Herbert Grönemeyer wird 65

Herbert Grönemeyer gehört zu den Musikern, die man direkt an ihrer außergewöhnlichen Stimme und Art zu singen erkennt. Aus der deutschsprachigen Musik ist er nicht mehr wegzudenken. Am Montag feiert er seinen 65. Geburtstag.

Grönemeyer bei einem Auftritt im Jahr 2019 (Bild: Martin Schutt/DPA)

Grönemeyer bei einem Auftritt im Jahr 2019 (Bild: Martin Schutt/DPA)

Viele verbinden mit Herbert Grönemeyers Musik das Ruhrgebiet und vor allem Bochum: Die Stadt, in der er aufgewachsen ist. Mit seiner Hymne an Bochum hat Grönemeyer auch schließlich den Durchbruch als Sänger in den 80er Jahren geschafft. Dabei hatte er eine Musikerkarriere gar nicht geplant, sondern von einer Fußballkarriere geträumt.

Tatsächlich war Grönemeyer als Sänger nicht von Anfang an erfolgreich. Vor 40 Jahren ist er im Film „Das Boot“ von Wolfgang Petersen in die Rolle des Kriegsberichterstatters Leutnant Werner geschlüpft. Ein Millionenpublikum hat ihn da gesehen.

Der Durchbruch als Musiker kam etwas später: 1984 wurde „4630 Bochum“ zum erfolgreichsten Album des Jahres in Deutschland. Auf dem Album ist auch der berühmte Song „Männer“ erschienen.

Seitdem sind seine millionenfach verkauften Alben immer wieder wochenlang auf Platz eins der Charts gelandet. Das gilt auch für das aktuellste Album „Tumult“ von 2018. Und im vergangenen Jahr widmete er Ärzten, Pflegerinnen, Kassiererinnen und Wissenschaftlern in der Pandemie den Song „Helden dieser Zeiten“.

Bezug nach Ostbelgien

Überall in Deutschland hat er auf Bühnen gestanden. Und auch in Ostbelgien ist er schon mal gelandet: Im Eupener Capitol ist der Musiker einmal aufgetreten und 2012 in Lontzen.

Auch in den 80er Jahren war Grönemeyer schon mal in der Region: „Wir haben hier in Membach meine Platte ‚Ö‘ aufgenommen. Da haben wir ein Haus gemietet“, so der Sänger. Er schätze die Mentalität und Herzlichkeit der Belgier. „Das tut uns preußischen Deutschen gut.“

Auch zum BRF hat er eine besondere Verbindung: “ Vom Belgischen Rundfunk habe ich meinen ersten Preis bekommen als bester Nachwuchskünstler – von 1982. Die haben als erstes erkannt, dass ich anscheinend Talent habe. Das war zur selben Zeit, als mir die Plattenfirma wegen Erfolglosigkeit gekündigt hat“, lacht Grönemeyer. „Deswegen habe ich ein besonderes Verhältnis zum Belgischen Rundfunk.“

BRF-Musikredakteur Hans Reul erinnert sich noch gut an Grönemeyers Auftritt bei einer BRF-Rock-Nacht. Grönemeyer war damals 28 Jahre alt. Es war sein ersten Auftritt in Ostbelgien, 1984 in Elsenborn. „Er sang vier Lieder, die nur wenige Wochen später auf seinem Album ‚Bochum‘ erschienen sind. Herbert Grönemeyer war unglaublich nervös. Sein Manager musste sogar mit ihm auf die Bühne, ganz in der Nähe sitzen. Er war es nicht gewöhnt, vor einem vollen Saal Musik zu machen“, erzählt Hans Reul. „Wir haben Grönemeyer damals die erste BRF-Ehrenantenne verliehen.“

In die Platte „Mensch“ hat Grönemeyer 2002 besonders viele Emotionen gesteckt. 1998 starb ein Bruder und kurz darauf seine Frau Anna. Die Trauer verarbeitet er musikalisch. Und auch „Mensch“ wurde ein großer Erfolg mit über drei Millionen verkauften Alben.

Zum Geburtstag wünscht sich der Sänger vermutlich eins: Dass er bald wieder auf der Bühne stehen kann. Letztes Jahr auf einer Demo in Berlin hat er sich nämlich dafür stark gemacht, dass freischaffende Künstler wieder auftreten dürfen.

lo/rasch