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Die Presseschau von Montag, dem 10. August 2026

10.08.202609:16
Trinkwasser
Illustrationsbild: © Towfiq007/YAYMicro/PantherMedia

Die Leitartikel beschäftigen sich mit dem Wert von Wasser und Natur angesichts der immer heißer und trockener werdenden Sommer. Außerdem kommentieren sie die Chancen von älteren Arbeitnehmern auf dem Arbeitsmarkt, den KI-Siegeszug in der Arbeitswelt und den Auftritt von Pommelien Thijs auf dem Musikfestival in Ronquières.

„Brunnen darf man nicht einfach bohren“, titelt L’Avenir. „Jedes Jahr strömt ungereinigtes Abfallwasser von 400.000 Menschen in unsere Flüsse“, so der Aufmacht von De Standaard. „Von Fischen bis zu Vögeln: So wirkt sich die Trockenheit auf Tiere aus“, notiert De Morgen auf Seite eins.
Themen rund um Trockenheit, Wasser und Natur beschäftigen einige Zeitungen angesichts der weiter hohen Temperaturen und des ausbleibenden Regens auch in ihren Leitartikeln.

L’Avenir erinnert daran: Die Verfügbarkeit von Wasser ist bei uns nie ein Problem gewesen. Wasser, das war und ist immer vorhanden. Jederzeit können wir den Wasserhahn aufdrehen und uns daran bedienen. Und anders als Erdöl ist Wasser eine natürliche Ressource, die sich immer wieder erneuert. Langsam fangen wir allerdings an zu verstehen, warum Wasser auch manchmal blaues Gold genannt wird. Denn wenn Wasser selten wird, wie zurzeit in der Natur, dann merken wir erst, wie wertvoll es ist. Dieses Bewusstsein müssen wir in Zukunft weiter schärfen. Wir müssen lernen, weniger Wasser zu verbrauchen, um der Natur die Möglichkeit zu geben, sich zu regenerieren, mahnt L’Avenir.

Oberflächen entsiegeln, Bäume pflanzen

De Standaard beschäftigt sich mit Wasser zunächst aus einer anderen Perspektive: Zwei Wochen, schreibt die Zeitung, nachdem die flämische Regierung das Baden in offenen Gewässern ab nächstem Sommer überall genehmigt hat, folgt jetzt die Nachricht, dass viel mehr ungereinigtes Abwasser in diese offenen Gewässer gelangt als bislang gedacht. Denn wenn es stark regnet, können unsere Abwasserrohre nicht mehr alles Wasser ableiten. Dreckiges Wasser aus Industrie und Haushalten gelangt dann in offene Gewässer und verschmutzt sie zusätzlich. Natürlich kann man jetzt daran gehen, die Abwassersysteme zu sanieren – was lange dauern und sehr kostspielig sein wird. Einfacher ist es, stärker als bislang Oberflächen wieder zu entsiegeln, damit das Regenwasser direkt in den Boden sickern kann. Sowohl Natur als auch Mensch würden davon profitieren, betont De Standaard.

Gazet van Antwerpen freut sich über die Eröffnung des ersten Ringparks am Rand von Antwerpen und führt aus: Der aktuelle Sommer zeigt noch einmal, wie dringend solche Grünanlagen gebraucht werden. Wenn die Sommer immer heißer und trockener werden, müssen auch unsere Städte grüner werden. Paris macht es vor: Dort sollen 20.000 Bäume gepflanzt und 145 Hektar Fläche in Grünanlagen umgewandelt werden – als Reaktion auf die neuen klimatischen Bedingungen. Solch ein Mega-Projekt sollte Vorbild für die Städte auch bei uns sein. Mehr Natur in Städten: das ist keine Frage mehr der politischen Überzeugung, von rechts oder links, sondern eine Frage, bei der es um die Zukunft geht. Wollen wir künftig noch in unseren Städten wohnen und atmen können, oder nicht? Die Antwort sollte klar sein, glaubt Gazet van Antwerpen.

Künstliche Intelligenz als Spiegel

Het Belang van Limburg stellt mit Blick auf den Arbeitsmarkt fest: Ältere Menschen ab etwa 55 Jahren haben es weiterhin schwer, eine neue Arbeit zu finden. In Zeiten, in denen unsere Regierung von uns zu Recht fordert, länger zu arbeiten, muss sich das ändern. Unternehmen und ihre Personalabteilungen müssen umdenken. Ältere Menschen sind – anders als das Klischee es behauptet – nicht per se nur teurer, weniger flexibel und digital wenig auf der Höhe der Zeit. Oft bringen sie Werte mit, die junge Mitarbeiter nicht haben können: Erfahrung, Menschenkenntnisse, berufliches Können und Stabilität. Das sind wertvolle Eigenschaften. Unsere Arbeitgeber sollten das zu ihrem eigenen Wohl erkennen, wünscht sich Het Belang van Limburg.

Le Soir kommentiert zum Siegeszug der Künstlichen Intelligenz in der Arbeitswelt: Es wird darauf ankommen, wie wir KI bei der Organisation der Arbeit einsetzen, ob sie zum Fluch oder Segen wird. Wenn wir sie intelligent einsetzen, kann sie tatsächlich ein Segen werden. Sie kann uns zeigen, welche Dinge man besser machen kann. Sie kann Aufgaben übernehmen, die reine Routinearbeiten sind und wo eigenständiges Denken und Entscheiden nicht nötig sind. KI wirkt wie ein Spiegel, der uns zeigt, wie wir zurzeit arbeiten. Und wir können dann entscheiden, ob wir etwas ändern wollen oder nicht, meint Le Soir.

Aufgabe für die Frankophonen

Het Laatste Nieuws stellt zum Auftritt der flämischen Sängerin Pommelien Thijs auf dem Musikfestival von Ronquières fest: Das war ein bahnbrechendes Ereignis! Erstmals hat eine flämische Sängerin auf dem Festival in Niederländisch gesungen. Überhaupt war es das erste Mal für unsere Pommelien, dass sie in der Wallonie aufgetreten ist. Und das bleibt doch irgendwie unbegreiflich. Sobald ein flämischer Künstler auf Französisch oder gar Englisch singt, hat er eine Chance in der Wallonie. Sonst nicht. Andersherum jubeln auch Flamen einer Angèle oder einem Stromae ohne jegliches Problem zu. Es wird wirklich Zeit, dass sich das ändert und diese unsägliche Sprachgrenze in unserem Land auch von den Frankophonen überwunden wird, fordert Het Laatste Nieuws.

Kay Wagner

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