Vor 40 Jahren starb Jacques Brel

Am Dienstag vor genau 40 Jahren starb Jacques Brel. Der Chansonnier aus Brüssel war eine lebende Legende. Seit seinem Tod am 9. Oktober 1978 gilt er als eine der größten musikalischen Ikonen, die Belgien je hervorgebracht hat.

Jacques Brel

Jacques Brel (l.) 1968 gemeinsam mit Mort Shuman (Archivbild: Belga)

Er war erst 49 Jahre alt, als er die Bühne des Lebens verließ. Mit Chansons wie „Ne me quitte pas“, „Amsterdam“ oder „Le plat pays“ erlangte Jacques Brel Weltruhm. Seine Lieder handeln von Sehnsucht und Liebe, die Texte sind aber auch gesellschaftskritisch.

In den 1960er Jahren schafft Brel musikalisch den Durchbruch. Doch es sind die Früchte harter Arbeit, er hat sich seine Stellung erkämpft. Sein erstes Album, das 1954 erschien, war ein Flop. Zwei Jahre später das zweite ebenfalls. Danach will die Plattenfirma nicht mehr mit ihm arbeiten. „Dieser Belgier kostet uns nur Geld“, hieß es. Sein Produzent aber glaubt an ihn. Jacques Cannetti holt ihn nach Paris. Er überzeugt ihn, bei einem Abendessen mit Firmenvertretern und Kunden ein Liebeslied zu präsentieren. Etwas widerwillig singt Brel „Quand on n’a que l’amour“ – es wird sein erster durchschlagender Erfolg.

Brel, der in Schaerbeek aufwuchs, verstand sich als französischsprachiger Flame. Den Flamen und ihrer Sprache stand er sehr kritisch gegenüber. In seinem Lied „Les flamands“ macht er sich über sie lustig – was viele beleidigte. Später sagte Brel, er habe nicht die Flamen, sondern die „Flamingants, die flämischen Nationalisten, kritisieren wollen. Später wird er mehrere seiner Lieder ins Niederländische übersetzen. Darunter „La plat pays“, in dem er die Schönheit von Westflandern besingt – der Provinz, aus der sein Vater stammt.

Nach Jahren intensiver Tourneen und Tausender Auftritte trifft Jacques Brel 1967 eine drastische Entscheidung: Er kündigt seinen Rücktritt von der Bühne an. Die Nachricht schlägt ein wie eine Bombe, denn er ist zu der Zeit auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Sein letztes Konzert gibt er in Roubaix. Danach stellt er sich sofort einer neuen Herausforderung: der Schauspielerei. Schon 1968 spielt er den Don Quichotte in „L’Homme de la Mancha“ in der Brüsseler Monnaie. Er schreibt auch Drehbücher, komponiert Filmmusik und versucht sich sogar zweimal als Regisseur. Doch den Erfolg, den er auf der Bühne hatte, erlebt er auf der Leinwand nie.

Anfang der 70er Jahre hat Brel zwei neue Leidenschaften: das Segeln und das Fliegen. Mit seiner Geliebten Maddly unternimmt er eine Weltreise und landet schließlich auf der Marquesa-Insel Hiva Oa, wo er noch letzte Chansons schreibt – inzwischen gezeichnet von einer Lungenkrankheit. Stark geschwächt schafft er noch die Aufnahme der Chansons „Jaurès“ oder „Voir un ami pleurer“.

Am 9. Oktober 1978 stirbt Jacques Brel in einem Pariser Krankenhaus, am heutigen Dienstag vor genau 40 Jahren.

rtbf/vrt/libre/dh/jp

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