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Die Presseschau von Dienstag, dem 28. Juli 2026

28.07.202608:44
Löscharbeiten in einem Waldstück nahe Bordeaux
Löscharbeiten in einem Waldstück nahe Bordeaux (Bild: Romain Perrocheau/AFP)

Die großen Wald- und Naturbrände beherrschen weiter die meisten Titelseiten und Leitartikel. Und immer lauter wird dabei die Frage der politischen Verantwortung gestellt, nicht nur im Zusammenhang mit den Feuern, sondern bezüglich des Klimawandels allgemein. Auch der Terroranschlag von Berlin bleibt ein Thema.

"'Ich habe schon einige Waldbrände gesehen, aber sowas noch nie'", bringt De Standaard groß ein Zitat zu den verheerenden Wald- und Naturbränden in Frankreich auf Seite eins. "Es sieht aus wie nach einem Krieg", bringt es Le Soir auf den Punkt. "Die heftigsten Brände in Jahrzehnten: Cocktail aus menschlichen Fehlern, anhaltender Hitze und absolut nicht vorhandenem Waldmanagement", schreibt De Tijd. "'Reisen Sie nicht in die von den Bränden getroffenen Regionen Frankreichs'", bringt Gazet van Antwerpen den Aufruf der Präfektur von Bordeaux. "Neue Hitzewelle im Anmarsch: Frankreich und Spanien befürchten noch mehr Waldbrände", meldet Het Laatste Nieuws.

Es spielt keine Rolle, ob es die Brände sind, die erstickende Hitze oder verheerende Fluten, kommentiert Le Soir. Es sind alles verschiedene Gesichter der gleichen Gefahr – dem Klimawandel. Einer Gefahr, die schon lange identifiziert und ausführlich dokumentiert worden ist. Wenn Wladimir Putin die Ukraine überfällt oder Donald Trump droht, der Nato die Unterstützung zu entziehen, entscheidet sich Europa für die Aufrüstung. Warum passiert das nicht, wenn es um den Klimawandel geht? Auch hier geht es doch eindeutig um Verteidigung. Denn diese Bedrohung ist mindestens genauso ernst. Natürlich wird das was kosten. Man wird entscheiden müssen, wer dafür aufkommen muss, was nicht immer populär sein wird. Aber wir haben keine Wahl. Die mangelnde Vorbereitung fordert schon heute Opfer, morgen werden wir den Feind nicht mehr aufhalten können, schlägt Le Soir Alarm.

Skandalös

Seit 36 Jahren warnt die Wissenschaft vor der tödlichen Gefahr des Klimawandels, erinnert De Morgen. Warnungen, die größtenteils in den Wind geschlagen worden sind. Wir Bürger zahlen nun die Zeche dafür, während sich die fossile Energieindustrie weiter die Taschen vollmacht. Das Schlimmste sind aber nicht die verkohlten Leichen von Touristen, oder die Menschen, die an der Hitze in ihren Wohnungen krepieren, die immer weniger zu kontrollierende Brände. Nein, was es einem wirklich eiskalt den Rücken runterlaufen lässt, das ist die nicht vorhandene Wut, die Gleichgültigkeit, der Zynismus, die Nachlässigkeit der Politik, dass man so viel mutwillig hat verrotten lassen, wettert De Morgen.

Es ist skandalös, dass die Regierung die Würde der Hitzetoten so mit Füßen tritt, zitieren die Zeitungen der Sudinfo-Gruppe den bekannten Klimaexperten Jean-Pascal van Ypersele. Über 2.000 Menschen sind einer Gefahr zum Opfer gefallen, vor der lang und breit gewarnt worden ist. Und es ist auch skandalös, dass weiter nichts unternommen wird, um sich vorzubereiten. Die Regierungen haben die Verantwortung, die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten, darin haben sie versagt. Die nächste Hitzewelle ist im Anmarsch, wo stecken die politisch Verantwortlichen? Vergessen Sie nicht, Wasser zu trinken und eine Kopfbedeckung zu tragen, liebe Bürger. Weil mehr wird es von der Arizona für Sie nicht geben, giftet Sudinfo.

Der Sommer 2026 ist kein Ausreißer, stellt Het Belang van Limburg klar, er ist ein Wendpunkt, ein Weckruf. Das wissen wir spätestens seit den vielen Toten der Hitzewelle im Juni. Europa ist übrigens der Kontinent mit den – im Verhältnis zur Bevölkerung – meisten Hitzetoten. Und der schnellsten Erwärmung. Wo bleibt also bitte das Eingreifen der Politik? Glauben die Verantwortlichen wirklich, dass die Menschen diese Hitze einfach wieder vergessen werden? Wer jetzt immer noch behauptet, dass der Klimawandel aufgebauscht wird, der soll bitte mal einen Sommer in einen Block mit Sozialwohnungen aus den 1970er-Jahren ziehen. Am besten in eine im obersten Stock, so Het Belang van Limburg.

Klimawandel kennt keine Grenzen

Laut Berechnungen der Vereinten Nationen haben die Brände die Welt in den Jahren 2024/2025 zwischen 250 und 300 Milliarden Dollar gekostet, merkt L'Avenir an. Die Schäden beschränken sich auch nicht nur auf Sektoren wie den Tourismus, die gesamte Wirtschaft wird in Mitleidenschaft gezogen. Ganz zu schweigen von den Folgen für die Volksgesundheit. Mittlerweile machen sich die Rauchwolken aus Frankreich und Spanien selbst hier bemerkbar. Eine sichtbare Erinnerung, dass die Brände nicht mehr nur weit entfernte Regionen im Süden betreffen. Der verfluchte Klimawandel kennt keine Grenzen, unterstreicht L'Avenir.

Jetzt, da Frankreich in Flammen steht, wird dort heftig gestritten über die Finanzierung der Feuerwehr, schreibt La Dernière Heure. Unter anderem geht es darum, warum kein Geld da war, um neue Löschflugzeuge zu kaufen und um die alten in Schuss zu halten. Solche Diskussionen könnten auch uns bald drohen: Klimawandel, Trockenheit und Hitzewellen könnten länger und intensiver werden – und damit die Gefahr von Bränden vergrößern. Natürlich ist Belgien von der Topografie her nicht mit Südfrankreich zu vergleichen. Aber das bedeutet nicht, dass es hier deshalb nicht brennen kann. Falls das passieren sollte, hätten wir kein einziges Löschflugzeug. Aber wir hätten sicher sofort ein Schwarzer-Peter-Spiel zwischen Regionen, Provinzen, Föderalstaat, Gemeinden und so weiter, ätzt La Dernière Heure.

Die Antwort muss "Haltung" heißen

Das GrenzEcho greift die Terrorattacke auf die Pride Parade in Berlin auf: Das war mehr als ein Angriff auf eine Veranstaltung. Er traf ein Symbol der Freiheit. Menschen wurden angegriffen, weil sie sichtbar lebten, wen sie lieben und wer sie sind. Es ist wichtig, den offenkundig islamistischen Hintergrund der Tat zu benennen. Dass Teile der politischen Rechten nun wiederum versuchen, die Opfer zu instrumentalisieren, ist dabei der blanke Hohn. Wer gestern gegen queere Lebensentwürfe hetzte, kann sich heute nicht als Schutzpatron der Freiheit inszenieren. Die Antwort auf Berlin darf weder Hysterie noch Relativierung sein. Sie muss Haltung heißen: Solidarität mit den Opfern, Wachsamkeit gegenüber Islamismus und Entschlossenheit gegen rechte Gewalt. Freiheit verteidigt sich nie selbst. Sie lebt davon, dass Menschen aufstehen, bevor aus Hass Gewohnheit und aus Schweigen Zustimmung wird, mahnt das GrenzEcho.

Boris Schmidt

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