Neues Buch: Die Rennstrecke von Francorchamps im Spiegel der Lokalpresse

Die perfekte Lektüre vor dem 50. Grand Prix: Patrice Lefebvre beleuchtet, wie die Rennstrecke von Francorchamps seit 1950 in der Staveloter Lokalpresse behandelt wurde. Als passionierter Fotograf steuerte Stavelots Bürgermeister Thierry de Bournonville die Illustrationen bei.

Autor Patrice Lefebvre (r.) mit Stavelots Bürgermeister Thierry de Bournonville

Autor Patrice Lefebvre (r.) mit Stavelots Bürgermeister Thierry de Bournonville

Die Rennstrecke von Francorchamps fest in holländischer Hand – und das nicht erst an diesem Wochenende, wenn Max Verstappen an den Start geht. Die Beschreibung gilt der Begeisterung für dessen Vater Jos Verstappen im Jahr 1994.

Als Michael Schumacher zum neuen Helden der deutschen Motorsportfans wurde und auf seiner Lieblingsstrecke den siebten Saisonsieg feierte. Ehe er am Abend disqualifiziert wurde, weil seine Bodenplatte ein paar Millimeter zu viel abgenutzt war. Dennoch sollte er im selben Jahr seinen ersten WM-Titel holen.

1994 wurde aber auch unterhalb des Raidillon eine Schikane eingerichtet, als Reaktion auf die tödlichen Unfälle von Ayrton Senna und Roland Ratzenberg beim Großen Preis von Italien.

Das alles fand Niederschlag in der lokalen Presse. Wie der Besuch des dreifachen Weltmeisters Nelson Piquet im Rennstreckenmuseum – und, um im selben Jahr zu bleiben, die offene Empörung darüber, dass dem Werbeblatt „Echos“ die Presseakkreditierung zum 24-Stunden-Rennen verweigert wurde, wo doch das Rennen vor der Haustüre stattfand.

Diese und viele andere Notizen über die Rennstrecke hat der Heimatkundler Patrice Lefebvre in einem Buch zusammengetragen. Er beginnt seine Recherche im Jahr 1950. Denn da wurde in Francorchamps der erste Grand-Prix unter der neuen Bezeichnung „Formel Eins“ ausgetragen. Gewonnen hat ihn Juan Manuel Fangio im Alfa-Romeo. Der Belgier Johnny Claes war im Talbot war aus der letzten Reihe gestartet, wurde dann aber Achter!

Das war in der Lokalpresse ebenso nachzulesen wie detailgenaue Angaben zu Maschinen und Material für die Arbeiten, mit denen der „Circuit“ erst formel-eins-tauglich gemacht werden sollte. Auch 1950 mit dem nötigen Zeitdruck. In der Rückschau liest es sich fast wie eine nicht enden wollende Geschichte.

Wie auch die Konkurrenz mit der Rennstrecke im flämischen Zolder, die dem „Circuit national“ über Jahre den Rang ablief. Oder die langjährigen Bemühungen um einen „permanenten Rundkurs“, das vieldiskutierte Tabakwerbeverbot und die Ausnahmen davon. Oder von Anfang an die Fragen nach der Finanzierung und dem wirtschaftlichen Niederschlag für die betroffenen Gemeinden.

Wobei die Staveloter Blätter, wo es sich doch um „ihre“ Rennstrecke handelt, ganz konsequent auf die international gebräuchliche Erweiterung „Spa-„Francorchamps verzichten.

Text und Bild: Stephan Pesch

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