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Die Presseschau von Freitag, dem 24. Juli 2026

24.07.202608:38
Besucher auf der Landwirtschaftsmesse Libramont
Besucher auf der Landwirtschaftsmesse Libramont (Archivbild: Stephan Pesch/BRF)

Die Landwirtschaftsmesse in Libramont beginnt. Das kommentieren die Zeitungen genauso wie neue Subventionen der flämischen Regierung für regionale Flughäfen, den Feuerwehrstreik in Brüssel, die Atompläne der USA in Saudi-Arabien und die Wiederaufbaubemühungen im Gaza-Streifen.

„Landwirtschaftsmesse beginnt in einem Klima der Verunsicherung“, titelt La Libre Belgique. „Der Kampf der Frauen, die einen Bauernhof leiten“, notier Le Soir auf Seite eins. „‘One Health‘-Konzept für eine nachhaltige Zukunft“, heißt es im Aufmacher von L’Avenir.
Die jährliche Landwirtschaftsmesse in Libramont wird heute eröffnet.

Dazu kommentiert La Dernière Heure: Jedes Jahr ist es das Gleiche. Die Zeit eines verlängerten Wochenendes zeigen sich Politiker auf der Messe, schütteln fleißig Hände und versprechen große Unterstützung für die heimischen Bauern. Danach passiert in der Regel nichts. Das wollen und können die Landwirte nicht mehr ertragen. Viele von ihnen schließen ihre Betriebe, weil sie von ihrer Arbeit nicht mehr leben können. Wir alle haben ein Interesse daran, dass dieser Trend gestoppt wird. Warum Produkte aus der Landwirtschaft aus allen Ecken der Erde importieren, wenn wir vieles davon doch bei uns selbst haben? Den vielen Versprechungen der nächsten Tage, der Landwirtschaft zu helfen, müssen unbedingt Taten folgen, fordert La Dernière Heure.

Subventionen für Privatflüge?

Het Belang Van Limburg beschäftigt sich mit der Zusage der flämischen Regierung, alle Flughäfen in Flandern bis 2039 mit öffentlichen Geldern zu unterstützen. Die Zeitung wundert sich: Während Premierminister Bart De Wever in der Föderalregierung händeringend nach Geld sucht, um die Haushaltsvorgaben der EU zu erfüllen, hat Flandern wohl so viel Geld übrig, dass auch so kleine Flughäfen wie Kortrijk, Ostende und Antwerpen weiter subventioniert werden sollen. Vor allem das Geld für Antwerpen ist erstaunlich. Dort wird sich nächstes Jahr der letzte Anbieter von internationalen Passagierflügen, TUI, vom Flughafen verabschieden. Sollen dann die Flüge von Geschäfts- und Privatflugzeugen mit Steuergeld gefördert werden? Zum Glück steht bei der Förderungszusage bis 2039 kein Geldbetrag. Es wäre eine begrüßenswerte Entscheidung, die Subventionierung des Flughafens von Antwerpen auf einen symbolischen Euro zu beschränken, findet Het Belang Van Limburg.

Gazet van Antwerpen ärgert sich: Warum sind unsere Regierungen überhaupt noch dazu bereit, Flughäfen finanziell zu fördern? Flugzeuge sind umweltschädlich und Flughäfen wirtschaftlich instabil. Wenn man auf den Zustand der öffentlichen Verkehrsbetriebe und die Preise für Bahntickets in Europa schaut, erscheinen die vielen Millionen Euro für Flughäfen unverständlich, schimpft Gazet van Antwerpen.

Finger in der Wunde

Het Laatste Nieuws gibt zu bedenken: Es macht durchaus Sinn, in Antwerpen einen internationalen Flughafen zu betreiben. Der Hafen von Antwerpen ist unser größter Wirtschaftsfaktor. Auch Konkurrent Rotterdam leistet sich einen Flughafen, obwohl der Flughafen von Amsterdam nur einen Steinwurf entfernt liegt. Allerdings ist die Frage berechtigt, warum der Flughafen von Antwerpen mit Steuergeldern gefördert werden muss, wenn er künftig doch nur von Privatjets genutzt wird. Die bezahlen zurzeit 50 Euro pro Start und Landung. Warum erhöht man nicht diesen Preis? Außerdem gibt es im Hafen sicher viele Unternehmen, die bereit wären, den Flughafen zu sponsoren, glaubt Het Laaste Nieuws.

Zum Streik der Feuerwehr in Brüssel meint De Standaard: Das Gute ist, dass der Streik den Finger in die Wunde legt. Nämlich in die Unterfinanzierung der Feuerwehr über viele Jahre hinweg. Lieber hat man in Brüssel Prestigeprojekte wie das Kanalmuseum mit 80 Millionen Euro gefördert, als eine gute Basissicherung im Fall von Bränden für die Bevölkerung zu garantieren. Gute Politikführung bedeutet auch, richtige Prioritäten zu setzen. Das gilt übrigens nicht nur für Brüssel, erinnert De Standaard.

Explosive Konfliktregion

La Libre Belgique bemerkt zu den Plänen der USA, in Saudi-Arabien ein ziviles Atomprogramms aufzubauen: Dieser Deal soll für die amerikanische Wirtschaft ein großes Geschäft werden. Das steht hinter der Entscheidung von US-Präsident Trump. Damit öffnet er aber die Büchse der Pandora: Atomenergie würde in eine explosive Konfliktregion gebracht. Trump würde Saudi-Arabien das erlauben, was er dem Iran gerade mit einem Krieg verbieten will. Das ist gefährlich. Zumal man nie wissen kann, ob Saudi-Arabien sich immer daranhalten wird, die Atomenergie tatsächlich nur für zivile Zwecke zu nutzen, warnt La Libre Belgique.

De Morgen notiert mit Blick auf den zerstörten Gaza-Streifen: Der Wiederaufbau von Gaza soll laut Berechnungen von Oxfam 71,4 Milliarden Dollar kosten. Das ist enorm viel Geld. Aber damit allein wäre es nicht getan. Auch das gesellschaftliche Zusammenleben im Gazastreifen muss wieder hergestellt werden. Die Palästinenser müssen das Gefühl bekommen, eine Zukunft zu haben – trotz der systematischen Bemühungen Israels, das zu verhindern, betont De Morgen.

Kay Wagner

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