Emmy Awards: Viele Sieger, keine großen Abräumer

Im Jahr zwei nach der Pandemie kehren die Emmys zur Normalität zurück: bemühter Glamour bei der Preisverleihung und viele Sieger, die man schon aus früheren Jahren kennt. Ohne kleine Überraschungen ging die dreistündige Show trotzdem nicht über die Bühne.

Emmy Awards: Jason Sudiekis und das Team von "Ted Lasso"

Jason Sudiekis und das Team von "Ted Lasso" (Bild Frederic J. Brown)

In den wichtigsten Kategorien des Abends siegten Serien, die schon einmal gewonnen haben: Die schwarzhumorige Medien- und Familiensatire „Succession“ gewann wie schon 2020 als bestes Drama, die warmherzige Fußballserie „Ted Lasso“ bekam wie 2021 den Emmy als beste Comedy. Sie setzten sich gegen neuere und oft mutigere Stoffe durch – beispielsweise hätte mit der düsteren südkoreanischen Gesellschaftskritik „Squid Game“ erstmals ein nicht-englischsprachiges Drama gewinnen können. Auch für den Comedy-Quotenhit „Abbott Elementary“ über das Leben an einer unterfinanzierten Schule gab es letztlich eher Trostpreise in Drehbuch- und Nebendarsteller-Kategorien.

Auch drei der vier Hauptdarstellerpreise gingen an Stars, die diese Auszeichnungen für ihre Rollen schon einmal ins Regal stellen durften: Jason Sudeikis in der „Ted Lasso“-Titelrolle als US-Footballtrainer, der ein britisches Team übernimmt, und Jean Smart als alternde Comedienne in „Hacks“ hatten auch schon 2021 gewonnen. Auch Zendaya, mit 26 Jahren immerhin noch eine Newcomerin, hatte schon 2020 als Hauptrolle Rue im schonungslosen Teenager-Drama „Euphoria“ gesiegt. Einzig der Südkoreaner Lee Jung-jae in „Squid Game“ als bester Drama-Darsteller war eine Überraschung.

In der zuletzt immer wichtigeren Sparte mit Auszeichnungen für Miniserien und Fernsehfilme war „The White Lotus“ der große Abräumer und holte zehn Auszeichnungen – mehr als jedes andere Format in diesem Jahr. Die Urlaubssatire über einen Mord und viele Sonderwünsche von Superreichen in einem Luxusressort auf Hawaii ging unter anderem mit Preisen für die beste Miniserie, die beste Regie und das beste Drehbuch einer Miniserie nach Hause, genauso wie für die besten Nebendarsteller Murray Bartlett und Jennifer Coolidge. Zu den Gewinnern zählt auch Hollywood-Star Michael Keaton. Er gewann den Preis als bester Hauptdarsteller in der Miniserie „Dopesick“.

Michael Keaton

Michael Keaton

In vielen weiteren Nebenkategorien gab es die bekannten Sieger: John Oliver siegte zum siebten Mal in Folge für seine Sketch-Nachrichtensendung „Last Week Tonight“ als beste Unterhaltungs-Talkshow. Und gegen Dauersieger „Saturday Night Live“ konnte die „Black Lady Sketch Show“ nichts ausrichten: «SNL» gewann zum sechsten Mal in Folge die erst 2015 eingeführte Kategorie für die beste Unterhaltungs-Sketch-Serie.

jp