London River

Nach seinem Film "Indigènes" über die Nordafrikaner, die im Krieg an der Seite der Franzosen gekämpft haben, wendet sich Rachid Bouchareb jetzt der Gegenwart zu.

In „London River“ erzählt er die Geschichte einer Frau von der Kanalinsel Guernsey und eines Schwarzafrikaners aus Frankreich, die nach den Bombenanschlägen vom 7. Juli 2005 in London in die britische Hauptstadt reisen, weil sie nichts mehr von ihren Kindern gehört haben. Sind die beiden jungen Menschen unter den Opfern oder haben sie womöglich etwas mit den Attentaten zu tun?

Brenda Blethyn, bekannt geworden durch ihre Rolle in „Secrets and Lies“ 1996, spielt die Witwe vom Land, deren Welt einigermaßen durchgerüttelt wird, als sie erfährt, dass ihre Tochter eine Beziehung zu einem Schwarzen hat. Und der aus Mali/Burkina Faso stammende Sotigui Kouyaté verkörpert den Vater auf der Suche nach seinem Sohn, den er seit 15 Jahren nicht mehr gesehen hat. Kouyaté wurde auf der Berlinale 2009 mit dem Preis für den besten Darsteller ausgezeichnet.

Der Film erzählt seine Geschichte auf eine unaufdringliche Art und Weise, ohne große Effekte. Aber vielleicht geht er gerade darum unter die Haut. Manchmal wirkt der leise Horror am besten: wer will schon in die Situation kommen, nach seinem vermissten Kind suchen zu müssen?

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