Les amours imaginaires: Wo die Liebe hinfällt …

... da wächst kein Gras mehr. Ein 20-jähriger Regisseur aus Québec wirft einen originellen Blick auf junge Menschen, die sich verlieben.

Xavier Dolan, Monia Chokri und Niels Schneider

Xavier Dolan, Monia Chokri und Niels Schneider

Francis und Marie sind die besten Freunde, doch wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt, als sie sich beide in einen blonden Engel namens Nicolas verlieben.

Dieser Nicolas genießt es, umschwärmt zu werden, und lässt nicht durchblicken, ob er womöglich die Gefühle erwidert, und wenn ja, wessen Gefühle. Er zieht es vor, mit beiden Anwärtern in einer Dreierkonstellation um die Häuser zu ziehen. Das alles kann natürlich nur eine gewisse Weile lang gutgehen …

Xavier Dolan, 20 Jahre alt, ist nicht nur der Regisseur dieses Films, er spielt auch eine der Hauptrollen, hat das Drehbuch geschrieben, den Film mitproduziert und geschnitten und auch bei der Auswahl der Deko und der Kostüme seine Hand im Spiel. Ein neues Wunderkind also!

Der Film lief in diesem Jahr in Cannes, wo letztes Jahr schon Dolans erster Film zu sehen war mit dem aufsehenerregenden Titel: „J’ai tué ma mère“.

Erstaunlich ist die Tatsache, mit wieviel Fingerspitzengefühl der junge Filmemacher das uralte Thema des Verliebtseins in Szene setzt. Sein Sinn für Situationskomik und für pointierte Dialoge, aber auch seine Fähigkeit, die emotionale Berg- und Talfahrt eines Frischverliebten aufzufangen, lässt eigentlich sehr viel mehr Reife vermuten als man einem 20-Jährigen zutrauen würde.

Vom Stil her gibt es Anleihen bei François Ozon, Wong Kar-Wei, Pedro Almodovar, ja vielleicht sogar bei Rainer Werner Faßbinder. Kaum zu glauben, dass der junge Mann die Filme dieser Regisseure schon alle gesehen und in sich verarbeitet haben soll!

Wie auch immer, „Les amours imaginaires“ ist amüsant und traurig, kitschig und pathetisch, genau das, was junge Liebe ausmacht. Und wenn Sie noch nicht vergessen haben, wie das ist, wenn man verliebt ist und noch nicht weiß, ob das Gegenüber die eigenen Gefühle erwidert, dann dürfte Ihnen der Film gefallen.

Frank Vandenrath - Bild: epa

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