George Clooney wird 60

Er führt Regie, steht vor der Kamera, engagiert sich politisch und macht die Wäsche seiner dreijährigen Zwillinge. Hollywood-Star George Clooney hat wirklich alle Hände voll zu tun. Am Donnerstag feiert der "Sexiest Man Alive" runden Geburtstag. Clooney wird 60.

Mit fast 60 Jahren setzt George Clooney noch einmal sein berühmtes Arztlächeln auf. Zwei Wochen vor seinem runden Geburtstag schwelgte der Hollywood-Star mit Ex-Kollegen wie Noah Wyle und Julianna Margulies in alten Erinnerungen an die Hit-Serie „Emergency Room – Die Notaufnahme“. Als sexy Kinderarzt Dr. Doug Ross in einem fiktiven Chicagoer Krankenhaus war der Oscar-Preisträger in den 90er Jahren in Hollywood durchgestartet.

„Das war damals großes Fernsehen, wir hatten so viel Spaß und wurden über Nacht berühmt, wirft der Star bei dem virtuellen Treffen nostalgisch in die Runde. Zu der Hollywood-Reunion, für einen wohltätigen Zweck, war Clooney zu nächtlicher Stunde aus Europa dazugeschaltet.

Zwei Mal „sexiest man in the world“

Der Ruf als Hollywood-Charmeur hing Clooney lange an. Gleich zweimal  – 1997 und 2006 – kürte ihn die US-Zeitschrift „People“ zum „Sexiest Man Alive“. Romanzen gab es viele, vom italienischen Model Elisabetta Canalis bis zur Kollegin Renée Zellweger. Seit 2014 ist Clooney in zweiter Ehe mit der aus dem Libanon stammenden Menschenrechtlerin Amal Alamuddin (43) verheiratet. 2017 kamen die Zwillinge Ella und Alexander zur Welt.

Das Paar verbindet politisches Engagement: Sie studierte Jura in Oxford und New York, spezialisierte sich auf internationales Recht und Menschenrechte. Er ist neben seiner Filmarbeit als ultraliberaler Aktivist für humanitären und sozialen Einsatz bekannt. Diese Mission schlägt sich oft auch in den Filmen des Weltstars nieder.

Multitalent vor und hinter der Kamera

Im vorigen Dezember brachte der Streaminganbieter Netflix das neueste Projekt des Multitalents heraus – Clooney ist Hauptdarsteller, Regisseur und Produzent von dem Weltalldrama und Klimathriller „The Midnight Sky“. Er spielt einen Wissenschaftler in der Arktis, der nach einer verheerenden Umweltkatastrophe eine Weltraummission davor bewahren will, zur Erde zurückzukehren.

Seinen bisher einzigen Schauspiel-Oscar als bester Nebendarsteller gewann Clooney in der Rolle eines CIA-Agenten mit Bart und Bauch: Für den Polit-Thriller „Syriana“ (2006) legte er 15 Kilogramm zu und ließ den Haaransatz zurücksetzen. Als Drehbuchautor, Regisseur, Produzent und Darsteller war Clooney bereits acht Mal für einen Oscar nominiert. Seine zweite Trophäe gewann er 2013 als Mitproduzent des Politdramas „Argo“, zusammen mit Ben Affleck und seinem Firmenpartner Grant Heslov.

Als Regisseur hat er bereits sieben abendfüllende Spielfilme gedreht, die bei der Kritik gut ankamen, darunter der Vorstadt-Crime-Film „Suburbicon“, das Politdrama „Ides of March“ oder der Schwarz-Weiß-Film „Good Night, and Good Luck“ über die Kommunistenhatz in den 50er-Jahren.

Als Kino-Schauspieler etablierte sich Clooney mit Quentin Tarantinos Kult-Horrorfilm „From Dusk Till Dawn“ – als Räuber und Mörder gab er 1996 auf der Leinwand seinen Einstand. Ein Jahr später folgte mit Bruce Wayne in „Batman & Robin“ eine Bruchlandung. Clooney suchte sich danach Top-Regisseure aus.

„Out of Sight“ (1998) war sein erster von insgesamt sechs Filmen mit Steven Soderbergh. Unter der Regie von David O. Russell drehte er die Kriegssatire „Three Kings“. Die Coen-Brüder setzten ihn in der Südstaaten-Odyssee „O Brother, Where Art Thou?“ (2000) als entflohenen Sträfling ein, Wolfgang Petersen vertraute ihm die Rolle des Schiffskapitäns der Andrea Gail in dem Katastrophenfilm „Der Sturm“ an. Er überzeugte als lässiger Edelganove Danny Ocean in der „Ocean’s“-Trilogie. Für Regisseur Alfonso Cuarón hob er in „Gravity“ an der Seite von Sandra Bullock als Astronaut ins Weltall ab.

Und wie geht es mit 60 Jahren weiter?

Clooney hat ein volles Programm. Mit seiner Firma Smokehouse Pictures will er eine Doku-Serie über einen Missbrauchsskandal an einer US-Universität produzieren. Als Regisseur will er Ben Affleck für die Bestsellerverfilmung „The Tender Bar“ vor die Kamera holen. Als Schauspieler plant er eine weitere Zusammenarbeit mit seiner engen Bekannten Julia Roberts. In der romantischen Komödie „Ticket To Paradise“ sollen sie als Ex-Eheleute gemeinsam nach Bali reisen, um ihre Tochter daran zu hindern, zu jung zu heiraten.

Langeweile hat Clooney in Pandemie-Zeiten offenbar nicht. Auch keine Zeit für neue Hobbys, wie er dem Magazin „W“ mit einem Augenzwinkern versicherte. „Ich sag euch, was mein Hobby ist: zwei oder drei Waschladungen am Tag, den ganzen Tag lang Geschirr, denn diese Kinder sind reine Chaoten“, witzelte der Zwillings-Vater.

dpa/sh