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Die Presseschau von Samstag, dem 18. Juli 2026

18.07.202609:33
US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald Trump (Archivbild: Brendan Smialowski/AFP)

Viele Titelseiten blicken voraus auf das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft am Sonntag. In den Leitartikeln spielt das allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Stattdessen stehen das Schicksal der US-Demokratie, der Haushalt, die Krankenkassen und die Parteidotationen im Mittelpunkt.

"Yamal oder Messi: Wer gewinnt am Sonntag das WM-Finale?", fragt Het Laatste Nieuws auf Seite eins. "Spanien-Argentinien – der Clash der Generationen", titeln fast gleichlautend Le Soir, Het Belang van Limburg und La Dernière Heure. "Yamal gegen Messi: Gegenpole mit 20 Jahren Altersunterschied", schreibt De Tijd. "Der Kronprinz gegen den König", bringt es Het Nieuwsblad auf den Punkt. "Paella oder Empanadas?", formuliert Gazet van Antwerpen die Frage des künftigen Fußball-Weltmeisters eher kulinarisch.

Zum Sport gehört immer auch die Verlockung der Vergleiche, kommentiert L'Avenir. Ein oft heikles Unterfangen, denn da werden dann sehr unterschiedliche Zeiten gemischt, ohne die Evolution des Spiels und seine Globalisierung zu berücksichtigen. Man wird am Sonntag in New York versucht sein, Lionel Messi zum größten Fußballer aller Zeiten zu küren. Aber ist er das nicht eigentlich schon? Für manche, nicht zuletzt in Argentinien, mit Sicherheit. Für andere, wie Portugal oder Brasilien, wird es zumindest immer schwieriger, das nicht zuzugeben. Die Frage am Montagmorgen könnte sogar lauten: Ist Messi der größte Sportler aller Zeiten? Wir haben zwei Stunden, um das herauszufinden, schreibt L'Avenir.

Vorbereitungen für das Begräbnis der US-Demokratie

Le Soir blickt aus einem anderen Grund in die Vereinigten Staaten: Hat Trump mit seinem wirren Verschwörungs-Geschwafel gerade das Datum für das endgültige Begräbnis der amerikanischen Demokratie verkündet? Wieder einmal hat er bei seiner Fernsehansprache über die angeblich manipulierte Wahl von 2020 schwadroniert und hat den angeblichen "Deep State" beschuldigt, Beweise für die Einmischung Chinas unterschlagen zu haben. Man muss keine große Fantasie haben, um diese Lügen als Argumente zu sehen, um das Wahlsystem zu modifizieren oder gleich ganz zu kontrollieren vor den wichtigen Midterm-Wahlen im November. Schritt für Schritt und ganz offen zerstört Trump die US-Demokratie: Unabhängige Justiz, Berufungsmöglichkeiten für von der Einwanderungspolizei ICE verhaftete Menschen, eine Polizei, die nicht wahl- und maßlos zur Gewalt greift, eine freie und unabhängige Presse, gleiche Rechte für alle Bürger – in nur anderthalb Jahren haben wir einen erschreckenden Abbau all dieser Prinzipien gesehen. Ganz zu schweigen von seiner ersten Amtszeit. Bisher weigern sich die Führer Europas, Amerika loszulassen. Aber es wird Zeit, sich auf den Tag der Beerdigung vorzubereiten. Wir werden nicht sagen können, dass Trump uns nicht vorgewarnt hatte, hält Le Soir fest.

Trump ist dabei, seine radikalen Anhänger auf eine Anfechtung der Ergebnisse der Midterm-Wahlen vorzubereiten, ist La Libre Belgique überzeugt. Indem er schon jetzt Zweifel am Ausgang der Wahlen sät, untergräbt der Präsident die Fundamente der amerikanischen Demokratie weiter. Die Demokratie, der er ja schon seit 18 Monaten hart zusetzt, indem er das Justizministerium für persönliche Rachefeldzüge instrumentalisiert, Durchsuchungen ohne richterliche Anordnungen durchführen lässt, den mörderischen Entgleisungen der Sicherheitskräfte freie Hand lässt und ihm nicht genehme Medien und Journalisten mit ruinösen Schikane-Prozessen überzieht. Das Schweigen der Republikaner zu seinem Treiben ist besonders beunruhigend: Sind die Erben Lincolns wirklich bereit, Freiheit und Gerechtigkeit gegen Illiberalität und Willkür zu tauschen?, so La Libre Belgique.

Vor dem Sommer ist nach dem Sommer

Die Zeitungen der Sudinfo-Gruppe greifen das Dauer-Gekabbel in der Arizona-Koalition auf: Jetzt winken der Regierung De Wever zwar die Sommerferien, aber auch rund um das letzte Treffen des Kernkabinetts hat es wieder nicht an Polemiken gemangelt. Und die große Herausforderung steht ja noch bevor: zehn Milliarden Euro finden, um die Staatsfinanzen zumindest so weit zurück auf die Schienen zu setzen, dass Europa das akzeptieren kann. Optimisten behaupten, dass die politisch Verantwortlichen jetzt die notwendige Energie tanken werden, um das in Angriff zu nehmen. Pessimisten hingegen fragen, was nach dem Sommer anders sein sollte als jetzt. Eines ist sicher: Wenn die Koalition überleben will, muss sie einen kühlen Kopf bewahren, meint Sudinfo.

Das GrenzEcho bleibt ebenfalls beim Thema Haushalt, allerdings mit einem spezifischen Fokus: Kaum eine Institution des belgischen Sozialstaats steht derzeit so unter Beschuss wie die Krankenkassen. Milliarden an Rücklagen. Hunderttausende Langzeitkranke. Mit solchen Zahlen lassen sich Schlagzeilen machen. Sie zeigen aber nur das Ausmaß. Die eigentlichen Ursachen liegen in einer alternden Gesellschaft, zunehmenden psychischen Erkrankungen und einem Gesundheitswesen, das seit Jahren unter Personalmangel leidet. Die Krankenkassen verwalten diese Realität – geschaffen haben sie sie nicht. Politisch mag es bequem sein, sie zum Hauptproblem zu erklären, doch dadurch wird kein Haushalt saniert, kein Arzt zusätzlich ausgebildet und kein Langzeitkranker schneller gesund, unterstreicht das GrenzEcho.

Genug ist genug

Trotz der Vorsätze der Regierung De Wever, die Subventionen für die Parteien zu reduzieren, sind sie 2025 um rund drei Millionen Euro gestiegen, merkt Gazet van Antwerpen an. Offenbar hat niemand daran gedacht, dass die Zahl der Wähler aus demographischen Gründen seit Jahren steigt. Und mehr Wähler bedeuten mehr Geld für die Parteien. Eigentlich kein so kompliziertes Konzept. Es ist schon auffällig, wie schwierig es für Politiker immer wieder ist, ihr eigenes Einkommen oder das ihrer Partei zu begrenzen. Genug ist genug, es kann nicht die Aufgabe des Staats sein, den Parteien so viel Geld zu geben, dass sie damit Gebäude kaufen und vermieten, Kabinette überbevölkern und Brandmanager anheuern. Irgendwo muss mal Schluss sein. Besonders in Zeiten, in denen von der Bevölkerung schmerzhafte finanzielle Opfer verlangt werden (und sonst eigentlich auch), ist es nicht zu verantworten, 86,5 Millionen Euro für Parteidotationen auszugeben. Das ist nicht nur eine Beleidigung für alle Bürger, das ist auch eine Steilvorlage für anti-demokratische Kräfte. Kann bitte endlich mal jemand das System reformieren? Es ist allerhöchste Zeit, wettert Gazet van Antwerpen.

Seit Jahren gibt es Druck, um das System der Parteienfinanzierung zu reformieren, erinnert Het Nieuwsblad. Ein System, das nach Meinung vieler mittlerweile auf keine Kuhhaut mehr geht. Wobei es natürlich sicher auch nicht hilft, dass die Parteien mit dem Geld nur so um sich werfen für Kommunikation und Propaganda. Aber wie so oft, wenn die Politik sich selbst reformieren soll, ist alles sehr mühsam, prangert Het Nieuwsblad an.

Boris Schmidt

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