"Angst vor Überschwemmungen", titelt Het Laatste Nieuws. Auch Belgien wappnet sich für Sturmtief Goretti. Zu erwarten sind starke Windböen und große Niederschlagsmengen: "In Belgien soll innerhalb von 48 Stunden mehr Regen oder Schnee fallen als im ganzen Monat Dezember: Bis zu 60 Liter pro Quadratmeter", warnt Het Laatste Nieuws. Im Osten des Landes droht derweil ein Schneechaos.
"Das starke Comeback der Hybrid-Fahrzeuge", so derweil die Aufmachergeschichte von Le Soir. "Nur noch jedes fünfte Auto, das Privatkunden kaufen, ist ein Neuwagen", so die Schlagzeile von De Tijd. Beide Blätter blicken also schon auf den Brüsseler Autosalon, der heute eröffnet wird. In Belgien fällt vor allem ein Trend auf: Hybrid-Fahrzeuge haben wieder den Wind in den Segeln. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Unter anderem hat die Föderalregierung Steuererleichterungen für diese Antriebsart wiederbelebt.
Sitzt die Politik noch hinter dem Steuer?
"Und genau hier liegt das Problem", ist L'Echo in seinem Leitartikel überzeugt. Im Automobilsektor gibt es viel zu viele Unwägbarkeiten und widersprüchliche Signale, was dazu führt, dass inzwischen nicht nur die Kunden, sondern auch die Hersteller den Überblick verloren haben. Das fängt auf der EU-Ebene an, wo ja gerade erst das Verbrenner-Aus aufgeweicht wurde. Aber auch in Belgien werden immer wieder alte Regeln revidiert oder neue Bestimmungen erlassen, was jede Planungssicherheit zunichte macht. In der Wallonie mussten die Neubesitzer von vollelektrischen Autos aufgrund einer Änderung der Berechnungsgrundlage plötzlich eine deutliche Erhöhung der Zulassungssteuer hinnehmen. Auf der föderalen Ebene wurde eine Abgabe auf Batterien eingeführt, die den Kauf eines E-Autos unattraktiver macht. Wie soll der Durchschnittsverbraucher da noch wissen, auf welche Antriebsart er beim Kauf seines nächsten Autos setzen soll? Resultat: Viele warten ab; der Markt droht mehr und mehr zu stagnieren. Da stellt sich die Frage: Sitzt da in der Politik eigentlich noch irgendjemand hinter dem Steuer?
Eine akademische Todsünde
Auf vielen Titelseiten sieht man aber auch Petra De Sutter. Die ehemalige Föderalministerin ist ja inzwischen Rektorin der Uni Gent. "Petra De Sutter patzt mit erfundenen Zitaten", so bringt Het Nieuwsblad die aktuelle Polemik auf den Punkt. Konkret: Die Rektorin hat eine Rede mit falschen und erfundenen Zitaten gespickt, die offensichtlich von einer Künstlichen Intelligenz produziert wurden.
"'Halluzinieren', das war nicht umsonst das Wort des Jahres 2025 in Flandern", stichelt De Standaard in seinem Kommentar. "Halluzinieren", gemeint ist damit im Niederländischen die Tatsache, dass Chatbots sich mitunter Informationen aus der Nase ziehen, die nicht auf verlässlichen Daten beruhen, die manchmal schlicht und einfach erfunden sind. Ebendiese Botschaft scheint aber nicht bis zu Petra De Sutter durchgedrungen zu sein. Und ausgerechnet sie hatte doch schon mehrmals in Referaten vor den Gefahren der Künstlichen Intelligenz in der akademischen Welt hingewiesen. Und jetzt tappt sie selbst in diese Falle. Dabei muss doch gerade die Rektorin einer Universität wissenschaftlich, deontologisch und pädagogisch vorbildlich sein. De Sutter hat sich angreifbar gemacht und ihre Position deutlich geschwächt.
Hoffentlich nehmen sich die Studenten kein Beispiel an ihrer Rektorin, meint auch Het Laatste Nieuws. Davon abgesehen: Wer in seiner Diplomarbeit genau damit erwischt wird, der bekommt eine glatte Null. Denn von Studierenden wird ja eben ein kritischer Reflex erwartet. Die Rektorin hat hier letztlich eine akademische Todsünde begangen, hat sie doch genau das missachtet, was den Kern einer jeden Universitätsausbildung ausmacht: Quellenkritik. Im Grunde wird die KI hier aber nur zum willkommenen Sündenbock: Die echte Gefahr ist nicht die Technologie, sondern die intellektuelle Faulheit.
Das Gespött der Welt
Die Polemik um Petra De Sutter ist da nur die Spitze des Eisbergs, hakt De Morgen ein. Chatbots wie ChatGPT oder Grok produzieren am laufenden Band Gesetzestexte oder wissenschaftliche Erkenntnisse, die schlicht und einfach nicht existieren. Das geht so weit, dass schon Anwälte bei Gerichtsverfahren angebliche Rechtsgrundsätze ins Feld geführt haben, die völlig aus der Luft gegriffen waren. Jetzt ist aber ein Höhepunkt erreicht: Die Rektorin der ehrwürdigen Universität von Gent sah offensichtlich auch nicht die Notwendigkeit, von der KI produzierte angebliche Zitate unter anderem von Albert Einstein gegenzuchecken. Nun: Laut Einstein sind Menschen schon für weniger zurückgetreten. Wobei er das wahrscheinlich nicht gesagt hat.
"Und was macht Petra De Sutter? Sie versteckt sich eben hinter der KI", zischt wütend Het Nieuwsblad. Das ist eigentlich der Gipfel! Denn eine Rektorin hätte niemals auf die Künstliche Intelligenz zurückgreifen dürfen, sie muss schlicht und einfach klüger sein als eine Maschine. Das Schlimme ist: Aus einer Befragung geht hervor, dass die meisten Professoren an der Uni Gent das Ganze auch nicht so problematisch sehen. Sind sie mit ihren Studenten auch so nachsichtig? Petra De Sutter und viele ihrer Kollegen scheinen zu verkennen, wie ernst der Imageschaden sein kann. Wenn die internationale Presse den Vorfall aufgreift, dann wird die Genter Universität zum Gespött der Welt. An jeder Bildungseinrichtung, die international ihr Prestige und ihre Glaubwürdigkeit hochhalten will, würde ein solcher Patzer sofort zum Rücktritt des Verantwortlichen führen. In Gent sieht man das offensichtlich anders.
Roger Pint