Space Alive: Ein von Kunst erfüllter Raum

Der "Open Art Sunday" ist eine Kunstroute, die durch das Dreiländereck der Euregio-Maas-Rhein führt. Jeden ersten Sonntag im Monat öffnen Museen, hiesige Künstler laden in ihre Ateliers ein. Im November gibt es mitten in Eupen eine Besonderheit.

Bild: Andreas Lejeune/BRF

Bild: Andreas Lejeune/BRF

Eigentlich ist das ART-Loft im Eupener Langesthal eine ganz gewöhnliche Station des „Open Art Sunday“. Im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Tuchfabrik Peters hat der Architekt und Künstler Boogie Hebel sein Atelier. Einmal im Monat lädt auch er in seine Wirkungsstätte ein.

Boogie Hebel malt ausschließlich schwarz-weiß, seine Arbeiten sind geprägt von seinem Werdegang. „Das kommt irgendwo aus den architektonischen Strukturen heraus, mit denen ich mich mein ganzes Leben lang umgeben habe und umgeben habe müssen. Sie sind mit Sicherheit ablesbar in meinen Bildern“, sagt er. „In meinen Bildern ist relativ viel Dynamik enthalten.“

Nun aber wird das ART-Loft zu einem neuen, zu einem lebendigen Raum. „Space Alive“ nennt sich das Konzept. Die fünf Meter hohen historischen Räume dienen als Inspiration. Für Boogie Hebel, aber auch für die ostbelgische Künstlerin Jana Rusch. „Hier wird das ganze ART-Loft, das alte Verwaltungsgebäude der Tuchfabrik Peters, komplett neu in Szene gesetzt. Wir haben hier die Kunstwerke von Boogy Hebel, von mir als Gastkünstlerin und von Fine Line, dem Möbelhersteller aus Roetgen. Wir drei inszenieren und bespielen diesen Raum aufs Neue.“

Der Beitrag von Jana Rusch ist unter anderem eine mehr als zehn Quadratmeter große Leinwand. Jana Ruschs Werke sind farbenfroh. Sie erinnern an Landschaften, sind organischer. So entsteht ein Spannungsbogen zwischen der Kunst von Boogie Hebel und Jana Rusch.

„Sicherlich sind wir dort, auch thematisch, recht unterschiedlich. Ich persönlich finde aber, dass wir eine große Überschneidung haben“, so Rusch. „Wir sind beide sehr strukturell, sehr graphisch in bestimmten Bereichen. Diese Ausstellung hat durchaus viele Überschneidungen, inhaltlich.“

Ein aktuelles Werk von Jana Rusch (Bild: Open Art Sunday)

Ein aktuelles Werk von Jana Rusch (Bild: Open Art Sunday)

Doch im „Space Alive“ hört die Kunst nicht mit den Kunstwerken auf. Mit am Start ist auch der Möbelhersteller Fine Line. Bernd Törkel ist der Geschäftsführer des 45-köpfigen Unternehmens. Er stellt nicht nur die Möbel her und baut sie auf. Er sucht beispielsweise auch nach passenden Vasen oder Stühlen.

„Dass das dann automatisch so ist, dass man einen Teppich dazumacht, die Lampen, Beleuchtung ist ein ganz wichtiges Thema, und dass man da auch Stoffe mit aussucht bis zu den Bildern – das ist ein ganz logischer Prozess. Wir nennen das Ganze konzeptionelles Einrichten.“

Inzwischen arbeitet das Unternehmen mit den beiden Künstlern zusammen, benutzt deren Werke beim Visualisieren am Computer. Eine Kundin von Fine Line hatte auf das ART-Loft aufmerksam gemacht.

Wie gut Kunst und Innendesign zusammenpassen, dazu noch in historischen Räumen, kann der Besucher selber beurteilen. Ab Sonntag öffnet der „Space Alive“ einen Monat lang.

Die Mitwirkenden von "Space Alive" (Bild: Open Art Sunday)

Die Mitwirkenden von „Space Alive“ (Bild: Open Art Sunday)

Andreas Lejeune