The International

Der eigenwillige deutsche Regisseur Tom Tykwer begibt sich aufs Hollywood-Parkett und verliert nicht nur seinen Verstand, sondern auch seine Seele.

Aber vielleicht ist das der Preis, den man zahlen muss, wenn man aus Europa kommt und im US-Mainstream-Filmgeschäft mitmischen will.

„The International“ ist eine altmodische Polit-Fiktion, in der eine machthungrige Bank sich aller Gegner mit Hilfe eines Auftragskillers entledigt. Merkwürdigerweise verschont sie die beiden Agenten, die ihr auf der Spur sind, Clive Owen und Naomi Watts, aber das sind ja auch die Hauptdarsteller.

Das Drehbuch hat Löcher wie ein Schweizer Käse und löst alle kniffligen Herausforderungen mit Kommissar Zufall. Stellen Sie sich vor: der Killer, dessen Job es ist, unerkannt zu bleiben, hat eine Beinprothese, die ihn bei jedem Besteigen eines Flugzeugs sofort entlarvt. Haben die Polizisten gerade herausgefunden, in welchem Viertel der Killer wohnt, kommt dieser zufällig die Straße entlang. Um auf „diskrete“ Art einen lästigen Zeugen los zu werden, legen die Bösen mal eben das „Guggenheim-Museum“ in Schutt und Asche.

Und trotzdem habe ich mich nicht gelangweilt. Nach all den seriösen Oscar-Filmen tat es einfach gut, einen hirnlosen Actionfilm zu sehen, der uns von Berlin über Luxemburg, Mailand und Lyon nach New York und Istanbul führt. Aber vielleicht lag es auch an Clive Owen („Gosford Park“, „Closer“, „Sin City“, „Inside Man“, „Children of Men“, „Elizabeth: the Golden Age“), dessen charismatische Ausstrahlung einfach vieles wett macht.

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