Upcycling-Projekt „Microfolies“: Neue Möbel aus altem Sperrgut

Recyceln ist den meisten wohl ein Begriff, upcyceln hingegen weniger. Beim Upcycling werden aus Abfallprodukten und scheinbar nutzlosen Stoffen neue Produkte kreiert. Ziel ist es, die Neuproduktion von Rohmaterialien zu reduzieren.

Beim Eupener Musik Marathon gab es in diesem Jahr außergewöhnliche Möbel zu bestaunen: Bänke und Tische aus alten Kabeltrommeln des Eupener Kabelwerks luden an der Klötzerbahn zum gemütlichen Verweilen ein. Auch Materialien aus dem Eupener Recycling-Center wurde hier ein zweites Leben eingehaucht.

Entstanden sind die Möbel in Lüttich, in der Werkstatt von Benjamin Stainier, Laurent Gélize und Michel Michels. Zusammen bilden sie das Design-Kollektiv „Microfolies“. Aus Sperrmüll stellen die drei funktionale Objekte her, die dann bei kulturellen Veranstaltungen zum Einsatz kommen. Nachhaltigkeit, soziales Bewusstsein, Funktionalität und Ästhetik – das sind die zentralen Werte von Microfolies.

Die Idee zu dem Kollektiv geht auf ein Studentenprojekt zurück, das 2008 an der Lütticher Hochschule St. Luc initiiert wurde. Nach Ablauf des Projektes waren mehrere Studenten an einer Fortsetzung der Initiative interessiert. Mit der Idee, Upcycling für verschiedene Events zu machen, ist das Projekt dann unter dem Namen „Microfolies“ fortgeführt worden.

Seitdem widmen sich das Kollektiv der Aufbereitung von Dingen, die sonst wohl auf dem Schrott gelandet wären. Das Material für ihre Projekte beziehen sie aus verschiedenen Quellen – hauptsächlich vom Sperrmüll. Aber auch verschiedene Unternehmen stellen Paletten oder sonstige Materialien zur Verfügung.

Und so entstehen dann zum Beispiel aus Obstkisten Lampenschirme oder aus alten Kabeltrommeln schöne und gemütliche Sitzgelegenheiten. Das Projekt für den Eupener Musik Marathon stellte für Michel Michels und seine Kollegen doch schon eine recht große Herausforderung dar.

„Die Kabeltrommeln waren eines unserer größten Projekte. Es war nicht einfach die Kabeltrommeln überhaupt zu transportieren – mit einem Zwölftonner durch die kleinen Straßen von Lüttich. Und als die hier einmal vor uns standen, wussten wir nicht genau von welcher Seite wir an das Projekt rangehen sollen und wie wir die Kabeltrommeln überhaupt auseinander kriegen“, so der 30-Jährige aus Manderfeld im BRF-Interview.

Alle entstandenen Objekte gehen übrigens nach den Events in den Besitz der Kulturveranstalter über. Die Sitzmöbel aus Kabeltrommeln wurden auf Anfrage von Chudoscnik Sunergia angefertigt. In Zukunft werden sie im Eupener Schlachthof zu sehen sein.

Und im August gibt es neue Kreationen von Mircofolies auf dem „Micro-Festival“ in Lüttich zu begutachten.

Bilder: Melanie Ganser/BRF