Alles für die Kunst: Arte präsentiert das Kunst-Talent

Moderne Kunst lässt sich im Fernsehen nur schwer darstellen. Der Kultursender Arte probiert es mit einer Art Casting-Show mit jungen Talenten. Gemeinsam mit RTBF und ZDF wurden für das Projekt Bewerbungen von rund 2000 Künstlern aus Deutschland, Frankreich und Belgien gesichtet und ausgewertet.

Die Teilnehmer der Masterclass "Alles für die Kunst!" in ihrem Atelier in Berlin

Die Teilnehmer der Masterclass "Alles für die Kunst!" in ihrem Atelier in Berlin

Sieben Künstler, ein Berliner Loft-Atelier, Mentoren, Juroren und einige Kameras – fertig ist die Arte-Serie „Alles für die Kunst!“. Mit dem Format, das ein wenig an Castings-Shows der Privaten erinnert, will der Kultursender das Verständnis für moderne Kunst wecken.

Am Ende haben vier der sieben jungen Talente durchgehalten und die ihnen gestellten Aufgaben wie „Selbstporträt“, „Aktzeichnung“ und „Schock und Provokation“ erfüllt. Ihre Werke sind ab diesem Freitag in einer kleinen Ausstellung im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe zu sehen. Parallel dazu läuft in Arte immer sonntags die Dokumentation – insgesamt sechs Folgen.

Keine Gewinner und Verlierer

„Es war ein wenig wie Ohr-Abschneiden“, fasste der 31-jährige Finalist Ismael Dua am Donnerstag bei der Präsentation die Erfahrungen zusammen. Das Markenzeichen des gebürtigen Berliners ist das Din A4-Format – viele Zeichnungen werden zu einer großen Installation gehängt. Ihm und seinen Mitstreitern sei es nicht immer leicht gefallen, sich den Anforderungen des Fernsehens zu unterwerfen, deshalb hätten drei Kollegen das Loft auch verlassen. Ihre Gründe werden in der fünften Folge thematisiert.

Die 25-jährige, russlandstämmige Elina Solomonov, die mit Collagen arbeitet, ist überrascht, wie sehr das Fernsehen komprimiert. „Wir haben so viel geredet – und davon ist nur wenig übriggeblieben.“ Am Anfang sei es schon ein Schock für sie gewesen, sich selbst im Film zu sehen und reden zu hören. Den Vergleich mit Formaten wie Supermodel findet sie allerdings unpassend. „Bei uns ist keiner rausgeflogen. Unsere Werke wurden zwar kritisiert, aber es gab keine Gewinner und Verlierer. Es ging um den Prozess.“

Der ebenfalls 25-jährige Lyes Hammadouche aus Paris, der sich in seinen ausgeklügelten Werken mit der Zeit beschäftigt, pflichtet ihr bei: „Wir wussten alle, dass wir uns dem Format unterwerfen mussten, aber es diente der Verbreitung der Kunst.“

Arte hatte gemeinsam mit RTBF und ZDF für das Projekt Bewerbungen von rund 2000 Künstlern aus Deutschland, Frankreich und Belgien gesichtet und ausgewertet. Sieben von ihnen schafften es schließlich in die Masterclass. Als Gewinn winkten die Sendung und die Ausstellung.

dpa - Bild: ZDF / © Michael Sombetzki

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