Der amerikanische Musiker Steve Lukather wird 60

Steve Lukather ist eine internationale Musikgröße. Mit Schulfreunden gründete er vor vierzig Jahren die US-Top-Band "Toto", die mit "Hold the Line", "Africa" oder "Rosanna" weltberühmt wurde. 1989 startete er zudem auch noch eine Solokarriere und veröffentlichte bislang acht Alben. Am Samstag wird der rastlose Musiker 60 Jahre alt.

Steve Lukather: Bekannt geworden ist er vor allem durch seine Band Toto, aber auch durch seine Arbeit als Gastmusiker für Stars wie Michael Jackson, Lionel Richie, Olivia Newton-John oder Richard Marx

Steve Lukather: Bekannt geworden ist er vor allem durch seine Band Toto, aber auch durch seine Arbeit als Gastmusiker für Stars wie Michael Jackson, Lionel Richie, Olivia Newton-John oder Richard Marx

„Mit Toto hat alles für mich angefangen. Wir haben die Band gegründet, als wir noch auf der High School waren. Und unser allererster Song wurde sofort ein Hit. Das war ein Traum. Ich habe dann aber auch schon bald Solo-Alben aufgenommen. Das erste, als Toto eine lange Konzertpause eingelegt hatte, weil Bandmitglied Jeff Porcaro Vater geworden war und sich um seine Familie kümmern wollte“, erinnert sich Steve Lukather.

„Ich höre nie auf zu arbeiten. Zwei Wochen Pause fühlen sich für mich an wie ein ganzes Jahr. Ich schreibe laufend neue Songs, bin laufend auf Achse und ich liebe es, auf der Bühne zu stehen und Konzerte zu geben. Dafür würde ich sterben.“

Stars und Grammys

Steve Lukather ist ein begnadeter Gitarrist, ein versierter Produzent und Songschreiber. Mit vielen großen Stars hat er schon im Studio gestanden und hat als Gastmusiker Songs mit ihnen aufgenommen. „Es werden mehr als 1.500 sein. Einige wurde ziemlich erfolgreich. ‚Thriller‘ von Michael Jackson war so ein riesiger Erfolg. Ich war drei Jahre hintereinander an Alben beteiligt, die mit einem Grammy ausgezeichnet wurden. Ich habe bei so einigen Hits mitgespielt, die im Radio rauf und runter gespielt wurden“, sagt Lukather.

„Aber eigentlich ist es mir egal, ob die Songs in die Charts kommen oder nicht. Wer kümmert sich schon in hundert Jahren darum, wer bei all den Songs die Gitarre gespielt hat.“ Bei vielen Songs auf Michael Jacksons „Thriller“-Album war Steve Lukather als Gitarrist beteiligt. So auch bei „Beat It“.

Wie seine Bandkollegen von Toto hat Steve Lukather sein musikalisches Handwerk von der Pike auf gelernt und schon als kleiner Junge Gitarre gelernt. Mit einer billigen akustischen Gitarre, die ihm sein Vater geschenkt hatte, spielte er die Songs der „Beatles“ nach, bis er gut genug war, um seine Karriere zu starten.

Musikbranche im Wandel

Seitdem hat sich in der Musikbranche einiges geändert. „Als ich ein Kind war, da gab es gerade mal eine Handvoll von Musikern. Heute kann doch jede Garagenband, die ein Laptop mit einem entsprechenden Sound-Programm hat, Songs aufnehmen und sie bei YouTube hochladen. Die Musikfirmen investieren kein Geld mehr in neue Künstler“, meint Lukather.

„Wo sind die Leute, die tausende von Stunden üben, bis sie so gut spielen können, um richtige Songs aufzunehmen? Viele Leute können gerade mal drei Akkorde spielen. Egal, Hauptsache, sie sehen gut aus. Dann sagen die Manager: Wir machen einen Star aus Dir. Die Musik mischen wir schon im Computer irgendwie zusammen. Die Karriere dieser ‚Künstler‘ ist dann aber auch meistens schon nach nur zwei Jahren am Ende. Die Industrie benutzt Musiker heute wie Chips in einem Pokerspiel.“

Gesundes Leben

Steve Lukather gibt heute offen zu, dass es Zeiten gab, als ihm der große Erfolg zu Kopf gestiegen und seinen Charakter verdorben hatte. Er war arrogant, hochnäsig, nahm Drogen und trank viel zu viel Alkohol. Doch seit vielen Jahren lebt der vierfache Vater gesund, treibt viel Sport und macht sich tiefschürfend Gedanken über das Leben. „Ich bin in einem Alter, wo schon viele meiner Freunde krank oder sogar tot sind. Ich habe vier Kinder. Und da denke ich manchmal darüber nach, was so alles in dieser Welt los ist. Warum sind alle nur so egoistisch? Was ist mit der Idee von Liebe und Friede passiert, mit der ich in den 1960ern aufgewachsen bin?“, fragt Lukather.

„Ich denke oft an den Beatles-Song: ‚Come together‘ – ‚Kommt zueinander‘. Aber das Gegenteil passiert doch heute. Jeder lebt nur noch für sich. Da ist so viel Hass in der Welt. Wenn Leute nicht einer Meinung sind, dann wird nicht diskutiert, die schlagen sich die Köpfe ein. Dabei sind verschiedene Standpunkte doch toll. Das bringt uns doch den Fortschritt. Aber unser Leben wird nur noch von Habgier, Korruption und Egoismus bestimmt.“

Alfried Schmitz - Archivbild: Peter Schneider/EPA

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