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Die Presseschau von Mittwoch, dem 3. Juni 2026

03.06.202609:28
Blumen an der Bahnstrecke für die Opfer des Schulbusdramas
Bild: Emile Windal/Belga

Das Schulbus-Drama von Buggenhout beschäftigt die Zeitungen weiter – nicht zuletzt nach neuen, beunruhigenden Meldungen. Der wilde Streik der Fluglotsen von Skeyes sorgt ebenfalls für viel Wirbel. Und schließlich werden auch die Vorschläge des föderalen Planbüros zur Sanierung des Haushalts kommentiert.

"Nur drei Tage nach dem Drama: Bus desselben Betriebs fuhr am selben Bahnübergang durch die Schranken; Adem überlebte den Unfall: 'Unser Fahrer fuhr oft zu schnell'", fasst Het Laatste Nieuws die jüngsten Meldungen zum Schulbus-Unglück von Buggenhout zusammen. "Zugkatastrophe: Auch laut dem verletzten 14-jährigen Ian machte der Busfahrer einen 'getriebenen' Eindruck", schreibt Gazet van Antwerpen. "Weist das Busunglück am Bahnübergang auf ein strukturelles Problem hin?", fragt groß De Morgen auf Seite eins. "Schulen klagen nach Unfall mangelhaften Schülertransport an", titelt Het Nieuwsblad.

"Wie unbelehrbar kann man eigentlich sein?", fasst sich Het Laatste Nieuws in seinem Leitartikel an den Kopf. Gerade mal drei Tage nach dem fatalen Zusammenstoß zwischen einem Schulbus und einem Zug auf einem Bahnübergang ist es schon wieder passiert: Ein Kleinbus desselben Busbetriebs ist über denselben Bahnübergang gerast, während sich die Schranken schon senkten, die Ampel auf Rot stand und das Warnsignal ertönte. Das ist doch, als ob der Blitz zwei Mal am exakt gleichen Punkt einschlagen würde. Sowas ist kein Zufall, das ist bewusstes, leichtsinniges Fahrverhalten. So etwas darf sich niemand erlauben. Und ganz sicher nicht professionelle Busfahrer. Das Ganze wirft Fragen auf, auch, weil ja bekannt ist, dass es schon vor dem tödlichen Unfall Klagen über den verstorbenen Busfahrer gab wegen seines Fahrverhaltens. Und nicht nur über ihn, auch über Kollegen von ihm. Da muss man einfach fragen dürfen, ob die Latte, um als Busfahrer arbeiten zu dürfen, nicht höher gelegt werden müsste, prangert Het Laatste Nieuws an.

Das deutet auf ein Versagen des Systems hin

Noch ist nicht klar, ob und inwiefern das Fahrverhalten des Busfahrers zu dem Drama beigetragen hat, unterstreicht Het Nieuwsblad. Aber fest steht, dass der Mann kein unbeschriebenes Blatt war: Sowohl Begleiter als auch Eltern waren von den Kindern auf den Fahrstil hingewiesen worden. Auch auf viel zu schnelles Fahren und das Ignorieren roter Ampeln. Die Meldungen wurden auch weitergegeben, unternommen wurde offenbar allerdings nichts dagegen. Und noch etwas wird immer klarer: Buggenhout war kein Einzelfall. Der Schülertransport hat ein Riesenproblem. Das versuchte man offenbar zu stopfen, wie es nur ging, Hauptsache jemand hatte einen Führerschein. Wer selbst Flexi-Jobber hinters Steuer lässt, der fordert Probleme geradezu heraus. Was hier ans Tageslicht kommt, suggeriert, dass es um viel mehr geht als um waghalsige Busfahrer oder Betriebe, die ein Auge zudrücken. Es deutet auf ein Versagen des Systems hin, klagt Het Nieuwsblad an.

Über die Landebahn hinausgeschossen

Zweites großes Thema ist der gestrige Streik der Fluglotsen von Skeyes: Quasi 24 Stunden lang hat ein wilder Streik von Fluglotsen zur effektiven Schließung des belgischen Luftraums geführt, resümiert L'Avenir. Ohne Vorwarnung, von einer Minute auf die nächste ging nichts mehr, weder Reisende noch Fluglinien wurden vorab informiert. Damit gab es – im Gegensatz zu den üblichen Streiks – auch keinerlei Möglichkeit, um sich auf die Blockade einzustellen und gegebenenfalls noch umzudisponieren oder nach Alternativen zu suchen. Ja, es gibt das Streikrecht und auch das Demonstrationsrecht. Beides sind in Belgien Grundrechte. Aber dennoch gelten auch hierfür Regeln, erinnert L'Avenir.

Der Grund für den Streik: Streit um die Indienststellung des neuen digitalen Kontrollturms in Namur, erläutert La Dernière Heure. Die ist für 2027 geplant. Die Fluglotsen befürchten in diesem Zusammenhang einen Abbau von Arbeitsplätzen. Eine berechtigte Sorge, der man auch Gehör schenken sollte. Aber bitte nicht mit solchen Methoden: Es gab keine Streikvorankündigung, obwohl die gesetzlich vorgeschrieben ist, weil der Luftfahrtsektor ja von strategischer Bedeutung ist. Tausende Passagiere mussten so ohne Vorwarnung einen Sozialkonflikt entdecken, von dem sie keine Ahnung hatten. Die Arbeitnehmer haben das Recht, ihrer Wut Luft zu machen, keine Frage. Aber nicht so, indem sie ihre Pflichten und den Respekt vor den Reisenden plötzlich mit Füßen treten. Wer den Himmel kontrolliert, sollte sich seiner Verantwortung entsprechend verhalten. Hier sind die Verantwortlichen über die Landebahn hinausgeschossen, ätzt La Dernière Heure.

Der wilde Streik bei Skeyes hat vor allem eines gemacht, meint De Tijd: Er hat gute Argumente geliefert, um endlich einen garantierten Minimaldienst bei der Flugsicherung einzuführen. Bei der Bahn gibt es die Verpflichtung ja schon, auch im Streikfall ein Mindestmaß an Verbindungen zu gewährleisten. Das funktioniert auch, zumindest kommt der Verkehr nicht komplett zum Erliegen. Ja, es gibt weiter Behinderungen, aber zumindest bleibt die Situation beherrschbar. Die Fluglotsen haben gestern ihre Macht missbraucht, um eine der wichtigsten Pforten für die Wirtschaft zeitweilig für alle zu schließen. Was bei der Bahn gilt, muss auch an den Flughäfen möglich sein, fordert De Tijd.

Politiker rechnen eben anders

Het Belang van Limburg kommt auf die 264 Vorschläge des föderalen Planbüros zur Sanierung des Haushalts zurück: Alle gemachten Vorschläge stammen von Experten und Institutionen. Inhaltlich kann man nicht wirklich von Überraschungen sprechen, die Vorschläge hätten in dieser Form auch von einer guten Hausfrau stammen können, die auf die Haushaltskasse achtgibt: Mahlzeitschecks und Firmenwagen streichen und noch ein paar Nischen abschaffen und schon wäre man bei vier bis fünf der gesuchten 6,7 Milliarden Euro. Wenn man bei den Subventionen für Betriebe den Rotstift ansetzen würde, könnte das weitere 900 Millionen bis 1,3 Milliarden einbringen. Wenn man dann noch endlich Mieteinnahmen besteuern würde, wäre die Haushaltssanierung geritzt. Aber so rechnen Politiker nicht. Sie kümmern sich lieber um Empfindsamkeiten als um harte Zahlen. Sie haben bei jedem Eingriff ein bestimmtes Wählerpublikum vor Augen, giftet Het Belang van Limburg.

Boris Schmidt

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