"Was sich bei Ihrer Steuererklärung ändert", titelt Le Soir. "Steuererklärung 2026: Worauf zu achten ist", heißt es im Aufmacher des GrenzEchos. "Vereinfachte Steuererklärung mit weniger Steuervorteilen", notiert L'Avenir auf Seite eins.
Seit gestern können die Steuererklärungen für die Einkünfte aus vergangenem Jahr ausgefüllt werden.
Dazu kommentiert La Dernière Heure: Mit der Einführung der digitalen Steuererklärung am Computer sollte alles einfacher werden – so hatte man uns versprochen. Vor allem sollte Papier gespart werden. Und jetzt das: Zum Start der neuen Steuersaison muss das Finanzamt 950.000 Briefe neu verschicken, weil bei den ersten Papiervorschlägen zur vereinfachten Steuererklärung Fehler drinstehen. Das zeigt mal wieder: Ganz so toll, wie uns immer weisgemacht wird, sind die digitalen Systeme doch nicht. Belgien ist noch weit entfernt davon, wirklich ein smartes Land zu sein, ätzt La Dernière Heure.
Schiefere Zähne als früher?
De Morgen berichtet zum Thema Gesundheit: Das Planbüro hat vorgerechnet, dass in den kommenden zehn Jahren die Kosten für das Gesundheitssystem um gut 10 Milliarden Euro steigen werden. Das hört sich nach viel Geld an und ist tatsächlich auch wahnsinnig viel Geld. Wo soll das herkommen? Es wird kein Weg darum herumführen: Die Beiträge der Bürger müssen steigen. Das scheint tatsächlich auch sinnvoll, denn unser Gesundheitssystem ist derzeit viel zu billig. Das führt dazu, dass viele Leistungen in Anspruch genommen werden, die nicht wirklich notwendig sind. Zum Beispiel ist es bemerkenswert, dass fast alle Jugendliche in Belgien seit einigen Jahren schiefe Zähne haben sollen und deshalb die Wartelisten bei Kieferorthopäden ewig lang sind. Vor einigen Jahren war das noch nicht der Fall, frotzelt De Morgen.
Auch L'Echo meint: So preiswert wie bislang sollte unsere Gesundheitsversorgung nicht bleiben. Bei einer Reform sollte unbedingt auch das Beihilfesystem überprüft werden. Zu viele Menschen profitieren aktuell von den zusätzlichen Hilfen. Außerdem muss bei den Krankenhäusern angesetzt werden. Es scheint logisch, dass nicht mehr jedes Haus alle Leistungen bieten kann. Für die Patienten ist das natürlich ein Verlust, aber es wird dabei helfen, die medizinischen Leistungen effizienter zu machen, behauptet L'Echo.
Grenzüberschreitendes Problem
Le Soir macht sich Gedanken zu den sogenannten Ewigkeitschemikalien PFAS und rechnet vor: 76 Milliarden Euro wird die Verseuchung mit PFAS unsere belgische Gesellschaft in den nächsten 20 Jahren kosten. Das steht in einem Bericht, den die öffentliche Hand in Auftrag gegeben hat. Auch hier stellt sich die Frage: Wo soll das Geld herkommen? Belgien alleine wird dieses Problem nicht lösen können. Die Lösung muss europäisch gefunden werden, weil ja auch das Problem Landesgrenzen überschreitet. Vor allem aber muss Europa dafür sorgen, dass mit PFAS so bald wie möglich ein für alle Mal Schluss ist. Die "Wunderchemikalien", mit denen so viel angeblicher Fortschritt ermöglicht wurde, sind zu einer unerwarteten Belastung geworden, schimpft Le Soir.
De Tijd bemerkt: Bei Volvo Gent ist man nervös. Die Zukunft der Autofabrik ist in Gefahr. Es könnte sein, dass der chinesische Mutterkonzern von Volvo das Werk bei uns schließt. In der Slowakei wird gerade eine neue Volvo Fabrik eröffnet, wo natürlich viel günstiger die Autos hergestellt werden als in Gent oder auch im Hauptwerk in Schweden. Außenminister Maxime Prévot wird heute in China mit den obersten Volvo-Verantwortlichen reden. Ob da etwas Gutes herauskommen kann? Sollte das Volvo-Werk in Gent schließen, wäre das ein erneuter harter Tiefschlag für unsere Wirtschaft. Premierminister Bart De Wever hat die Gefahr der Deindustrialisierung unseres Landes längst erkannt. Seit Beginn des Jahres wird er nicht müde, überall für den Standort Belgien zu werben. Aber es scheint, dass selbst ein Premier wie De Wever keinen oder kaum Einfluss auf die Negativspirale hat, bedauert De Tijd.
Billigeres Öl?
L'Avenir erklärt zum Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate aus der Gruppe der erdölproduzierenden Länder OPEC: Die Emirate wollen mit diesem Schritt erreichen, dass sie selbst darüber entscheiden können, wie viel Öl sie verkaufen. Dubai und Co. wollen sich nicht mehr den Mehrheitsbeschlüssen innerhalb der OPEC beugen. Was bedeutet das für uns? Es könnte sein, dass dadurch die Preise für Ölprodukte fallen, was für uns natürlich gut wäre. Aber dieser Austritt wirft auch Fragen auf. Was, wenn andere Länder auch die OPEC verlassen würden? Die OPEC hat bislang für Stabilität bei der Ölversorgung gesorgt. Diese Stabilität könnte verloren gehen, Unsicherheit könnte sich breit machen und das ist meist negativ für die Wirtschaft, erinnert L'Avenir.
Kay Wagner