WeMind-Filmtage im Alten Schlachthof: Wenn Gesellschaft und Politik Schicksale bestimmen

Vier außergewöhnliche Filme werden vom 25. bis 27. Oktober im Rahmen der "WeMind"-Filmtage im Alten Schlachthof in Eupen zu sehen sein. Es sind Filme, die gesellschaftliche Zustände und politische Realitäten aufzeigen, denen Menschen unter anderem in Ghana, dem Iran oder in Flüchtlingslagern im Norden Syriens und des Irak ausgesetzt sind. Sie lassen niemanden unberührt.

Ballade der weißen Kuh - Maryam Moghaddam und Alireza Sanifar AminJafari (Bild: Weltkino Filmverleih GmbH)

Ballade der weißen Kuh - Maryam Moghaddam und Alireza Sanifar AminJafari (Bild: Weltkino Filmverleih GmbH)

Ausschnitte aus dem Film „Ballade der weißen Kuh“: Nach der Hinrichtung ihres Mannes erfährt Mina, dass er unschuldig war. Der fatale Justizirrtum und die Frage nach der moralischen und gesellschaftlichen Schuld stehen im Mittelpunkt des Spielfilms. Das als großes iranisches Kino bezeichnete Werk wird am 27. Oktober im Rahmen der weMind-Filmtage im Alten Schlachthof in Eupen gezeigt.

Vier Filme wurden ausgewählt, wie Nathalie Peters von Info-Integration erklärt. „Die Idee ist, anhand der Filme andere Realitäten auf der Welt darzustellen und die Leute hier ein bisschen aus der Komfortzone rauszuholen und einfach mal den Blickwinkel zu öffnen und sehen, wie andere Menschen leben, womit sie zu kämpfen haben, worüber sie glücklich sind und so weiter.“

Als Borga bezeichnet man in Ghana einen reichen Onkel aus Europa oder Nordamerika. In dem gleichnamigen Film lernt ein junger Afrikaner einen Borga aus Deutschland kennen. Er lässt seine Familie zurück, um selber ein Borga zu werden.

„Wir haben schon Filme, die auch mit Situationen zu tun haben, die uns auch betreffen. Wir haben einen Film, da geht es darum, dass jemand nach Europa flüchtet, um ein besseres Leben aufzubauen. Dann haben wir diesen Film, der über eine kurdische Realität spricht und wir haben ja auch viele Kurden, die Ostbelgien als ihre Heimat ansehen. Unsere Filme sind schon sehr aktuell“, so Nathalie Peters.

In dem Film „The other side of the river“ entkommt die Kurdin Hala einer arrangierten Ehe und findet bei einer kurdischen Frauenverteidigungseinheit ein neues Zuhause.

"The other side of the river" (Bild: Antonia Kilian)

„The other side of the river“ (Bild: Antonia Kilian)

Als Schulaufführung wird am 27. Oktober der Dokumentarfilm „Life on the border“ gezeigt. Es handelt sich um sieben Kurzfilme von Kindern und Jugendlichen. Sie haben ihr Leben in Flüchtlingslagern im Norden Syriens und des Irak gefilmt und zeigen die Realität ihres Alltags.

Die Veranstaltungsreihe von Chudoscnik Sunergia, Miteinander Teilen und Info-Integration findet vom 25. bis 27. Oktober im Alten Schlachthof statt. Im Anschluss an die Filmvorführungen wird ein Rahmenprogramm in Form eines Konzerts oder einer Gesprächsrunde angeboten.

"Life on border" (Bild: Eksystent)

„Life on border“ (Bild: Eksystent)

Chantal Delhez