Kinderliedermacher Volker Rosin denkt noch lange nicht ans Aufhören

Die ganz kleinen Zuschauer kennen seine Lieder ganz bestimmt, auch die ein oder anderen Eltern werden die Melodien schon mal gehört haben. Die Rede ist von der Musik des Liedermachers Volker Rosin. Seit mehr als vierzig Jahren musiziert er für Kinder und gehört zu den bekanntesten deutschen Kinderliedermachern.

Volker Rosin

Volker Rosin (Bild: Olivier Krickel/BRF)

„Ich hab angefangen als Erzieher im Kindergarten. Ich habe also eine pädagogische Ausbildung gemacht und dann auch noch Diplom-Sozialpädagogik studiert“, erzählt der Kinderliedermacher Volker Rosin, der Mitte Februar für die Sendung „Künstlertreff“ mit Horst Senker im BRF zu Gast war.

„Ich habe aber auch familiär eine musikalische Ader gehabt und dann auch im Kindergarten gesungen, meine Gitarre mitgebracht. Dabei habe ich festgestellt, dass es ja nicht nur die alten Kinderlieder gibt, sondern auch neue. Und das hat mich motiviert, selbst auch mal ein paar neue Lieder zu schreiben.“

Volker Rosin entschloss sich, das musikalische Talent mit dem Beruf zu verbinden und widmete sich nach und nach ganz der Kindermusik – wohl wissend, dass er sich damit nicht das einfachste Publikum ausgesucht hatte: „Man muss sich sein Publikum schon ein bisschen erarbeiten. Kinder sind das ehrlichste Publikum der Welt, sie sind sehr spontan. Wenn es ihnen gut gefällt, dann sind sie dabei und wenn es ihnen nicht gefällt, muss man damit rechnen, dass sie auch einfach mal abhauen.“

Kinder sind für Volker Rosin das beste Publikum, ihnen traut der Liedermacher auch eine ganze Menge zu: „Kinder haben es verdient, dass sie abwechslungsreiche Musik hören. Also nicht nur Schlager, nicht nur Pop, nicht nur Rock, nicht nur Hip-Hop. Sie sollen viele Genres kennenlernen. Die Festplatte bei den Kindern ist ja noch leer. Sie können und wollen noch vieles kennenlernen. Kinder wollen auch mal Blasmusik hören, da haben sie keine Probleme mit.“

Ob „Der Gorilla mit der Sonnenbrille“ oder das „Singende Känguru“ – Volker Rosins Lieder laden ein und animieren zur Bewegung: „Es war eigentlich von Anfang an bei mir so, dass ich den Bewegungscharakter in den Vordergrund gestellt habe. Solche Lieder wie „Ich hab Hände, sogar zwei und auch Haare, mehr als drei“, die haben früher funktioniert und die funktionieren heute auch.“

„Vielleicht geht es etwas mehr in die Tanzrichtung, wenn ich an meine erfolgreiche Kika-Sendung Tanzalarm denke, die seit fast 20 Jahren jetzt läuft. Da geht es darum, Kinder in Bewegung zu bringen und zu überraschen, aber auch Eltern in Bewegung zu bringen und dass man so eine gemeinsame kleine Party feiert.“

Musik zum Mitmachen

Klassische Kinderlieder oder Musical, Pop, Rock oder Schlager, Liederbuch oder Hörspiel – Volker Rosin hat unabhängig von Genregrenzen sein Erfolgsrezept gefunden: „Kinder merken, dass ich ihr Freund bin. Ich biete ihnen etwas an: Mitklatschen, mitsingen, mitspringen, mitschunkeln, mit Party machen. Oder vielleicht auch mitkuscheln. Also es ist ein sehr abwechslungsreiches Programm bei mir.“

Auf diesen Ansatz blickt Volker Rosin pünktlich zu seinem 65. Geburtstag stolz zurück – und blickt gleichzeitig voller Tatendrang auf die Zeit, die vor ihm liegt: „Ich habe noch sehr viel vor, ich will natürlich noch weitermachen. Ich habe einmal spaßeshalber gesagt, dass ich vielleicht mal der Johannes Heesters der Kinderliedermacher werde.“

„Ich denke, solange ich gesund bin, solange ich authentisch bin, solange die Kinder mich auch ernst nehmen, in dem, was ich mache, solange ich noch Ideen habe, solange möchte ich auch weitermachen. Ich bin gesund, ich bin positiv denkend, ich freue mich auf die nächsten 65 Jahre.“

Andreas Lejeune