US-Soul-Sänger Barry White vor 75 Jahren geboren

Er war im wahrsten Sinne des Wortes ein musikalisches Schwergewicht. Ein Bär von einem Mann, mit einer tiefen, kraftvollen Bass-Bariton-Stimme und mit vielen Hits. Seine Songs "You're the First, the Last, My Everything" oder "Can't Get Enough of Your Love, Babe" waren die Renner auf Parties, in Tanzschulen und Discotheken. Barry White prägte den Philadelphia-Soul-Sound der 1970er Jahre wie kein anderer.

Barry White am 19.11.1999 in Zürich (Bild: Keystone/Monika Zaugg/EPA)

Barry White am 19.11.1999 in Zürich (Bild: Keystone/Monika Zaugg/EPA)

Mit über einhundert Millionen verkauften Alben gehörte der US-amerikanische Soul-Sänger, Musiker, Komponist und Orchesterleiter Barry White zu den kommerziell erfolgreichsten Musikern weltweit.

Aufgewachsen ist er in Los Angeles, in bescheidenen Verhältnissen. Als Jugendlicher war er Mitglied in einer Straßengang und landete sogar im Knast. Die Liebe zur Musik brachte ihn dann aber schließlich wieder auf die richtige Bahn. Doch es dauerte lange, bis er den Durchbruch im Musik-Business schaffte: „Ich habe über elf Jahre dafür gekämpft. Es waren Jahre voller Enttäuschungen. Man hat mich belogen, meine Songs abgelehnt und mir gesagt, ich würde es nie schaffen. Man hat mich ausgelacht, als ich nach fünf Jahren harter Arbeit immer noch keinen Hit hatte. Ich habe viel durchgemacht, aber das ist der Preis dafür, dass ich schon mit 17 davon geträumt hatte, erfolgreich zu sein. Geschafft habe ich es erst, als ich 28 war. Es ging mir dabei nie ums Geld oder tolle Autos. Ich habe all die Schläge eingesteckt, weil ich die Musik liebe. Sie ist in meinem Körper, in meiner Seele. Musik ist mein Leben.“

Barry White wurde zu einem der Protagonisten der US-amerikanischen Philadelphia-Soul-Szene, die Mitte der 1970er Jahre weltweit die Diskotheken eroberte. Die gelungene Mischung aus tanzbaren Rhythmen, schmusigen Gesangs-Stimmen, butterweichen Chören und süßen Violinen kam damals bestens an. Es gab viele Interpreten, jede Menge Songs, aber nur ein paar Komponisten, die damals den Ton angaben und das große Geschäft machten: „Der Philly-Sound, das waren Kenny Gamble, Leon Huff, Tom Bell und ich, Barry White. Wir waren gute Freunde und wir bestimmten den Sound der 1970er Jahre. Tom Bell mit den Bands wie „Stylistics“ und „Spinners“. Gamble und Huff mit den „O’Jays“, Teddy Pendergrass und den „Three Degrees“. Und ich mit dem Chor „Love Unlimited“ und mit dem „Love Unlimited Orchestra“ und als Sänger meiner eigenen Stücke. Wir hatten die Klasse, die Magie, wir machten die Musik, Mann! Und vollkommen anders, als die anderen.“

Als die 1980er Jahre mit dem Synthie-Pop einen neuen Sound hervorbrachten, ebbte der Erfolg für Barry White allmählich ab. Er brachte zwar bis 1999 immer wieder neue Alben auf den Markt und versuchte mit dem einen oder anderen Klangexperiment, seine Musik etwas aufzufrischen, aber an die enorme Popularität, die er in den 1970ern hatte, kam er nie mehr heran.

Am 4. Juli 2003, am US-amerikanischen Nationalfeiertag, starb Barry White im Alter von 58 Jahren. Sein Vermächtnis sind unzählige Songs, in denen eine Botschaft immer im Vordergrund stand: „Jeder Sänger und Songschreiber braucht ein Thema. Ich habe mich für die Liebe entschieden, weil ich sie für den bedeutendsten und vielfältigsten Aspekt halte, den es auf der Welt gibt. Liebe war immer das Wichtigste in meinem Leben. Da hat mich meine Mutter stark geprägt und beeinflusst. Ich glaube auch, dass Politiker, die als Kind in ihrer Familie mit großer Liebe erzogen wurden, ein Land menschlicher regieren können, als die, die Liebe nie erfahren haben. Die sind nur ehrgeizig.“

Am 12. September vor 75 Jahren wurde US-Soul-Star Barry White geboren.

Alfried Schmitz

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