Geliebt und gehasst: Zum 150. Geburtstag von Clara Viebig

Zu Lebzeiten wurde Clara Viebig nicht selten für ihre klaren Worte über die deutsche Eifel verhöhnt.

Clara Viebig (1926)

Clara Viebig war eine Heimatdichterin mit eindeutig naturalistischen Zügen: Ihre Sprache war realitätsnah, mit Lokalkolorit und sogar in Eifler Dialekt. Zu Lebzeiten wurde Clara Viebig allerdings nicht selten für ihre klaren Worte verhöhnt.

Mit dem Buch „Das Weiberdorf“ wurde ihre unverblümte Beschreibung der Menschen aus Eisenschmitt zum Eklat. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, schreibt sie über die existentielle Not in dem Dorf, aber auch über sexuelle Triebhaftigkeit und Doppelmoral. Die katholische Kirche wetterte gegen das Werk und setzte es auf den Index verbotener Bücher.

Clara Viebig und die belgische Eifel

Erst seit gut 20 Jahren wird Viebig als die große „Eifeldichterin“ gefeiert. Ein Grund dafür dürfte die Tatsache sein, dass die Werke von Viebig keine Tabus mehr brechen. Zudem hat Viebig den Menschen aus der Eifel durch ihre kühne Beschreibung von Land und Leuten ein unvergängliches Denkmal gesetzt.

Ihre Wurzeln gehen auch in die belgische Eifel zurück – bis nach Manderfeld. Durch das Honorar ihrer Novelle „Im Rosengarten“ konnte 1909 das Krankenhaus in Manderfeld eingeweiht werden. Im Sinne von Clara Viebig hat das Gebäude auch heute noch eine soziale Ausrichtung: Seit 2001 ist dort das Asylbewerberheim untergebracht.

Die Schule Manderfelds wurde 1982 – lange nach Viebigs Tod – „Clara Viebig Schule“ getauft. Eine Würdigung für die Leistungen von Clara Viebig für Manderfeld. Vor wenigen Tagen wäre Clara Viebig 150 Jahre alt geworden.

bilder:ZVS

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