Stefan Waggershausen in Eupen

Woher kommt eigentlich der Name "Waggershausen"? Das ist ein Stadtteil von Friedrichshafen am Bodensee. Dort zuhause und auch aufgewachsen ist der Sänger und Musiker Stefan Waggershausen. Schon in den 80er Jahren war er prägend in der deutschsprachigen Popmusik. Jetzt hat er im reiferen Alter ein neues Album veröffentlicht. Das hat er zum Anlass gekommen, den BRF zu besuchen.

Der Mann leistet sich große Pausen. Beim vorletzten Album vergingen 14 Jahre. Jetzt hat er sich neun Jahre Zeit gelassen für sein jüngstes Werk. Dem hat er den denkwürdigen Titel gegeben „Aus der Zeit gefallen“. „Ich bin natürlich neun Jahre mehr oder weniger weg gewesen als Solist und bin jetzt plötzlich wieder ‚aus der Zeit‘ gefallen, obwohl ich andere Projekte gemacht habe“, erklärt Waggershausen.

„Außerdem ist es so, dass das Album ein bisschen anachronistisch produziert worden ist  – in mehreren Etappen und mit sehr viel Lust am Arrangement und an der Spielfreude. Heutzutage muss ja alles sehr schnell aus dem Computer gemacht werden und hitparadenfähig sein. Wir sind der komplette Gegenentwurf und haben uns einfach drei Jahre Zeit gelassen, immer wieder die Songs in neuem Gewand aufzunehmen und das ist irgendwie ‚aus der Zeit gefallen‘.“

Vor rund 45 Jahren startete Stefan Waggershausen seine Laufbahn in der deutschsprachigen Musiklandschaft. Zuerst war er Popmusiker mit eigenen Songs. Später landete er Hits mit wirkungsvollen Duetten an der Seite von Alice, Ofra Haza und Viktor Lazlo. „Und dann habe ich viele Jahre gesagt, ich bin kein Wiederholungstäter, ich mach das nicht nochmal – bis ich in Brüssel Miss Lazlo begegnet bin.“

„Louisiana“ hieß 1995 eines seiner Alben. Damit war er seinem heutigen Stil schon sehr nah gekommen. „Das nenn ich immer mein Louisiana Country Rock Blues in Deutsch. Ich will authentische Geschichten als musikalischer Geschichtenerzähler transportieren und ich will sie glaubwürdig rüberbringen. Das ist das Allerwichtigste – und wenn das ein bisschen kauzig und schräg wirkt, ist es ok. Das bin ich.“

Leidenschaft und Lust, so klingt es, sind für Stefan Waggershausen wichtiger als Kommerz. Er schrieb Lieder für Fernsehserien und produzierte mit Otto Waalkes ein Album zur Filmreihe „Ice Age“. Für die nächste Zeit ist aber wieder der Blues tonangebend.

Früher war Stefan Waggershausen der sanfte Rebell. Mit 60 besang er den alten Wolf und hatte einen neuen Beinamen. 70 geworden ist er im Februar. „Ich hab kein musikalisches Alterslimit gesetzt für mich. Ich bleibe in meinen Musikstiefeln, das tun andere ja auch mit 75 noch. Keith Richards zum Beispiel rennt auch noch rum und turnt noch auf der Bühne.“

Trotz großer Pausen ist also mit Stefan Waggershausen weiterhin zu rechnen. Mehr über ihn erfahren Sie am kommenden Sonntag, 31. März ab 13:05 Uhr im Künstlertreff auf BRF 2.

Horst Senker

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