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Die Presseschau von Samstag, dem 25. Juli 2026

25.07.202609:29
Französischer Feuerwehrmann im Einsat
Französischer Feuerwehrmann im Einsatz (Bild: Lou BenoistAFP)

Die Brände vor allem in Südfrankreich und Spanien sorgen für lebhafte Debatten in den Leitartikeln. Tenor ist, dass diese Brände ein Weckruf sein sollten, um Belgien besser gegen Hitze und ihre Folgen zu wappnen. Weitere Kommentare widmen sich der Landwirtschaftsmesse in Libramont und den hohen Energiepreisen.

„Europa brennt“, titelt Het Belang van Limburg. „Rund 175.000 Menschen auf der Flucht“, so die Schlagzeile von Het Nieuwsblad. „Frankreich und Spanien bitten andere Länder um Hilfe“, notiert Het Laatste Nieuws auf seiner Seite eins.

Die großflächigen Brände in Spanien und Frankreich liefern neben verschiedenen Aufmachergeschichten auch Diskussionsstoff für die Leitartikler der Zeitungen.

Le Soir beginnt mit einer Bestandsaufnahme: Hunderte Häuser zerstört, zehntausende Bewohner und Touristen, die vor den Flammen flüchten, eine Halbinsel, die bedroht ist, immer weiter auflodernde Feuer, die nicht in den Griff zu bekommen sind: der Süden Frankreichs, aber auch Spanien und Italien erleben Brände im Format XXL. „Unersättlich“, „unvorhersehbar“, „explosiv“, „unkontrollierbar“ – an Adjektiven mangelt es nicht, um die Kraft der Feuerbrünste zu beschreiben, die unaufhaltsam vordringen. Wirklich überraschend ist das nicht. Mittlerweile wissen wir alle, dass der Klimawandel solche Katastrophen mit sich bringt. Richtig vorbereitet scheinen wir darauf weiter nicht zu sein, bemängelt Le Soir.

Vom Pool ins Auto

Gazet van Antwerpern weist darauf hin: Die Brände zerstören nicht nur Natur, sondern haben auch direkte Auswirkungen auf das Leben der Menschen vor Ort. Von jetzt auf gleich verlieren einige von ihnen ihr gesamtes Hab und Gut, manche sogar ihr Leben. Wir beobachten das alles aus der Ferne, sind schockiert, haben Mitleid mit belgischen Touristen, die von jetzt auf gleich ihren Sommerurlaub abbrechen müssen, vom Pool ins Auto stürzen, um wieder in den Norden zu fahren. Diese Bilder sollten uns mahnen, nun endlich anzufangen, auch bei uns mit mehr Ernsthaftigkeit als bisher Vorsorge zu treffen gegen solche Brände. Denn die können auch bei uns ausbrechen. Vor allem unsere Naturschutzgebiete sind anfällig dafür, warnt Gazet van Antwerpen.

Auch Het Laatste Nieuws rät: Es ist unerlässlich, dass die Bilder der Brände bei uns in Belgien dazu führen, endlich mehr dafür zu tun, um auf ähnliche Brand-Szenarien oder allgemein Folgen großer Hitze auch bei uns gewappnet zu sein. Dank der Klimabewegung und Europa ist schon viel getan worden, um den CO2-Ausstoß zu verringern. Aber das reicht nicht. Wir müssen uns auch auf die neue Realität einstellen. Hitzewellen und Brände gibt es jetzt schon – und sie werden immer wieder kommen. Unsere Gesellschaft muss sich darauf einstellen. Das wird viel Veränderung bedeuten und viel Geld kosten. Aber je schneller wir das anpacken, umso besser wird es sein für uns alle, glaubt Het Laatste Nieuws.

Politiker im Schlafmodus

La Dernière Heure stellt fest: Zwei Hitzewellen hat Belgien diesen Sommer bereits erlebt, die dritte kündigt sich für nächste Woche an. Aber unsere Regierungen befinden sich immer noch im Schlafmodus. Dabei wäre Handeln dringend nötig: Am 27. Juni sind an einem Tag 650 Menschen wegen der Hitze gestorben. Mehr Belgier an einem Tag starben bislang nur am 10. April 2020 zu Beginn der Covid-Pandemie. Damals hagelte es sofort Maßnahmen und zum Teil absurde Vorschriften zum Schutz der Bevölkerung. Und jetzt? Außer den gewohnten Empfehlungen, viel Wasser zu trinken, die Fensterläden zu schließen und so weiter gibt es nichts. Immer noch keinen Plan gegen Hitzewellen. Auf was warten unsere Politiker noch?, fragt sich La Dernière Heure.

Mit Blick auf die Landwirtschaftsmesse in Libramont notiert La Libre Belgique: Die Landwirtschaft steckt in einer Krise mit vielen Ursachen. Die Zukunft scheint für viele Bauern ungewiss, der Ruf nach Hilfe seitens der Politik ist unüberhörbar. Aber von dort ist nicht alle Hilfe zu erwarten. Der Staat hat kaum Geld, um große Veränderungen anzustoßen oder gar ein „Weiter-so-wie-bisher“ mit zu finanzieren. Hoffnung machen deshalb Initiativen wie der „Tomorrow Food Market“. Auf der Messe zeigen Kooperativen, wie sie ausgehend von einer nachhaltigen Landwirtschaft den gesamten Prozess der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung dank Partnerschaften zwischen Landwirten und Unternehmen unter einem Dach zusammenführen. Solche Konzepte zeigen, dass Landwirte bei uns durchaus eine Zukunft haben können, wenn Industrie und Verbraucher mitspielen, bemerkt La Libre Belgique.

Menschen im Mittelpunkt

L’Avenir erinnert: Als vor 100 Jahren die Messe in Libramont gegründet wurde, waren die Landwirte stolz auf ihren Beruf. Die Messe sollte ein Ort sein, um das zu zeigen und ihrer Berufsgruppe eine Stimme zu verleihen. Die Lebensmittelproduktion hat sich in 100 Jahren verändert. Maschinen, Technik und Roboter scheinen den Bauern zu ersetzen. Die Messe in Libramont spiegelt das zum Teil wider. Aber die Messe täte gut daran, weiter den Menschen, den einzelnen Landwirt und seine Anliegen im Mittelpunkt zu behalten, mahnt L’Avenir.

Het Belang van Limburg sorgt sich um die Energiepreise: Jetzt, wo der Krieg zwischen den USA und dem Iran wieder Fahrt aufgenommen hat, sind auch die Ölpreise wieder gestiegen. Autofahren ist erneut ein teurer Spaß, der Heizwinter droht kostspielig zu werden. Ein Ende dieses unsäglichen Kriegs wäre im Interesse aller. Allen voran natürlich der Menschen im Iran, die zusätzlich weiter unter einem schrecklichen Regime zu leiden haben, bedauert Het Belang van Limburg.

Kay Wagner

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