Welt-Alzheimer-Tag: Ernährung kann Krankheitsverlauf beeinflussen

Alzheimer und Demenz sind Krankheiten, über die selten gesprochen wird. Dabei ist gerade Vorsorge und Prävention ein wichtiges Thema. Dienstag, am Welt-Alzheimer-Tag, soll genau daran erinnert werden. Auch Medizinjournalist und Bestsellerautor Andreas Joop macht in seinem Buch "On/Off Gesundheit" darauf aufmerksam.

© Bildagentur PantherMedia / monticello

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Bei Alzheimer verändert sich einiges im Gehirn: „Die Nervenfasern wachsen nicht mehr gut nach. Das sind sehr spezifische Veränderungen. Während Demenz mehr oder weniger das gesamte Gehirn betrifft“, erklärt Medizinjournalist Andreas Joop. „Man weiß, dass 70 Prozent der Demenzfälle Alzheimer-bedingt sind.“

„Die Hälfte der 50-Jährigen und sogar schon zehn Prozent der 30-Jährigen haben diese Alzheimerveränderungen“, berichtet Andreas Joop. „Und man fragt sich nun, warum kann man das in der westlichen Welt immer mehr messen. In anderen Ländern wie in Afrika, wo sich traditionell ernährt wird, ist die Alzheimerrate fünf Mal niedriger.“

Gesättigte Fettsäuren

Die Schlussfolgerung: Ernährung gehört zu den einflussbaren Faktoren für Alzheimer. „Circa 30 bis 40 Prozent der Faktoren, die für Alzheimer verantwortlich sind, sind beeinflussbar“, erklärt Andreas Joop. „Wenn die Gefäße zum Hirn verstopft sind, gibt es ein Problem: Zum einen, um Nährstoffe dorthin zu bringen, aber auch zum Entgiften. Und man weiß, dass gesättigte Fettsäuren das Alzheimerrisiko um 80 Prozent erhöhen. Sie pumpen Cholesterin ins Gehirn, die Alzheimergene aktivieren.“

Ein Tipp des Autors ist daher, Käse, Wurst und Fleisch zu reduzieren. „Sprich: All das, was man in der westlichen Welt häufig findet. Also gesättigte Fettsäuren sollte man vermeiden.“

Antioxidantien schützen das Gehirn

Es gibt aber natürlich auch Lebensmittel, die die Gesundheit fördern: Eine wichtige Rolle spielen dabei Neuro-Antioxidantien. Die können freie Radikale im Gehirn abfangen.

Zu finden sind Neuro-Antioxidantien in grünen und tiefroten Pigmenten: „In Beerenobst und Zitronen sitzen diese Pigmente zum Beispiel“, weiß Andreas Joop. Studien zeigen, dass die Demenzrate um 40 Prozent zurückgeht, wenn das Gehirn viele dieser Antioxidantien bekommt. „Tiefgrünes Blattgemüse und tiefrote Beeren und Gemüse schützen das Gehirn und machen 70 Prozent der Antioxidantien im Gehirn aus. Man kann das tatsächlich am Auge messen. Wer im Auge hohe Antioxidanz-Werte hat, bekommt seltener Demenz und Alzheimer.“

Andreas Joop betont, dass Medikamente bei Demenz und Alzheimer nicht die Lösung sind. „Wenn die Ablagerungen einmal da sind, dann löst das auch kein Medikament mehr. Was hilft, ist Prävention“, erklärt der Autor. „Wir sind mit unserer Ernährung dafür verantwortlich, dass sich unser Gehirn regenerieren kann.“

lo/rasch