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"Der Muslim und die Jüdin": Geschichte einer Rettung in Berlin

17.01.202612:56
Der Autor und Journalist Ronen Steinke
Bild: Tobias Kruse/ Ostkreuz

Das Buch "Der Muslim und die Jüdin" basiert auf einer wahren Begebenheit. Darin erzählt der Autor und Journalist Ronen Steinke die bewegende Geschichte eines ägyptischen Arztes, der ein jüdisches Mädchen vor den Nazis rettet.

Berlin in den 1920er Jahren: Tausende arabische Gaststudenten leben in der deutschen Hauptstadt, hochgebildet, wissbegierig und kulturell aktiv. Der Islam gilt als modern und schick, der Orient als Sehnsuchtsort. So beschreibt Ronen Steinke die Zeit, in der auch der Protagonist des Buches, der Ägypter Mohammed Helmy, aus Kairo nach Deutschland kam."Damals wurden er und seine Kommilitonen mit offenen Armen empfangen", erklärt Ronen Steinke, "von vielen jüdischen Famiilien, die ihrerseits eine romantische Vorstellung von arabischer und insbesondere muslimischer Kultur hatten. Sie hatten eine positive Erinnerung an die Zeit von Andalusien während der maurischen Herrschaft über Spanien im Mittelalter, in der die jüdische Kultur blühte, eine relativ tolerante Epoche gegenüber Juden. Das alles hat dazu geführt, dass es in Berlin Liebesbeziehungen gab zwischen Juden und Muslimen, dass Juden zum Islam konvertierten. Der Geschäftsführer der einzigen Moschee in Berlin war sogar ein konvertierter Jude."

Der Ägypter Mohammed Helmy nahm damals sein Medizinstudium in Berlin auf und arbeitete danach im jüdischen Krankenhaus. Er blieb auch, als der Krieg ausbrach. Zu der Zeit war er Hausarzt und Freund einer jüdischen Familie. Als dieser die Deportation drohte, versteckte er sie und rettete auch die 16-jährige Tochter Anna, indem er sie als seine Nichte ausgab.

Für diesen Mut ist Mohammed Helmy von der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem 2013 als "Gerechter unter den Völkern" geehrt worden - als bislang einziger Araber. Das war der Auslöser für Ronen Steinkes Recherchen zu seinem Buch. Dafür hat er auch die Nachfahren von Anna in den USA und ihres Retters in Ägypten aufgesucht. Dr. Helmy war bis zu seinem Tod 1982 in Berlin geblieben. Anna starb 1986 in New York. Beide schrieben sich bis ans Lebensende. Heute haben ihre Familien keinen Kontakt mehr zueinander, bedauert Steinke. "Obwohl es diese Möglichkeit gäbe, sich zu verständigen und kennenzulernen, schweigen sie einander an und pflegen auch Vorurteile wechselseitig, wie die Araber sind oder die Juden sind. diese Unfähigkeit, sich nicht nur in politischen Dingen, sondern auch menschlich zu begegnen, verstört mich und macht mir zu schaffen."

Mut machen Ronen Steinke dagegen Reaktionen von Jugendlichen bei seinen Lesungen in Schulen. "Muslimische Jugendliche leiden in Deutschland oft darunter, dass sie im Geschichtsunterricht über den Holocaust sie seltsam unberührt am Rand stehen. Die eigene Familiengeschichte hat da keine Berührungspunkte. So wird es wahrgenommen. Es ist nicht ihre Geschichte, sondern die der anderen. Ich denke, das ist falsch. Mit meinem Buch wird der Gegenbeweis angetreten. Es gab sehr wohl Araber und Muslime, die in der Nazizeit eine Rolle gespielt haben. Keine Rolle, für die man sich schämen müsste. Es gab Araber, die in Deutschland geblieben sind während der ganzen Nazizeit, die Mut und Menschlichkeit gezeigt haben, die viele andere haben vermissen lassen."

Das könne inspirieren für die Gegenwart und die Möglichkeit geben, ins Gespräch zu kommen, was bitter nötig sei, so Steinke. Auch wenn es ihm oft schwer falle, noch Mut aufzubringen angesichts des wachsenden Antisemitismus und des angespannten Verhältnisses zwischen Juden und Muslimen. "Das wird nicht verschwinden, wenn ich jetzt Geschichten aus der Vergangenheit erzähle, als es besser war. Es täuscht nicht hinweg über Probleme der Gegenwart. Trotzdem, glaube ich, kann es ein bisschen Hoffnung stiften und uns bewusst machen, dass es noch nicht so lange her ist, dass es mal ganz anders war und es unter Muslimen und Juden eine starke Solidarität gab und keineswegs eine Feindschaft. Und wenn es noch nicht so lange her ist, dass das möglich war, dann kann das in ein paar Jahrzehnten auch wieder so sei. Die Probleme heute sind politisch bedingt, von der Politik vielleicht befördert worden, aber keineswegs in Stein gemeißelt oder kulturell vorgezeichnet. nicht unveränderlich in Stein gemeisselt. Das kann einem doch ein bisschen Hoffnung zurückgeben."

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