Art Cologne 2010: Weltstars der Moderne am Rhein

Art Cologne 2010 mit Pablo Picasso und Andy Warhol - aber auch mit unbekannten Newcomern. Skulpturen, Gemälde, Aquarelle, Fotos, Videos - teilweise raumfüllend.

Der Südeingang ist nur wenige Schritte vom ICE-Terminal Köln Messe/Deutz entfernt

Der Südeingang ist nur wenige Schritte vom ICE-Terminal Köln Messe/Deutz entfernt

Finanzkrise hinterlässt Bremsspur auf Kunstmarkt

Die Art Cologne 2010 wartet mit kostbaren Werken der Klassischen Moderne auf, mit Impressionisten, Expressionisten, mit zeitgenössischen Arbeiten und mit frecher Avantgarde-Kunst.

Zwar sehen Art-Cologne-Spitze und Galeristen nicht ohne Sorgen auf die Bremsspur, die die Finanzkrise auf dem Kunstmarkt hinterlassen hat. Aber angesichts der Vielfalt, die Sammler und Kunstliebhaber ab Mittwoch in Köln erwartet, will kurz vor dem Start der weltweit bedeutenden Messe niemand ein düsteres Bild zeichnen.

„Cologne Cathedral“ von Warhol: Acryl mit Diamantenstaub

Zu den Höhepunkten des 44. Internationalen Kunstmarkts in Köln gehört das Werk «Cologne Cathedral» von Pop-Art-Künstler Warhol, das bisher in Privatbesitz war und nie öffentlich gezeigt wurde. Acryl mit Diamantenstaub, das hat seinen Preis – einen siebenstelligen, wie die Kunstmesse verriet.

Das mit 9,5 Millionen Euro teuerste Bild stammt auch aus einer Privatsammlung, ist von Edvard Munch und war von den Nazis als «entartete Kunst» beschlagnahmt worden, erklärt Art-Cologne-Chef Daniel Hug am Dienstag: Die «Sitzende junge Frau», für die dem Künstler 1916 eine Freundin Modell stand.

Zeitgenössische Kunst exklusiv von Neo Rauch

Aber auch Picasso wird begehrliche Blicke der Besucher auf sich ziehen: Ein Galerist bietet ein Öl-auf-Holz-Gemälde für 6,5 Millionen Euro an. Auch Gustav Klimt, Egon Schiele, Max Pechstein oder Erich Heckel sind im Angebot. Unter den Zeitgenossen dürfte Großformatiges von Günther Uecker oder Neo Rauch auf besonderes Interesse stoßen.

Auch Plastiken wie der expressionistische «Bronze-Mädchenkopf» von Wilhelm Lehmbruck sind zu haben oder Wandarbeiten aus Stacheldraht und Stahl. Fast 200 Galeristen aus zwei Dutzend Ländern sind bis Sonntag mit von der Partie bei der ältesten Kunstmesse der Welt.

Klassische Moderne im Trend

Der Trend bei den Käufern gehe in wirtschaftlich unsicheren Zeiten zu hochqualitativen und hochpreisigen Werken der klassischen Moderne, sagt Klaus Gerrit Friese, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Galerien und Editionen (BVDG). Kunstwerke als Geldanlage.

Die Situation im Kunsthandel nennt er «kompliziert-hoffnungsvoll». Es gebe zwar keine verlässlichen Umsatzahlen, aber auch wenn es teils zu dramatischen Einbrüchen bei einigen Galeristen kam, sei das befürchtete Sterben doch ausgeblieben.

Raum für Newcomer

Hug meinte, der Kunstmarkt entwickle sich ständig. «Es ist schwer zu sagen, was Trend ist.» Auch ganz preisgünstige Objekte junger Newcomer seien nach wie vor gefragt. Ein Teil der Art-Cologne-Kunst komme auch 2010 wieder frisch aus dem Atelier. Die Schau gebe zudem vielversprechenden Neulingen mit dem Förderprogramm «New Positions» erneut eine Plattform, sagte Hug.

Beim «Open Space» steht ebenfalls junge, unkonventionelle Kunst im Rampenlicht. 44 Galerien sind hier diesmal mit ihren Künstlern vertreten, darunter der Däne Jeppe Hein mit einem Circus-Projekt.

Art Cologne 2010 mit neuem Gesicht

Die unter Konkurrenzdruck geratene Art Cologne sei 2009 runderneuert worden, habe damit gute Erfolge erzielt und sei nun im Aufwind, betonte der Messe-Direktor. «Die doppelte Ausrichtung der Art Cologne auf junge zeitgenössische Kunst einerseits und etablierte Galerien der klassischen Moderne und Nachkriegskunst andererseits – das ist die besondere Stärke.»

Die tagelange Sperrung des Luftverkehrs hat laut Koelnmesse kaum Folgen auf die Messe am Rhein. «Die Kunst war zum Glück vor dem Flugverbot da», sagte eine Sprecherin. Neben der Kunstmesse in Basel gehört die Kölner Schau zu den renommiertesten und bedeutendsten Kunstmarktplätzen in Europa.

dpa und artcologne.de