Hilfe zur Integration: RTBF Ukraine gestartet

Fast 12.000 Kriegsflüchtlinge sind seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine nach Belgien geflohen. Nun gibt es einen Radiosender, der in Belgien 24 Stunden auf 24 in ukrainischer Sprache sendet.

Flagge der Ukraine bei Demo in Bordeaux

Illustrationsbild: Thibaud Moritz/AFP

Der Sender ist von der RTBF aus der Taufe gehoben worden. Am Montagabend wurde er geschaltet und sendet rund um die Uhr – ausschließlich in ukrainischer Sprache.

Präsentiert wird das Radioprogramm von Micha, einem 25-jährigen Ukrainer, der vor dem Krieg ein Jahr in Brüssel gelebt hat und die Stadt deshalb gut kennt und auch sehr gut Französisch spricht. Er war vor Ausbruch des Kriegs auf einer Reise in Spanien unterwegs und ist von dort nach Brüssel zurückgekehrt.

Praktische Informationen stehen im Vordergrund

Vieles wird in Schleife ausgestrahlt – nämlich alle praktischen Informationen zu den Themen Unterkunft, Miete, Krankenversicherung, Arbeitsrecht und so weiter. Es geht weniger darum, die Ukrainer mit Nachrichten über die Kriegslage zu versorgen – wobei das auch stattfindet.

Dabei wird der Moderator Micha, der kein Journalist ist, von zwei Journalisten der RTBF eng begleitet. Micha ist als Muttersprachler sozusagen die Schnittstelle zwischen dem Sender und seinen ukrainischen Hörern.

Den Geflüchteten Belgien erklären

Im Großen und Ganzen geht es der RTBF aber hauptsächlich darum, den Geflüchteten Belgien zu erklären. Sie sollen wissen, wie das Land, wie die Stadt, das Dorf funktioniert, die sie aufnehmen. Denn wenn man davon ausgeht, dass die Menschen nur vorübergehend hier bleiben, dass der Krieg hoffentlich keine Monate mehr dauert, dann werden die meisten es nicht schaffen, ausreichend Französisch zu lernen, um sich alleine durchzuschlagen.

Das Angebot kann auch interessant für die vielen Privatleute sein, die ukrainische Flüchtlinge bei sich aufgenommen haben. Auch darum geht es. Durch diese Familien können die Ukrainer von der Seite erfahren und sich dann in der ukrainischen Gemeinde sozusagen informieren.

Zusätzlicher Infokanal auf Telegram

Deshalb gibt es neben dem Radiosender RTBF Ukraine, der digital zu empfangen ist über DAB+ oder im Streaming auf der Internetseite der RTBF außerdem einen Infokanal auf der Messenger-Plattform Telegram.

Darüber wird zum Beispiel auch kurz und knapp über Initiativen informiert, die hier und da ergriffen werden – etwa Sprachkurse oder Kinderanimationen. Auch darüber erfahren die Menschen und haben so die Chance, daran teilzunehmen – damit sie sich, so das Anliegen der RTBF, möglichst gut in unserer Gesellschaft zurechtfinden und sich hier wohlfühlen.

Hier der Link zum neuen Sender: rtbf.be/radio/liveradio/rtbf-ukraine.

rtbf/jp