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Die Presseschau von Freitag, dem 31. Juli 2026

31.07.202608:57
Fifa-Präsident Gianni Infantino (Archivbild: Odd Andersen/AFP)
Fifa-Präsident Gianni Infantino (Archivbild: Odd Andersen/AFP)

Die Pläne von Fifa-Boss Gianni Infantino, die Fußball-Weltmeisterschaft zum Teil an private Investoren zu verkaufen, sorgen für viel Wirbel – auch in den Leitartikeln. Die Übersterblichkeit während der Hitzewelle Ende Juni und diverse Geld-Themen sind aber ebenfalls aktuell.

"Wenn Privat-Investoren bei der Fifa das Sagen bekommen, boykottieren alle EU-Länder die Weltmeisterschaft", fasst De Standaard das Ergebnis eines Uefa-Treffens gestern zusammen. "Alle europäischen Länder stehen hinter WM-Boykott, falls Infantino durchzieht", schreibt Het Laatste Nieuws. "Keine europäischen Teams bei der WM, falls Infantino Verkauf durchdrückt", formuliert es Het Belang van Limburg ähnlich. "Die Uefa ist bereit, die Weltmeisterschaft zu boykottieren, der belgische Verband unterstützt das", hebt La Dernière Heure hervor. "Streit der Verbände: Findet die WM 2030 ohne Rote Teufel statt?", fragt schon das GrenzEcho.

Auf Biegen und Brechen

Für den Weltfußballverband Fifa geht es auf Biegen und Brechen, im wahrsten Sinne des Wortes, hält De Standaard in seinem Leitartikel fest. Denn es ist nicht mehr länger unvorstellbar, dass die internationale Fußballwelt in zwei Lager zerfällt. Die Uefa-Bonzen sind schlau zu Werke gegangen: Eine Weltmeisterschaft ohne Frankreich, Spanien, England oder Deutschland wäre natürlich keine WM mehr. Was den Wert der Veranstaltung abstürzen lassen würde – und Infantinos Produkt damit deutlich weniger attraktiv machen würde. Der harte Widerstand des europäischen Verbands ist gerechtfertigt, Infantinos Pläne sind in jederlei Hinsicht schamlos. Sie sind ein durchsichtiger Versuch, sich noch enger mit US-Präsident Donald Trump zu verbandeln, indem der Clan seines Schwiegersohns Jared Kushner ins Boot geholt werden soll. Außerdem geht es offensichtlich darum, noch mehr Geld rauszuschlagen. Und schließlich verrät Infantino die Kernprinzipien des Sports. Der Fußballwelt stehen spannende Wochen und Jahre bevor, prophezeit De Standaard.

Die Politik schweigt

Het Laatste Nieuws kommt zurück auf die verheerende Hitzewelle Ende Juni: Als diese Woche bekannt wurde, dass Belgien die höchste Übersterblichkeit hatte, blieb es aus der Politik erschreckend still. Warum? Weil Lösungen und Anpassungen Hunderte Millionen Euro pro Jahr kosten würden. Und Geld ist bekanntermaßen noch schwerer zu finden als ein frischer Platz im Schatten in diesem Sommer. Es besteht kein Zweifel daran, dass wir uns an den Klimawandel anpassen müssen. Und das wird teuer werden. 1,6 Milliarden Euro pro Jahr laut einer Studie. Wir haben auch keine Wahl, jeder, der etwas anderes behauptet, belügt sich selbst. Das föderale Planbüro hat schon gewarnt, dass Belgien wegen des Klimawandels fünf Prozent seines Bruttoinlandsprodukts zu verlieren droht. Die politische Strategie scheint derweil die gleiche wie so oft zu sein: Schweigen und hoffen, dass das ein Problem für die nächste Regierung wird. Es wäre tragisch, wenn die einzige Abkühlung, die wir bekommen werden, davon kommt, dass das Dossier im Kühlschrank landet, ätzt Het Laatste Nieuws.

L'Avenir ruft im Zusammenhang mit den großen Bränden in Südeuropa zu einem Umdenken in der wallonischen Forstwirtschaft auf: Das ist eine der Lektionen, die man aus der Feuerkatastrophe in der Gironde und im Département Landes ziehen muss, selbst der französische Präsident Emmanuel Macron hat das schon öffentlich eingeräumt. Extrem hohe Baumdichte, Monokulturen, Wälder, die an bewohnte Bereiche grenzen – all das trägt dazu bei, die Brände schnell zur Feuersbrunst werden zu lassen. Was in Frankreich passiert ist, muss auch unsere politisch Verantwortlichen zum Handeln bringen, fordert L'Avenir.

Produktivität, Gesundheitskosten und Online-Betrug

Le Soir greift die Wachstumszahlen für das zweite Quartal auf: Das ist eine kalte Dusche für Belgien – im Gegensatz zu allen anderen europäischen Ländern stagniert unsere Wirtschaft. Und die Aussichten auf Besserung sind nicht gut. Die Sanierung des Haushalts wird ganz sicher auch nicht helfen. Das Hauptproblem ist aber nicht das Defizit, sondern die Produktivität. Wenn sich hier nicht strukturell etwas ändert, wird das Wirtschaftswachstum im besten Fall weiter um die ein Prozent herumdümpeln. Was das Haushaltsproblem natürlich noch weiter verschlimmern wird, warnt Le Soir.

Het Nieuwsblad beschäftigt sich mit der Explosion der Kosten des Gesundheitswesens: Laut Planbüro wird die Rechnung bis 2035 um etwa elf Milliarden Euro steigen. Der Grund: Die Bevölkerung wächst und vor allem gibt es immer mehr alte Menschen. Ein effizienter Umgang mit dem Budget, das schon jetzt 47 Milliarden Euro beträgt, drängt sich also auf. Auch, weil Belgiens diesbezügliche Ausgaben schon jetzt über dem europäischen Mittel liegen. Und wie auch in anderen Bereichen wird es dauern, den Kurs des Tankers des Gesundheitswesens zu ändern. Aber das darf kein Grund sein, sich nicht an die Arbeit zu machen, appelliert Het Nieuwsblad.

Die Zeitungen der Sudinfo-Gruppe beschäftigen sich mit einem anderen spezifischen Aspekt der Gesundheitskosten: Rauchen beziehungsweise Tabakkonsum kosten uns offiziell etwa zwölf Milliarden Euro pro Jahr. Das beinhaltet sowohl direkte Kosten, wie die für das Gesundheitswesen, als auch indirekte, wie Verluste an Arbeitskraft. Da kann die Tabak-Lobby noch so lang daran erinnern, dass der Staat mit Akzisen auf ihre Produkte drei Milliarden Euro pro Jahr einnimmt. Entsprechend klar sollte sein, dass der Kampf gegen die Nikotinsucht entschlossen geführt werden muss, unterstreicht Sudinfo.

Het Belang van Limburg geht auf den Erfolg von "Fraudstop" ein, der zentralen Notrufnummer, um möglicherweise verdächtige Vorgänge rund ums Bankkonto zu melden: Seitdem "Cardstop" am 22. Juni zu "Fraudstop" erweitert worden ist, sind schon über 6.700 mögliche Betrugsversuche über die Hotline gemeldet worden. Das zeigt zwei Sachen: Erstens, dass die Menschen sich der Gefahr durch Online-Betrug immer bewusster werden. Und zweitens, dass wirklich ein Bedarf für so eine Hotline vorhanden war. Aber der Kampf ist natürlich noch lange nicht gewonnen: Die Kriminellen werden immer neue Wege suchen und finden, um uns unser Geld abzuluchsen. Und sie werden immer geschickter, erinnert Het Belang van Limburg.

Boris Schmidt

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