Drama im Kino – leider keine Fiktion

Betreiber von Freizeitangeboten kommen derzeit sehr unterschiedlich durch die Krise. Einige haben sich gut vom Lockdown erholen können, andere stecken aber noch mitten drin in der Krise. Dazu zählen auch die Kinos. Dort spielen sich zum Teil Dramen ab – leider nicht auf der Leinwand, sondern in der Realität.

Archivbild: BRF

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Im Vergleich zu vor der Krise kommt gerade noch ein Drittel der Zuschauer. Das melden größere Kinos aus dem Landesinneren, aber auch die kleineren Kinos, wie wir sie in unserer Region haben.

Einige Häuser haben auch schon komplett geschlossen, weil es sich einfach nicht mehr lohnt, den Projektor anzuwerfen. Die Fixkosten sind zu hoch.

Großbetreiber wie Kinepolis sagen: Wir verdienen zwar immer noch kein Geld, aber wenigstens machen wir weniger Verlust als in Zeiten des Lockdowns.

Es gibt mehrere Faktoren, die bei den Zuschauerzahlen eine Rolle spielen: Zum einen haben sicher viele Angst, sich im Kino anzustecken. Man sitzt schließlich mit Unbekannten zwei Stunden zusammen in einem geschlossenen Raum. Dann gilt in Kinos Maskenpflicht – auf dem Sofa zu Hause gilt die nicht.

Filmstarts verschoben

Zudem lassen die Filmstudios die Kinos im Moment auf dem Trockenen sitzen. Sie verschieben die Starttermine für ihre Blockbuster immer weiter nach hinten, in der Hoffnung auf bessere Zeiten. James Bond ist da das prominenteste Beispiel. Der Film soll jetzt erst im April 2021 in die Kinos kommen. Eigentlich sollte er schon im April dieses Jahres anlaufen.

Auch Steven Spielbergs West Side Story ist verschoben, genauso wie der neue Marvel-Film Black Widow oder der Nachfolger von Avatar. Ganz bitter: Disney zeigt Mulan jetzt nicht wie geplant im Kino, sondern nutzt dafür neue Plattformen wie Streamingdienste.

Kinos in Ostbelgien

Auch in den Kinos in unserer Region fehlen die Zuschauer. Das Kino Corso in St. Vith hat den normalen Kinobetrieb ganz geschlossen. Es war im Sommer mal kurzzeitig geöffnet, aber damals war niemand gekommen. Jetzt versucht das Kino im November den Neustart und hofft, dass das Angebot dann auch angenommen wird.

Das Kulturelle Komitee betreibt das Kino in Eupen. Auch hier bleiben viele Zuschauer weg. Trotzdem will das Kino den Filmbetrieb aufrechterhalten. Unter anderem, damit man den Menschen etwas anbieten kann. Trotz Maskenpflicht gibt es weiterhin Popcorn und Getränke. Dafür darf man nämlich im Kino die Maske auch mal abnehmen.

morgen/okr