Sex and the City 2: auf nach Abu Dhabi

Der zweite Teil der Kinofortsetzung der beliebten Fernseh-Serie kann nicht wirklich überzeugen.

Sex and the City

Carrie, Charlotte, Samantha und Miranda

Es ist nicht gerade einfach, aus einer wöchentlichen Fernseh-Serie im Halbstundenformat einen Kinofilm zu machen. Die Drehbuchautoren behandelten jede Woche einen kleinen Aspekt aus dem Leben moderner Single-Frauen in Manhattan, nahmen ihn ironisch unter die Lupe, verpackten das Ganze mit Sex, Glamour und flotten Sprüchen, und schon war das 30-minütige Vergnügen perfekt.

Beim ersten Kinofilm lösten sie das Problem des längeren Formats, in dem sie als roten Faden die Turbulenzen um Carries und Bigs Hochzeit dramatisch ausschlachteten und den Zuschauer sogar über die Distanz von knapp zweieinhalb Stunden damit bei der Stange hielten.

Diesmal gibt es aber leider keinen solchen roten Faden. Und die Aneinanderreihung kleiner Episödchen ohne große Aussagekraft wirkt auf die Dauer ermüdend. Natürlich gibt es hier und da etwas zum Schmunzeln, aber zwischendurch gibt es viel Leerlauf.

Die Frage ist: was könnte man über diese Frauen eigentlich noch erzählen? Sie sind schon lang keine modernen Single-Frauen mehr (Samantha leidet unter den Wechseljahren!) und in Manhattan spielt der Film auch nicht mehr. Was bleibt da noch von „Sex and the City“ – dem Originalkonzept?

Ganz schlimm ist die Reise in den Orient, die den Großteil der Handlung ausmacht und mehr als fragwürdig ist. Man kann die High Society von New York gern auf die Schippe nehmen. Schließlich zwingt einen ja niemand, da zu wohnen und diesen Lebensstil zu führen. Aber die muslimische Gesellschaft und ihre Behandlung der Frauen eignet sich trotz aller Pracht und Herrlichkeit, die die Scheichs versprühen und denen auch hier bei uns so mancher verfällt (dubai-dubai-du), nicht wirklich als Hintergrund für ein Abenteuer von Carrie & Co. Es sei denn, man hätte die orientalische Welt kritisch-ironisch hinterfragt. Aber das trauen sich die Drehbuchschreiber nicht. Wahrscheinlich hätten sie dann keine Dreherlaubnis erhalten.

So bleiben viele Allgemeinplätze und der Eindruck, dass sich das muntere Damenquartett überlebt hat und seine Jagdgründe anderen überlassen sollte. Nämlich solchen, für die „Sex“ und „City“ noch eine Bedeutung haben.

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