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Die Presseschau von Montag, dem 1. Juni 2026

01.06.202609:40
Gewitter über Belgien
Illustrationsbild: Nicolas Maeterlinck/Belga

Die Leitartikel beschäftigen sich mit den heftigen Unwettern, die am Wochenende Teile der Wallonie unter Wasser gesetzt haben. Außerdem kommentieren sie die Ausschreitungen in Paris, die hohe Zahl an straffälligen Minderjährigen, ein Gesetz gegen Mobbing im Internet und schlechte Umfragewerte für die USA.

"Die schlimmsten Unwetterfolgen seit 2021", titelt La Libre Belgique. "Wegen heftiger Unwetter musste der Notfallplan für die Provinz aktiviert werden", so der Aufmacher von L'Avenir. "Angesichts der Wetterkapriolen fürchten die Rettungskräfte, überfordert zu sein", notiert Le Soir auf seiner Titelseite.

Die Folgen der heftigen Unwetter am Wochenende in der Wallonie sind auch Thema für die Leitartikler.

L'Avenir stellt fest: Das Wochenende hat uns Bilder wie vor fünf Jahren geliefert: Überschwemmungen, Schlammlawinen und Hausbewohner, die in obere Etagen flüchten müssen. Danach gab es einen bemerkenswerten Kommentar des Chefs der belgischen Feuerwehr. Der sagt, dass es zu wenig Personal und Material gäbe angesichts dieser Klimaphänomene. Er setzt ein Fragezeichen hinter die Milliarden, die für das Militär ausgegeben werden, während zur gleichen Zeit unsere Städte von Wassermassen bedroht werden. Eine interessante Überlegung. Denn was nützt es uns, uns vor hypothetischen Gefahren zu schützen, wenn wir uns noch nicht einmal gegen die Gefahren wehren können, die jetzt schon an die Tür klopfen?, fragt L'Avenir.

Feuerwehr oder F-35?

Auch La Dernière Heure findet: Die Bemerkung des Feuerwehrchefs hat schon etwas für sich. Er sagt, man sollte doch lieber in die innere Sicherheit investieren, als F-35-Kampfjets zu kaufen. Dagegen ließe sich einwenden, dass Unwetter sich von mehr Feuerwehrleuten nicht abhalten lassen, über Belgien niederzugehen. Natürlich könnten dann die Schäden vielleicht begrenzt werden. Trotzdem ist es eine schlechte Idee, Soldaten gegen Feuerwehrleute auszuspielen. Die internationalen Spannungen sind nun mal tatsächlich vorhanden. In die innere Sicherheit zu investieren, darf nicht auf Kosten der äußeren Sicherheit geschehen und andersherum, betont La Dernière Heure.

Het Laatste Nieuws bemerkt zu den Ausschreitungen in Paris: PSG gewinnt die Champions League und Paris steht in Flammen. Schon wieder ist das passiert, was wir auch in Belgien kennen. Ein Fußballteam gewinnt etwas und danach geht die Randale los. Warum passiert das immer wieder? In Belgien liegt es daran, dass die Täter meist ungestraft davonkommen. Das muss sich ändern. Aber allein mit härteren Strafen ist es nicht getan. Auch die Eltern der Jugendlichen tragen Verantwortung und ebenso der Staat. Der ist verantwortlich für das Justizwesen, für Bildung, die Organisation von Integration und den Kampf gegen Jugendkriminalität, erinnert Het Laatste Nieuws.

Mit Fußfessel in der Schule

De Morgen schaut sich den Jahresbericht der flämischen Justizagentur an und stellt fest: Die Zahl der Straftaten bleibt hoch. Besonders auffällig ist die hohe Zahl der minderjährigen Straftäter. In Antwerpen gibt es das Pilotprojekt, Minderjährige mit elektronischen Fußfesseln zu bestrafen. Dass das keine Lösung ist, um Minderjährige auf den Pfad der Tugend zu führen, kann jeder Lehrer bezeugen, der so einen Schüler in der Klasse hat. Wenn wir die Spirale durchbrechen wollen, dann müssen wir zurück zum Start. Problematische Verhältnisse in der Familie und der Schule sind die häufigsten Ursachen dafür, dass Jugendliche kriminell werden. Investitionen in Bildung und Familienpolitik sind deshalb die besten Maßnahmen, um beim Justizvollzug zu sparen, behauptet De Morgen.

Zum gleichen Thema schlägt Gazet van Antwerpen vor: Wie wäre es, wenn man 16-Jährigen erlauben würde, die Schule zu verlassen und ins Berufsleben einzusteigen? Dann wären sie beschäftigt, würden Geld verdienen und dadurch auch ein Empfinden für Geld, Eigentum und Leistung entwickeln. Denn viele Jugendliche werden nur deshalb straffällig, weil sie keine Lust mehr auf Schule haben, dort nichts mehr machen und deshalb andere Kicks suchen. Mit einem Arbeitsverhältnis könnten sie vielleicht besser den Grundstein für ihre Zukunft legen als gegängelt bis 18 an der Schule abzuhängen, überlegt Gazet van Antwerpen.

Vergebliche Hilfe

Het Belang van Limburg beschäftigt sich mit Mobbing im Internet und berichtet: Die Föderalregierung hat ein Gesetz parat, das es erlauben soll, anonyme Peiniger im Netz zu entlarven. Die Frage bleibt, was das bringen soll. Identitäten im Internet zu verbergen ist kein Hexenwerk mehr. Und soll man Menschen im Ausland dann vielleicht wegen Mobbings verklagen? Die Wirkungskraft dieses Gesetz scheint gering. Aber wer weiß?! Auch bei den ersten Versuchen, ein Rauchverbot einzuführen, oder langsameres Fahren wurden diese Vorschläge zunächst belächelt, gibt Het Belang van Limburg zu bedenken.

De Standaard berichtet: 52 Prozent der Flamen, so zeigt es unsere Umfrage, sehen die USA als Gegner von Belgien. Das Bild der USA ist negativer als das von China. Die USA als Vorbild scheinen abzudanken, Trump sei Dank, resümiert De Standaard.

Kay Wagner

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