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250 Jahre USA in einem Buch mal drei

01.07.202616:46
  • USA
Die drei Bücher zum Thema "250 Jahre USA"
Cover: DTV, Klett-Cotta, Piper

Die USA feiern am 4. Juli ihren 250. Geburtstag. Aus diesem Anlass sind gerade viele neue Bücher über die USA erschienen. Eine Auswahl.

Wie passen die USA unter dem aktuellen Präsidenten Donald Trump zu der 250-jährigen Geschichte des Landes? Diese übergeordnete Frage taucht sowohl in den Büchern der beiden Historiker Philipp Gassert und Manfred Berg als auch in dem Buch der Journalistin Johanna Roth auf. Sie alle sehen die Idee von Amerika als Hort der Demokratie durch Trump auf eine harte Probe gestellt - und versuchen anhand der Geschichte der USA die aktuelle Situation einzuordnen.

Eine Nation der Gegensätze

Der Mannheimer Historiker und ausgewiesene USA-Kenner Gassert bleibt dabei eher gelassen. "Die bipolare Nation" heißt sein Buch. Darin versucht er aufzuzeigen, dass Gegensätze wie die, die in den USA unter Trump gerade deutlich sichtbar werden und die Gesellschaft spalten, es immer wieder mal in der Geschichte der USA in der ein oder anderen Form gegeben hat. Und immer wieder hätten die USA diese Krisen überwunden, stellt Gassert fest.

Demokratie als roter Faden

Dass es mit Trump und den Herausforderungen, vor die die USA durch ihn und seine MAGA-Bewegung (Make America Great Again) gestellt werden, anders laufen könnte, hält der Historiker für eher unwahrscheinlich.

Besorgter gibt sich der Heidelberger Amerikanist Manfred Berg. In seinem Buch "Amerikas Demokratie" geht es um die zentrale Frage, wie sich die Demokratie in den USA seit der Gründung 1776 bis heute entwickelt hat. Chronologisch führt Berg dabei durch die Geschichte der USA und zeigt, wie sich die Demokratie erst nach und nach durchgesetzt hat in den USA, die gar nicht als eine Demokratie gegründet worden waren, sondern als Republik.

Die Machtfülle des Präsidenten

Seit der Präsidentschaft von Ronald Reagan (1981-1989) erkennt Berg eine ständig wachsende Machtkonzentration bei den US-Präsidenten, die in Trump jetzt ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht habe. Die USA befänden sich aktuell am Scheideweg, weil es auf der einen Seite die demokratischen Traditionen des Landes durchaus noch gebe, auf der anderen Seite Trump und seine Regierung die Grenzen der Machtausübung immer weiter ausreizen und damit die Demokratie in den USA ernsthaft bedrohen.

Die Journalistin Johanna Roth teilt diesen eher düsteren Blick in die nahe Zukunft der USA. Von 2022 bis Ende 2025 war Roth USA-Korrespondentin für die deutsche Wochenzeitung "Die Zeit".

Blick in den Alltag der Menschen

Ihr Buch zu 250 Jahren USA ist geprägt durch ihre persönlichen Erfahrungen, die sie als Journalistin in den USA gesammelt hat. In elf Kapiteln beschäftigt sie sich mit unterschiedlichen Aspekten der aktuellen US-Gesellschaft. Erlebnisse und Beobachtungen aus der Gegenwart bringt sie in Verbindung mit deren jeweiligen historischen Wurzeln. Themen wie Waffenbesitz, Einwanderung oder die Stellung weißer Männer behandelt Rot auf diese Weise in einem Stil, der an längere "Zeit"-Reportagen erinnern.

Was sind eigentlich die USA?

250 Jahre USA werden dadurch anhand einer Jetzt-Aufnahme reflektiert. Roths Anliegen dabei ist es, Antworten auf die Fragen zu finden, die ihrem Buch als Leitfaden zugrunde liegen: Was sind eigentlich die USA? Lassen sich die USA irgendwie definieren oder bleibt das Land letztlich doch zu widersprüchlich und womöglich für jeden einzelnen Bewohner der USA etwas anderes? "This is America - Is this America?" heißt entsprechend ihr Buch.

Mehr zu dem Thema im Radio-Beitrag im Player:

Die Bücher
Philipp Gassert, Die bipolare Nation, München 2026, dtv Verlag, 352 Seiten, 26 Euro.
Manfred Berg, Amerikas Demokratie, Stuttgart 2026, Klett-Cotta Verlag, 240 Seiten, 25 Euro.
Johanna Roth, This is America - Is this America?, München 2026, Piper Verlag, 336 Seiten, 24 Euro.

Kay Wagner

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