Briefe von Charles Aznavour kommen unter den Hammer

Kaum ein französischer Sänger war weltweit so bekannt wie Charles Aznavour. Im letzten Herbst ist er im Alter von 94 Jahren gestorben. Jetzt wird seine Korrespondenz versteigert.

Konzert von Charles Aznavour in Antwerpen im Dezember 2016 (Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga)

Konzert von Charles Aznavour in Antwerpen im Dezember 2016 (Bild: Nicolas Maeterlinck/Belga)

Es geht um 42 Briefe, neun Postkarten und ebenso viele Telegramme, dazu mehr als hundert Manuskriptseiten, die der „französische Sinatra“, wie Charles Aznavour genannt wurde, geschrieben hat.

Die Briefe schrieb er an seine Jugendliebe Claude Maissiat. Als sich die beiden 1958 kennenlernten, war sie erst 20 Jahre alt. Sechs Jahre dauerte die Liebes-Korrespondenz. Aznavour schreibt darin, dass er an Claude denkt, er teilt ihr mit, was er so den Tag lang macht und berichtet von seinen Touren.

Er hat die Briefe und Telegramme im Flugzeug geschrieben, vom Hotel aus oder dem Boot. Von Orten weltweit – wie Venedig, Athen, Brüssel, New York oder Rio. „Eine bemerkenswerte und wunderbare Sammlung von Liebesbriefen des Sängers zu Beginn seines Ruhmes an eine junge Schönheit“, sagt ein Aznavour-Kenner in der RTBF.

Am Auktionshaus „Cornette de Saint Cyr“ in Paris wird die Korrespondenz am Freitag versteigert. Für das gesamte Paket an Briefen werden zwischen 30.000 und 40.000 Euro veranschlagt.

Vielseitige Karriere

Charles Aznavour wurde durch Lieder wie „La Bohème“ oder „Formidable“ bekannt. Er war aber nicht nur Sänger und Komponist, sondern auch Schauspieler. Zum Beispiel spielte er in Volker Schlöndorffs „Blechtrommel“.

Dazu war er armenischer Botschafter in der Schweiz. Aznavour war der Sohn armenischer Flüchtlinge, geboren wurde er 1924 in Paris. Der Durchbruch gelang ihm kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, als er Edith Piafs Tourneebegleiter wurde.

Aznavour hat über tausend Lieder geschrieben und weltweit fast 200 Millionen Platten verkauft.

rtbf/jp/km

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