Haben die eh nicht schon genug Privilegien? Die Frage steht im Raum. Immerhin treffen ausgefallene Zug- und Busverbindungen viele Menschen mitten im Alltag. Schultransporte, Arbeitswege, viele mussten sich umorganisieren und schauen dementsprechend kritisch auf die Aktion diese Woche.
Dabei haben sich Streiks in der Vergangenheit als effektives Mittel bewiesen, um Forderungen an Politik und Arbeitgeber Nachdruck zu verleihen. Sie haben zentrale, gesellschaftliche Errungenschaften ermöglicht. Das kann man nicht klein reden. Trotzdem scheint die gesellschaftliche Akzeptanz für Streikaktionen zu sinken. Solidarität ist ja allgemein nicht mehr so “in”. Jeder ist sich oft selbst der Nächste.
Wie kann man also sicherstellen, dass Proteste wirksam bleiben? Dass sie einerseits von Bürgern unterstützt - und andererseits von Entscheidungsträgern gehört werden? In gewisser Weise sind Regierungen die Chefetage vom Öffentlichen Dienst. So wie Chefs in einem Unternehmen. Diese Chefs zeigen sich heute aber vielerorts gar nicht mehr offen für die Forderungen der Streikenden.
Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke sagte schon vor Beginn der Aktionen am Montag: "Die Zeit für Verhandlungen ist vorbei". Ist das ein Ausdruck von politischer Taubheit oder von einem Sozialstaat, der schon seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, über seine Kosten lebt?
Sparmaßnahmen sind nötig und staatliche Unterstützung muss effizienter verteilt werden. Welchen Spielraum haben Regierungen also heute noch, auf Forderungen "ihrer Angestellten" einzugehen? Ein Oppositionspolitiker würde jetzt zu Recht sagen, der liege in der Ausgestaltung der Sparmaßnahmen. Sparen ist eben nicht gleich sparen. Aber gespart werden muss und egal wie, irgendwo tut es weh. Wo? Das können wir mitbestimmen, indem wir wählen.
Da Solidarität keine Einbahnstraße ist, ist es deshalb heute wichtiger denn je, nicht nur auf die eigene Situation, sondern auch auf die Lage der Nation zu achten. Sonst riskieren Streikende, die Gesellschaft nur weiter zu spalten und jegliches Verständnis für ihre Sache zu verspielen.
Unterm Strich bleibt ein fader Beigeschmack: Im Höllenlärm der Machtpolitik gehen leise Töne unter. Humanität und Toleranz schallen leider nicht so laut. Da würde zuhören helfen. Wer schreit, verliert, sagt man ja nicht zu unrecht. Das gilt für beide Seiten.
Am Zuhören dürfen wir nicht sparen. Das müssen wir uns leisten.
Anne Kelleter
Nach solchen Kommentaren bin ich immer enttäuscht von der Menschheit.
Für sozial gerechtfertigte Forderungen hat jeder vernünftige Mensch Verständnis.Aber niemand hat Verständnis für besondere Privilegien, wie vorgezogene Renten.Warum soll Otto-Normalverbraucher arbeiten bis 67 und mit seinen Beiträgen vorgezogene Renten ermöglichen ? Es ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, dass alle möglichst gleichbehandelt werden.Man sollte nicht vergessen, dass wir alle im selben Boot sitzen.Wenn das Boot kentert, sind alle dran.Da nutzen auch die besten Beamtenstatuten nichts mehr.
In Belgien wird allgemein zu viel gestreikt.Das ist nicht gut für die Arbeitnehmer.Diese stärkste Waffe der Arbeitnehmer verliert so an Schärfe, weil man sich dran gewöhnt.
Den Gewerkschaften geht es anscheinend mehr um die eigene Daseinsberechtigung.Deren Bedeutung und Macht schwindet wie der Einfluss von Parteien und Kirchen.Es sind immer weniger Mitglied in einer Gewerkschaft.Das erklärt auch die harte Vorgehensweise.Man sträubt sich mit allen Mitteln gegen den eigenen Niedergang.
"Warum soll Otto-Normalverbraucher arbeiten bis 67 und mit seinen Beiträgen vorgezogene Renten ermöglichen ? Es ist eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, dass alle möglichst gleichbehandelt werden."
Definitiv wahr!
Ausgerechnet u.a. Flämisch-Wallonische Beamten mit jeder nur denkbaren Art von Privilegien. Und die fallen immer häufiger mit vielen weiteren "Krisen-Überprofiteuren". Erstrecht seit COVID-Ende. Sozialhilfebetrüger, Steuerbetrüger, Extremsportler und viel mehr EU-weit um Deutschland herum auffallend durch rechtsextremistisches Treiben.
Ausgerechnet zeitgleich seit immer mehr Menschen in der BRD schwach und kaputt bis demnächst sogar wohl 70 schufften müssen und vorher schon ins Grab fallen.
Durch Massen-Obdachlosigkeit, Opfer von Gewaltverbrechen, Umweltzerstoerung.