Hat Leonardo da Vinci geschielt?

Das Lächeln der Mona Lisa gibt seit Jahrhunderten Rätsel auf: Warum kommt es dem Betrachter so vor, als würde sie lächeln, wobei das eigentlich gar nicht stimmt? Nun gibt es eine Antwort auf die Frage nach dem Geheimnis - und die liegt bei Mona Lisas Schöpfer, Leonardo da Vinci.

Die Antwort heißt: „Exotropie“, ein Stellungsfehler der Augen. Um es deutlich zu sagen: Der italienische Renaissance-Maler Leonardo da Vinci hat geschielt! Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der City University London in einer Studie. Sie haben sechs Kunstwerke untersucht und daraus geschlossen, dass der große Meister einen Sehfehler hatte, bei dem ein oder zwei Augen nach außen gerichtet sind.

Johan Blanckaert ist Augenarzt und leitet den belgischen Augenärzte-Verband. Er beschreibt die neuesten Forschungsergebnisse: „Die Londoner Forscher sahen, dass in einigen Kunstwerken Da Vincis die Pupillen der Gesichter unterschiedlich gemalt waren. So auch bei der Mona Lisa. Und sie glauben, dass die Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen auf Da Vincis eigenem Gesicht basieren.“

Dr. Blanckaert hält die Annahme für gewagt, dass Da Vinci sich selbst als ein ideales Bild dargestellt hätte – auch in Zeiten der Renaissance, die den Menschen idealisierte. Zur Zeit der Renaissance waren Künstler wie Da Vinci fanatisch auf der Suche nach den richtigen Proportionen. Das galt vermutlich nicht für die Augen.

Exotropie wird deshalb oft nicht als Krankheit gesehen. Das gilt auch heute, zum Beispiel in der Modewelt. Models werden oft an der Symmetrie ihrer Beine oder Brüste gemessen – bei den Augen braucht es die nicht zu geben. Bekanntestes Beispiel ist das Fotomodell Kate Moss. Auch sie schielt leicht, ist leicht exotrop. „Wenn Models wie Kate Moss vom Laufsteg in den Raum schauen, dann scheinen sie Kontakt zu allen zu haben“, sagt Doktor Blanckaert. Jeder habe das Gefühl, von dem Model angesehen zu werden.

Der Augenarzt kann sich, wie die Forscher der City University London, gut vorstellen, dass Leonardo Da Vinci bewusst die Augen seiner Mona Lisa etwas weiter auseinander malte, um den Betrachter zu beeinflussen. Dieser bekommen so die Vorstellung, dass er beobachtet werde.

vrt/jp

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