Musik liebt Jamaika: Reggae soll immaterielles Kulturerbe werden

Reggaemusik ist wohl jedem ein Begriff. Nicht umsonst hat Jamaika das Genre für die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit vorgeschlagen. Diese Woche berät der zuständige Ausschuss der Unesco darüber, ob Reggae aufgenommen wird oder nicht.

Reggae

Illustrationsbild: Pixabay

Wie tief die europäische Popkultur in Jamaika verwurzelt ist, beweist unter anderem das Kinderlied „Bananenbrot“ von Rolf Zuckovski. Im Original wurde dieses Stück nicht von Rolf Zuckovski, sondern von der jamaikanischen Folk-Künstlerin Louise Bennett gesungen. „Day Dah Light“, so der Titel des Originals, das in den 50er Jahren entstanden ist.

Mento heißt die jamaikanische Folkmusik. Sie ist der Vorläufer der Ska-Musik und Ska ist der Vorläufer von Reggae. Ska entstand Ende der 50er Jahre aus der jamaikanischen Unabhängigkeitsbewegung. Es ist eine Kombination aus Mento, mit Einflüssen von Rhythm & Blues, Jazz und Boogie-Woogie und soll die jamaikanische Lebensweise vertonen.

Aus Ska wurde Reggae. Instrumentation und Gesangsart sind sich ähnlich, aber der Beat wurde verlangsamt. Der erste richtige Reggae-Song stammt von Lee „Scratch“ Perry: „People funny boy“ heißt der Titel aus dem Jahr 1968. Noch im selben Jahr wurde der Reggae weltweit berühmt. Erste Erfolge im Ausland feierte Desmond Dekker mit „The Israelites“.

Reggaemusik ist engagiert. Die Texte sprechen vom Leben, wehren sich gegen Ungerechtigkeit, vor allem gegen Schwarze. Dank des lebensfrohen Beats ist sie vielleicht die erfolgreichste Protestmusik der Welt – ganz besonders dank dem jamaikanischen Nationalhelden und Reggae-Ikone Bob Marley, der ab Mitte der siebziger Jahre die Stimme des Reggae war.

Heute ist Reggae schon lange mehr als nur Musik, Reggae ist Lebenseinstellung, Stil und Denkweise. Und er beeinflusst Künstler weltweit – auch deutschsprachige und auch solche, die man sonst gar nicht mit Reggae in Verbindung bringt.

ake/mg

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