Ein junges Paar vor dem Louvre in Paris: Sie sitzen an einem Brunnen, streiten sich, versöhnen sich dann mit einem Kuss und verschwinden aus dem nächsten Bild. Diese kleine Serie aus vier Bildern des Fotografen Elliott Erwitt hat Nina Mika-Helfmeier fasziniert und zu der Ausstellung "Mysterium der Paare" inspiriert.
Zwei Jahre hat ihre Recherche gedauert. Über 3.000 Fotos hat Nina Mika-Helfmeier gesichtet. Am Ende blieb ein Konvolut von 900 Aufnahmen, von denen sie 140 für die Ausstellung auswählte. "Bei den Paaren geht es nicht nur um Leidenschaft und erste Liebe", sagt sie. "Es geht auch um Zwischenräume des Alltags und die Fragen 'Was bringt und hält Menschen zusammen?'"
Die Aufnahmen sind meistens dem Zufall geschuldet, selten inszeniert. Sie zeigen flüchtige Begegnungen, intime Momente oder skurrile Situationen. "Das hat auch mit uns zu tun. Deshalb finde ich, dass viele Fotos Leichtigkeit und Charme versprühen und zum Lachen und Nachdenken einladen", findet die Kuratorin und Leiterin des Fotografie-Forums in Monschau.
Die Aufnahmen zeigen berühmte Liebespaare aus Film, Kunst, Literatur oder Politik wie zum Beispiel Marylin Monroe und Clark Gable, Salvador Dali und Gala, Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir oder Jackie und John F. Kennedy. Aber auch unbekannte und namenlose Paare haben die Fotografen porträtiert. Sie zeigen die Vielschichtigkeit menschlicher Beziehungen zwischen Nähe und Distanz, Lachen und Weinen, Leidenschaft und Routine.
Auch gelangweilte Paare sind darunter wie die "bored couples" des britischen Fotografen Martin Parr, die mit feiner Ironie und Humor vom Alltag erzählen. "Was machen Paare, wenn sie schon lange verheiratet oder liiert sind? Sind sie langweilig, sprechen sie nicht miteinander, weil sie sich aneinander gewöhnt haben, schweigen sie gemeinsam oder aneinander vorbei? Was macht so eine Beziehung aus?"
"Das Gros der Bilder ist von einer stillen Heiterkeit und einer unaufdringlichen Leichtigkeit geprägt" - so fasst Nina Mika-Helfmeier die Ausstellung zusammen. Sie ist noch bis zum 1. November in Monschau zu sehen. Mehr Informationen gibt es auf der Webseite des Fotografie-Forum Monschau.
Michaela Brück



