Julie und Julia

Zwei Frauen finden im Abstand von 50 Jahren den Sinn des Lebens im Kochen und im Schreiben über das Kochen

Die erste ist die Diplomatengattin Julia Child, die nach der Veröffentlichung ihres Kochbuchs als Fernsehköchin in den USA Karriere macht. Die zweite ist Julie Powell, die 2002 im Internet einen Blog startet, in dem sie alle Leser an ihrem Projekt teilhaben lässt, in 365 Tagen alle Rezepte aus dem Buch von Julia Child nachzukochen.

Als ich von diesem Filmprojekt hörte, habe ich mich gefragt, wie man denn aus kochenden und über das Kochen schreibenden Frauen einen abendfüllenden Spielfilm machen kann. Die Antwort ist: man kann es nicht. Was vielleicht Stoff für einen amüsanten Kurzfilm geliefert hätte, wird hier endlos in die Länge gezogen. Keine der beiden Geschichten ist so prickelnd, dass sie einen bei der Stange hält.

Nora Ephron, die Regisseurin und Drehbuchautorin („Schlaflos in Seattle“, „E-Mail für dich“), hätte mehr drumherum erzählen sollen. Statt dessen begnügt sie sich damit, die beiden Hauptdarstellerinnen die ganze Arbeit machen zu lassen, um das dünne Drehbuch mit Leben zu füllen.

Und das tun sie natürlich mit Bravour. Wobei die Arbeit von Meryl Streep wahrscheinlich mehr von denen gewürdigt werden kann, die die richtige Julia Child erlebt haben. Und Amy Adams („Glaubensfrage“, „Verzaubert“) läuft Gefahr, die Zuschauer mit ihrer Mischung aus Naivität und Verletzlichkeit bald überzustrapazieren. Wie gut war sie dagegen in „Sunshine Cleaning„!

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