Netflix-Serien beflügeln Tourismus in Frankreich

Die Belgier lieben Netflix - wenn man die Stunden pro Jahr umrechnet, die Abonnenten laut Comparitech-Umfrage bei dem Streamingdienst reinschauen, dann kommen im Durchschnitt 51 Tage am Stück zusammen! Je nachdem, was angeschaut wird, ergibt sich daraus ein Geschäftsmodell, weil bestimmte Serien den Tourismus an den Schauplätzen ankurbeln.

Kreidefelsen von Etretat in der Normandie (© Bildagentur PantherMedia / javarman)

Kreidefelsen von Etretat in der Normandie (© Bildagentur PantherMedia / javarman)

Viele Touristen zieht es durch Netflix derzeit nach Frankreich. Da spielen nämlich einige erfolgreiche Netflix-Serien, zum Beispiel „Emily in Paris“, „Lupin“ oder „Marseille“.

Das französische Nachrichtenmagazin „L’Express“ schreibt, dass es besonders Fans und Zuschauer aus dem Ausland an die Schauplätze der Serien lockt – und das ist gut für den Tourismus, denn wer von weiter her kommt, der bleibt die eine oder andere Nacht und muss natürlich auch mal was essen.

Emily in Paris

„Emily in Paris“-Fans wollen nicht unbedingt als erstes den Eiffelturm sehen. Sie interessiert vielmehr das Restaurant, das die Protagonistin häufig besucht: Terra Nera. Das gibt es nämlich tatsächlich. Inzwischen kann man da auch ein „Menu Emily“ bestellen: Burrata e Pomodorini – Tagliata die Manzo – Tiramisù della Casa.

Auch eine Buchhandlung und eine Bäckerei, die in der Serie eine Rolle spielen, sind zu Hotspots geworden, die Betreiber freuen sich laut „L’Express“ über neue Kundschaft. Und so schnell wird das Interesse nicht abebben: Die Dreharbeiten für eine zweite Staffel wurden gerade beendet.

Lupin in Étretat

70 Millionen Zuschauer in 28 Tagen zählte die erste Staffel der Gauner-Serie „Lupin“ auf Netflix. Aber hier sind es vor allem die Filmsets der zweiten Staffel, die Zuschauer aus dem Ausland in die Normandie locken, genauer gesagt ins Seebad Étretat mit seinen Kreidefelsen, wo ein wichtiger Handlungsstrang spielt.

Das idyllische Dorf ist zwar an Tourismus gewöhnt, doch der Hype um „Lupin“ hat das Fass zum Überlaufen gebracht: Stau auf den Hauptstraßen, überfüllte Parkplätze und übervolle Strände. Viele Einheimische finden das schon nicht mehr lustig.

Der Bürgermeister denkt tatsächlich laut darüber nach, wie er die Touristen fernhalten kann. Außerdem warnen Umweltschützer vor einer Überlastung der Kreidefelsen durch die vielen Besucher.

Marseille

Die Serie „Marseille“ ist schon etwas älter, von 2016 bzw. 2017. Vom Erfolg damals profitiert die Hafenstadt noch heute, sagt der Direktor des Tourismusbüros, auch wenn er das nicht in Zahlen fassen kann. Und es gibt einen zusätzlichen positiven Nebeneffekt: Marseille wird seit der Netflix-Serie häufiger als Drehort für Film- und Fernsehproduktionen genutzt.

dpa/express/llb