Peter Schmitz: Golgatha. Ein Kriegsroman (1937)

Die Neuausgabe des ostbelgischen Antikriegsromans "Golgatha" von Peter Schmitz wird am Mittwoch im Staatsarchiv Eupen im Beisein der Tochter des Autors, Inge Gerckens-Schmitz, offiziell vorgestellt.

Peter Schmitz: Golgatha. Ein Kriegsroman (1937), Donat VerlagMai 1940. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Belgien und der völkerrechtswidrigen Annexion Eupen-Malmedys an das „Dritte Reich“ lässt die nationalsozialistische Stadtverwaltung den „Staatsfeind“ Peter Schmitz (1887-1938) in einer Nacht-und Nebel-Aktion vom Eupener Ehrenfriedhof entfernen. Der Grabstein wird auf Kosten der Familie zertrümmert.

Grund dafür ist sein pazifistischer Roman Golgatha, der ebenfalls vernichtet wird, sowie seine antimilitaristische Haltung und Publizistik. Auch von einem „Spionagering“ ist die Rede …

Der in der Nachfolge von Erich Maria Remarques Bestseller ‚Im Westen nichts Neues‘ entstandene Roman ‚Golgatha‘ ist erstmals 1931 in Serienform in der ostbelgischen Ausgabe von ‚L’Invalide‘, dem belgischen Organ der Kriegsveteranen, abgedruckt worden. Erst 1937 erschien er in Eupen als Buch, da die politischen Verhältnisse die erwünschte Verbreitung auf dem deutschen Buchmarkt unmöglich machten.

Die geplanten Übersetzungen ins Französische und Englische, auf die der Originalbuchklappentext hinweist, ließen sich vermutlich infolge des frühen Todes von Schmitz im Jahre 1938 nicht verwirklichen. Nach Kriegsausbruch geriet das Buch in Vergessenheit.

Als einer der wenigen Schriftsteller greift Schmitz auf das angespannte deutsch-französische Verhältnis im ausgehenden 19. Jahrhundert zurück und legt die in Schulen verbreiteten Hassparolen offen, um sie als eine der Kriegsursachen anzuprangern. Darüber hinaus kritisiert er die hetzerische Kriegspropaganda in den Medien und die Machtgier der Politiker.

So wirft die Situation der Soldaten aus dem Grenzgebiet im Roman ein besonderes Licht auf den Krieg, Nationalismen werden relativiert und abgeschwächt.

Die Neuausgabe des ostbelgischen Antikriegsromans „Golgatha“ (1937) von Peter Schmitz wird am 4. Juni im Staatsarchiv Eupen im Beisein der Tochter des Autors, Inge Gerckens-Schmitz, des Verlegers Helmut Donat und des Vorstands des Fördervereins des Archivwesens offiziell vorgestellt.

Luftkämpfe von riesigem Ausmaß spielen sich ab. Ein deutsches Luftgeschwader von fünfzehn Flugzeugen will gewaltsam die Luftsperre der französischen Flugzeuge durchbrechen. Immer neue feindliche Flieger eilen ihren bedrohten Kameraden zu Hilfe. Die Maschinengewehre der Kampfflieger tacken. Deutsche und französische Flugzeuge wirbeln durcheinander. Man kann Freund und Feind nicht mehr unterscheiden. Von einem Flugzeug bricht ein Flügel ab. Er dreht sich um die eigene Achse und wirbelt langsam, wie ein vom Baum gelöstes Blatt, zur Erde. Das einflügelige Flugzeug überschlägt sich und saust mit senkrecht aufgerichtetem Schwanz zur Erde nieder.

(Peter Schmitz, Golgatha)

mitt/km - Cover: Donat Verlag

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