"Trump treibt den Abzug von Investoren aus Dollar- und Staatsanleihen voran", titelt De Tijd. "Dollar zahlt die Zeche für Trump und fällt auf sein niedrigstes Niveau seit 2021", so der Aufmacher von L'Echo. "Dollar so niedrig wie seit Jahren nicht mehr", notiert Het Nieuwsblad auf Seite eins.
Zum aktuell niedrigen Stand des Dollars kommentiert De Tijd: Schritt für Schritt verspielt US-Präsident Trump das Vertrauen der Welt in sein Land. Sein Pokern mit dem Dollarkurs ist dabei besonders gefährlich. Seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit vor einem Jahr hat der Dollar im Vergleich zum Euro um zehn Prozent an Wert verloren. Trump sagt zwar, dass er die Währung im Griff habe, aber das stimmt nicht. Der Dollarkurs wird nämlich nicht von ihm, sondern von anderen Faktoren beeinflusst. Bei denen spielt das Vertrauen in die amerikanische Wirtschaft eine große Rolle. Dieses Vertrauen sinkt jedoch, Anleger ziehen ihr Geld aus den USA ab. Mit einem fallenden Dollarkurs könnte auch die Inflation in den USA bald wieder anziehen. Bei Trumps Wählern käme das sicher schlecht an, glaubt De Tijd.
Überraschung nicht ausgeschlossen
Ähnlich analysiert L'Echo: Das Hin und Her von Trumps politischen Gebaren wirkt sich auf die Wirtschaft aus. Die USA scheinen geschwächt. Für die Stimmung unter seinen Wählern bedeutet das nichts Gutes für Trump. Für sie ist ihre Kaufkraft das Wichtigste. Hier hat sich nicht viel verbessert. Durch eine schwache Wirtschaft droht sich die Lage eher zu verschlechtern. Im November stehen die Zwischenwahlen in den USA an. Bis dahin könnte es noch einige Überraschungen geben, überlegt L'Echo.
Gazet van Antwerpen beschäftigt sich mit der Ukraine und stellt fest: Trotz der vollmundigen Ankündigung von US-Präsident Trump den Krieg in der Ukraine schnell zu beenden, wird immer noch gekämpft. Für uns ist der Krieg allerdings in relativ weite Ferne gerückt. Ganz anders als noch kurz nach seinem Beginn fühlen wir uns kaum noch betroffen. Der Krieg in der Ukraine, das spielt sich jetzt in der Ukraine selbst ab oder bei Treffen von hohen Weltpolitikern in den USA, Abu Dhabi oder sonst wo. Für die Menschen in der Ukraine ist der Krieg dagegen täglich allgegenwärtig. Sie wehren sich weiter tapfer gegen die Übernahme durch Russland. Ihr Überlebenskampf hat eigentlich mehr Aufmerksamkeit verdient, nicht nur von unseren Politikern, sondern auch von jedem von uns, fordert Gazet van Antwerpen.
Keine Besserung in Sicht
Het Belang van Limburg schreibt zum Thema Einwanderung: Der Vlaams Belang, sicherlich inspiriert durch die Arbeit der US-Einwanderungsbehörde ICE, schlägt jetzt vor, eine Art belgische ICE einzurichten. Diese "Illegalenpolizei" soll aktiv nach Menschen suchen, die ohne Aufenthaltsgenehmigung in unserem Land sind. Schätzungsweise sind das zurzeit 100.000. Man muss dem Vlaams Belang zugutehalten, auf dieses Problem hinzuweisen. Denn ein Problem ist das durchaus. Diese Menschen leben ja von etwas, sonst würden sie verhungern. Entweder macht Belgien es wie Spanien und legalisiert jetzt all diese Menschen. Dann können sie normal arbeiten gehen und sich in die Gesellschaft eingliedern. Oder aber Belgien weist diese Menschen aus, damit sie die Gesellschaft nicht weiter belasten, meint Het Belang van Limburg.
L'Avenir kommentiert zu den überfüllten Gefängnissen: Es ist eine Bankrotterklärung, wenn Premierminister Bart De Wever jetzt vorschlägt, 1.300 Verurteilten ihre Gefängnisstrafe ersparen zu wollen. Verständlich ist der Vorschlag nur, weil natürlich etwas gemacht werden muss gegen das Langzeitproblem. Doch bislang ist es immer das Gleiche. Man schlägt vor, kündigt an, aber es verbessert sich nichts. Die Regierung sollte sich endlich am Riemen reißen und das Problem so lösen, dass es der Justiz und den Gefangenen in unserem Land gerecht wird, schimpft L'Avenir.
Wirtschaftsmission ins eigene Land
De Morgen weist darauf hin: Verantwortlich für die Gefängnisse ist Justizministerin Annelies Verlinden. Sie findet den Vorschlag von De Wever nicht gut, hat es aber bislang selbst auch nicht geschafft, mit ihrem Lösungsansatz das Problem der überfüllten Gefängnisse zu lösen. Verlinden bewegt sich mit ihrem Widerstand gegen De Wever auf dünnem Eis. Denn sie steht gerade auch wegen der verschwendeten Millionen beim Projekt i-Police in der Kritik. Es sieht danach aus, als ob De Wevers Regierung gerade ihre erste Personalkrise bekommen könnte, überlegt De Morgen.
Le Soir bemerkt zum Neujahrsempfang von König Philippe: In seiner Rede hat der König das Soziale in den Mittelpunkt gestellt und sich Sorgen gemacht. Konkret hat er vor den Folgen der Beschränkung des Arbeitslosengeldes und das Abrutschen von Menschen in prekäre Lebensverhältnisse gewarnt. Für den April hat er eine Wirtschaftsmission nicht ins Ausland angekündigt, sondern nach Belgien selbst. Im Süden und Norden des Landes will der König sich ein Bild machen vom Leben der Menschen. Dem Land kann das nur guttun, freut sich Le Soir.
Kay Wagner