No & Ich – Delphine de Vigan

No ist 18, sieht aber aus wie 13. Von der Mutter verstoßen landet sie nach mehreren Aufenthalten in Pflegefamilien und Internaten irgendwann auf der Straße.

Sie schlafen in den kalten Gängen der Pariser Metro und auf fleckigen Matratzen unter den Brücken der Seine. Die „Clochards“ gehören in Paris zum Straßenbild wie der Franzose mit dem vermeintlichen Baguette oder die vielen Straßencafés. Bis zu 300.000 Obdachlose soll es in Frankreich geben.

„Darunter sind immer mehr junge Frauen mit ihren Kindern“, hat die französische Autorin Delphine de Vigan beobachtet und darüber einen ergreifenden Roman geschrieben, der sich in Frankreich 100.000 Mal verkaufte und Anfang des Jahres auch auf Deutsch erschienen ist.

Zum Inhalt

No ist 18, sieht aber aus wie 13. Von der Mutter verstoßen landet sie nach mehreren Aufenthalten in Pflegefamilien und Internaten irgendwann auf der Straße. Seitdem zieht sie den ganzen Tag durch Paris auf der Suche nach Essen und einem warmen Ort für die kommende Nacht.

Sie hat ihren Platz in der Gesellschaft verloren und ahnt, dass sie aus diesem Teufelskreis nie herauskommen wird. Das ändert sich zunächst, als sie Lou kennenlernt. Die 13-jährige hochbegabte Schülerin arbeitet an einem Referat über Obdachlose. Sie glaubt, dass man die Dinge ändern kann, wenn man es nur wirklich will. Schnell setzt sie sich in den Kopf, No zu retten.

Die Autorin

Delphine de Vigan wurde 1966 in Paris geboren, wo sie heute noch mit ihren zwei Kindern lebt. Sie arbeitet tagsüber für ein soziologisches Forschungsinstitut und schreibt nachts, wenn alle schlafen, ihre Romane.

Ihr dritter Roman „No & ich“ war ihr Durchbruch. Er wurde in elf Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet (u. a. mit dem Prix des Libraires 2008 und dem Prix Rotary International 2008).

Sie sei nicht politisch, sagt die 42-Jährige, ihr Engagement sei ein sehr persönliches. Sie glaubt nicht, dass Bücher die Welt verändern können. „Aber vielleicht kann sich die Sichtweise von Menschen ändern. Mir haben schon viele Leser gesagt, sie würden die Obdachlosen unter Brücken, Straßen oder Hauseingängen jetzt mit etwas anderen Augen sehen. Und das ist doch schon sehr viel.“