für die wallonische Industrie, von der Kohlegrube hin bis zum Weltall. Aber jetzt scheint die Wandlung geklappt zu haben. Wallonische Unternehmen sind am Großprojekt der EU beteiligt, auch im Weltraum unabhängig zu werden von anderen Großmächten. Aerospacelab wird auf Augenhöhe mit Unternehmen wie Airbus oder Thales an der Entwicklung von Telekommunikations- und Beobachtungssatelliten beteiligt sein. Das ist durchaus ein Grund, sich mal so richtig zu freuen – auch für uns sonst immer so selbstkritische Belgier, meint Le Soir.

Het Laatste Nieuws berichtet, dass Spitzenkräfte des belgischen Militärs mit Autos fahren, die komplett in China gebaut worden sind. Sicherheitsexperten sehen darin eine Möglichkeit für China zur Spionage. Dazu kommentiert die Zeitung: Wie kann man nur so naiv beim Militär sein, um Autos „Made in China“ zu fahren? Wenn Politiker oder Journalisten nach China reisen, benutzen sie längst nur noch Einweghandys, weil sie wissen, dass sie in China ausspioniert werden. Und nur, weil auf dem Auto das Logo einer französischen Marke prangt, ist das Auto noch längst nicht „Made in France“. Alles, was mit Technologie zu tun hat und aus China kommt, bleibt potenziell gefährlich für jeden von uns. Da darf man sich absolut nichts vormachen. China ist fest in der Hand eines autoritären Regimes mit einer expliziten Spionageagenda, erinnert Het Laatste Nieuws.

Sicherheit als oberste Priorität

Gazet van Antwerpern bemerkt zur Idee von Flanderns Verkehrsministerin Annick De Ridder, Flexi-Jobber beim flämischen öffentlichen Nahverkehrsbetrieb De Lijn einzusetzen: Bei dieser Idee gibt es natürlich unterschiedliche Aspekte zu berücksichtigen. Der wichtigste aber ist, wie gut Flexi-Jobber für die Sicherheit der Fahrgäste sein können. Busfahrer ist ein verantwortungsvoller Job, für den man Erfahrung braucht. Bei der Sicherheit der Fahrgäste darf auf keinen Fall gespart werden, fordert Gazet van Antwerpen.

Kay Wagner

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